Ausgabe 
18.5.1899
 
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Hesundyettspflege.

Beförderu«g des K«oche«wachstumS hei Kindern. Wenn Kinder schwache Knochenglteder haben, so ist dies ein Zeichen, daß sie entweder wenig oder gar nicht zur Be­wegung kommen, oder aber mit Nahrungsstoffen gespeist werden, die arm an Knochen bildenden Stoffen sind. Die Erscheinung kann jedoch auch in einem Geburtsfehler ihren Grund haben. Vor allen Dingen muß das Kind zu Be­wegungen angehalten werden, d. h. es ist, wenn es noch nicht laufen kann, an den Händen zu führen. Alsdann hat das Kind auf eine längere Zeit Kalkwasser zu trinken, dessen Herstellung in jeder Apotheke geschieht. DaS Kalkwaffer ent­hält die nöthigen Stoffe, die zur Muskelbildung und Knochen- stärkung erforderlich sind. Statt Kaffee und Thee ist nur gesunde Kuhmilch täglich mehrmals zu verabreichen. Täglich ein rohes Hühnerei gereicht, das mit etwas Zucker unter­rührt wird, befördert die Knochenbildungfähigkeit. Kann das Kind täglich gebadet werden, so ist dies dem Knochenwachs­tum sehr sörderlich. Dem Bade können auch verschiedene Satze be gefügt werden, über deren Zuthat jeder Apotheker und Drogurist Auskunft giebt.

Keld und Karten.

Schwer zu vertilgende Unkräuter entfernt man aus Gartenrasen auf folgende Weise: Ein spitzes Stäbchen taucht man in Vitriolöl und drückt es dann in das Herz der Unkraut- Pflanze, die davon unfehlbar zu Grunde geht.

Epheu in Töpfe«. Um schönen Epheu von besonderer Größe und Frische der Blätter zu ziehen, pflanzt man die Stöcke in Moos, das man mit etwas Wald- oder Lauberde vermischt. Wenn sich das Moos setzt, muß frisches aufge­legt werden. Der Epheu bedarf besonders im Sommer viel Wasser.

Kür die Küche.

Lardellenschnitzel mit Schloßkartoffel«. Klein­fingerdicke, rohe Kalbsschnitzel werden leicht geklopft, gesalzen, gepfeffert, mit Mehl überpudert und in heißer Butter ge­braten,' dann ausgelegt und gitterartig mit Sardellenstreifchen belegt. Die mit Zitronensaft, etwas saurem Rahm und Kapern aufgekochte Bratbutter wird, mit etwas Maggi der- feinert, darüber gegossen. Neue Kartoffeln werden geschält, in ziemlich dicke Scheiben geschnitten, gewaschen, mit reinem Tuche trocken gerieben, schwimmend in heißem Schmalz ge­backen, und, nachdem sie gut abgetropft, zu obigen Schnitzeln gegeben.

Eine gute nahrhafte Mehlspeise find Gries schnitten. Man bereitet sie folgendermaßen: Gries wird in Milch ausgequollen, muß aber fest bleiben. Nachdem er etwas verkühlt ist, werden zwei bis drei Eier und Zucker darunter gerührt. Nun schüttet man den Griesbrei auf eine flache Schüssel. Ist er erkaltet und steif geworden, so schneidet man ihn in längliche Streifen, wälzt diese in Ei und Semmelbrösel und bäckt sie in Schmalz oder Butter schön hellbraun. Diese Griesschnitten giebt man mit Zucker und Zimmt bestreut zu eingemachten Früchten oder Wein­sauce zu Tisch.

Zitro«e«mehlspeise. Man giebt 9 Eidotter, 130 Gr. Butter, 30 Gr. Zucker und den Saft einer großen Citrone in eine Kasserolle und rührt die Masse auf dem Feuer zu Cröme, schüttet sie in einen Reibenapf und mischt die auf Zucker abgeriebene Zitronenschale darunter, rührt aber so lange weiter, bis die Masse kalt ist, giebt alsdann den Eier­schnee hinzu, füllt den Teig in eine gebutterte, mit einem Papierblatt ausgelegte Form und bäckt sie 1% Stunde im bain-marle. Die Speise wird gestürzt und mit Chau- deau gegeben.

Böhmischer Käsekuchen. Aus 1 Kilogr. Weizenmehl, 3 Eiern, einem Kaffeelöffel Salz, 45 Gr. Hefe und etwa y4 Liter süßer Milch macht man einen festen Teig an, läßt denselben aufgehen und knetet ihn gehörig durch, wo­rauf man ihn zu einem oder mehreren runden Kuchen aus­rollt, die man mit fingerbreitem, eingekniffenen Rand versieht. Nachdem diese Kuchen nochmals aufgegangen sind, bestreicht man sie dick mit frischem Quark, den man mit 4 Eidottern, etwas Salz, Zucker, fettem Rahm und Korinthen vermischt hat, und bäckt sie % Stunde im Backofen.

Ragout ist eine saure, pikante Speise von Fleichresten; sie wird verschiedenartig bereitet. Man röstet einige Eß­löffel Mehl in zerlassener Butter gelb, dämpft darin Scha­lotten, etwas Zitronenschale, Petersilie, Sardellen oder Häring, alles zerkleinert, gießt Bouillon oder kochendes Wasser dazu und läßt die Masse aufkochen. Hierauf schnei­det man übriggebliebenen Kalbsbraten (auch Rinderbraten oder Geflügel) in Würfel, schüttet das Fleisch nebst Essig oder Citronensaft, Lorbeerblättern, ganzen Nelken und Pfefferkörnern in die Sauce, gießt, wenn man solche hat, Bratenbrühe hinzu und läßt gut durchkochen.

Suppe vo« trockene« Semmel«. Man zerschneidet je nach der Personenzahl 24 Semmeln in feine Scheiben, röstet sie nebst Zwiebeln und Petersilie in Butter hellbraun, fügt genügend Wasser hinzu, läßt dies kurze Zeit kochen und rührt ein Ei mit einem Löffel dicken Rahm beim An­richten, dazu Salz, Pfeffer, Muscatnuß nach Geschmack.

Hunrsvistifches.

Repräsentanz. Herr (im Tabakladen):Was find denn das dort für feine Zigarren in Staniolpapier?" Verkäuferin:Das sindBrillantos", unsere theuerste Sorte, die wir auf Lager haben- die werden nur von Studenten gekauft, wenn sich zufällig zwei von verschiedenen Korps hier im Laden treffen."

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Bureau-Chef:Zum Kuckuck mit dem Burschen Nie ist er da, wenn man ihn braucht." Kassierer: Das muß ein Familienübel sein; sein Vater ist Polizist!"

Lttterarisches.

Nr. 20 derJugend", Münchner illustrierte Wochenschrift für Kunst und Leben (G. Hirth's Verlag in München, Preis Mk. 3. pro Quartal, Mk. 1. pro Monat excl. Porto), enthält unter anderem: Titelblatt:Leichte Kavallerie" von I. R. Witzel.Platzende Kometen", Skizze von Paul Scheerbart.Genre" von Julius Diez. Hinter uns im Grau'» der Nächte von K. v. Ronin. Landschaft von Hans Roßmänn.Reisegrüße auS Bozen" von A. Mo.Die Pauke", Rovellette von Jules Lemaitre, mit Zeichnungen von Angels Jank. Neues von Serenissimus".Ueberraschende Bekanntschaft", Gedicht von Anna Ritter. Kleinigkeiten. Witze. Humor des Auslandes, Die aktuelle Beilage enthält unter anderem:Der alte KinderverS und die Affaire."Bertha's Frühlingslied."Die immer schwärzer werdende Seiltänzerin."Italia." Lustige Rachrichten. Sonstige künstlerische und litterarische Beiträge von H. Christiansen, A. Halmi, M. Feldbauer, R. Wilke, W. Harlan.

Sport und Mode. Eine Spezialrevue für Sport aller Art ist das soeben erschienene 16. Heft derWiener Mode"; dem Radfahren und Tennis, der Touristik und Jagd, dem Rudern und Schwimmen sind reizende Bilder gewidmet, die beweisen, daß das praktische Sportkleid immer auch das Fescheste und Eleganteste ist. Es ist das wieder eines der Sonderhefte, womit sich dieWiener Mode" schon so oft ausge­zeichnet hat und die immer .in kurzer Zeit vergriffen waren. Preis des Heftes 45 Pf. Abonnement Mk. 2,50 vierteljährlich. Zu beziehen durch alle Buchhandlungen und vom Berlage derWiener Mode", Wien, IV., Wienstraße.

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