1899.

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s ist kein besser Handwerk als verzeihen.

Die beste Abbitte ist, nicht mehr thun.

Abbitte ist die beste Genugthuung.

Sprichwort.

Sprichwort.

Sprichwort.

(Nachdruck verboten.)

Die kleine Lulu.

Seeroman von Clark Russell.

(Fortsetzung.)

Es war ein schöner Abend; der Mond stand im Süden, und der Himmel war sternbesäet. Als das Zwielicht ver­schwand, wurden die Maste und das Takelwerk undeutlich, die Raaen aber hoben sich in scharfen, dunklen Linien gegen die Sterne ab.

Die Lichter der Stadt glitzerten in dem stillen Waffer des Hafens, und die Häuser lagen wie eine dunkle Masse darüber. Die Stimmen der Verkäufer, welche ihre Waren in den Straßen ausriefen, das Rasseln der am Hafen vorüberrollenden Wagen und die Klänge einer aus der Ferne herüberdringenden Musikkapelle unterbrachen die Stille des Abends in einer eigenen, aber ganz angenehmen Weife.

Ich blieb bis um halb zehn auf Deck, dann überlegte ich mir jedoch, daß ich wohl gut thun würde, schlafen zu gehen, da wir morgen früh schon um vier Uhr den Hafen verlassen sollten. Ich war im Begriff, meine Absicht auszu­führen und nach der Luke zu schlendern, als ich auf einen Mann aufmerksam wurde, der den Hafendamm entlang taumelte und so betrunken war, daß ich jeden Augenblick erwartete, ihn kopfüber ins Wasser stürzen zu sehen.

Wenn der Mann zur Brigg gehörte, war es kaum anders denkbar, als daß er von der steilen Leiter, die den Hafendamm mit dem Stege verband, welcher zum Schiff führte, herunterfallen mußte. Das Waffer stand allerdings niedrig wir lagen etwa zwölf oder dreizehn Fuß unter dem Hafendamm, aber trotzdem konnte der Mensch doch ertrinken.

Ich blieb deshalb stehen, um ihn zu beobachten und ihm, falls nötig, Hilfe zu leisten, und das war gut.

Als er stark schlingernd so daherkam, sprach er mit heiserer, lallender Stimme fortwährend mit sich selbst. Dicht

an der Leiter hielt er an und neigte sich, wie scharf spähend, zur Seite. Offenbar war er in Zweifel, ob die Brigg sein Schiff sei. Vielleicht sah er zwei Briggs und wußte die rechte nicht herauszufinden.

Ich rief ihm zu, er solle sich nicht allein auf die Leiter wagen, ich würde herüberkommen, ihm zu helfen und ging, indem ich dies sagte, nach der Fallreeptreppe. Da knurrte er mich an:

Wer bist du? Komm' mir nicht nahe, du Lump!"

In demselben Moment setzte er auch schon schnell den einen Fuß über die Seite, verfehlte die Leiter und stürzte hinab in die Tiefe. Ich hörte das starke Platschen, als sein Körper auf das Wasser schlug und dann war alles still. Im Nu warf ich meine Jacke ab, rief dem Koch zu: Mann über Bord", ergriff eine Taurolle, schleuderte das eine Ende derselben über die Schtffsseite, befestigte das andere und glitt am Tau hinab ins Wasser.

Die Brigg lag kaum sechs Fuß vom Hafendamm ent­fernt. Ich fürchtete, der Mann würde beim Hinabfallen mit dem Kopfe aufgefallen sein- als ich aber ins Wasser tauchte, stieß er im.Aufsteigen gegen meine Füße. Ich packte ihn am Kragen, zog ihn hinauf und hielt seinen Kopf über der Oberfläche.

Er war besinnungslos und rührte sich nicht, ein Toter hätte nicht stiller sein können. Ich schrie dem Koch zu, mir eine Leine herunterzuwerfen. Als dies geschehen war, machte ich eine Schlinge und legte sie dem Kerl unter die Arme. Hiernach wurde er vom Koch so weit heraufgezogen als möglich und dann festgehalten. Eigentlich wäre ihm ganz recht geschehen, wenn wir ihn so eine Stunde hätten baumeln lassen, als ich aber wieder auf Deck war, hißten wir ihn mit vereinten Kräften doch herauf.

Wir rollten ihn nach vorn und ließen ihn dort triefend liegen. Der Koch beugte sich über ihn und sagte:

Dat is de nige Matros', de desen Morn heuert würd; hei het naug Water sluckt, üm den Rum, den hei inladen het, tau verdünn." Daraus er ging er schlafen.

Auf See wird eben nicht viel Federlesens gemacht und kein Mitleid verschwendet.

Achtes Kapitel.

UnterSegel.

Ich legte mich auf meine Pritsche und schlief viel schneller ein, als ich es bei der schwülen Luft für möglich gehalten hätte.

Um welche Zeit und in welchem Zustande die Leute an