532
„Hatte ich Dir denn etwa nicht gesagt, daß Reimers heute Geburtstag hat?"
„Nein, das hast Du mir nicht gesagt. Du hast mir gesagt, daß Reimers oder wie der Mensch heißt — ich kann ja Deine Freunde nicht alle kennen — am elften Geburtstag hat. Das wäre aber Freitag und heute ist erst Donnerstag/^
Er zuckte die Achseln.
„Entweder bist Du verdreht oder ich bin beschwipst. — Leb' wohl!"
Damit war er verschwunden. Wie ein Kind, das traurig auf die Reste eines mutwillig zerbrochenen Spielzeugs blickt, starrte sie auf die Thür, durch die ihr Gatte soeben verschwunden war.
„Bob!" rief sie leise, traurig und zögernd.
Jetzt war ihr alles klar. Sie hatte Unrecht; nur sie allein trug die Schuld. Sie hatte mit falschem Stolz die Rolle der beleidigten Gattin gespielt, hatte sich lächerlich gemacht, und begann sich nun tüchtig zu schämen. Wie klein, wie erbärmlich klein mußte sie ihm erscheinen! — Sie war tief betrübt.
Sie schluchzte, aber anders, schmerzlicher und leidenschaftlicher als zuvor. Ihr Herz krampfte sich zusammen wie unter einem physischen Schmerze.
Ach! wenn ihr Schatz sie doch nur so in dieser Verfassung gesehen hätte, dann würde er wissen, wie von ganzem Herzen sie bereute!
Sie fühlte sich unsagbar unglücklich, denn ihr war stets so bange, so grenzenlos bange vor dem ersten Zwist gewesen. Was nützten nun alle ihre guten Vorsätze? Sie war immer so sanft gewesen, zu sanft fast. Warum hatte sie ihm auch vorhin keine Gelegenheit gegeben, sich wegen seines späten Kommens zu entschuldigen? Der gute Bob! Er hatte sich so sehr gesputet! Was hatte sie ihm eigentlich in ihrer Erregung vorgeworfen! Daß er so viele Freunde habe, daß sie dieselben nicht alle kenne u. s. w.
Er hatte aber nur zwei Freunde: Reiniers und Brinkmann; die waren zuweilen gekommen, sie aber hatte sie stets, ihrem Gatteri zum Aerger, zurückhaltend, ja fast unfreundlich empfangen.
Wo mochte er nun hingegangen sein? In sein Restaurant? Das wäre schrecklich! Vielleicht hatte er auch seinen Freund wieder ausgesucht. Das wäre ihre wohlverdiente Strafe. Aber sie kannte ihn zu gut, so kleinlich war er nicht.
„Bob, sei doch wieder gut, hab' mich wieder lieb!" rief sie schluchzend, flehend aus.
Endlich hörte sie auf zu weinen und fühlte sich nur noch tief, tief unglücklich. Ach, wäre er doch nur bei ihr, damit sie ihn um Verzeihung bitten könnte! Aber er war fort.
Seufzend, verzweifelt stand sie da; ihr war seltsam zu Mute.
Wieder kehrte sie in's Speisezimmer zurück. Die Thür nach dem Vorsaal stand offen; — da hing ja sein Ueber- zieher und sein Hut, und da stand auch sein Stock. Sie atmete tief auf, ängstlich, beklommen. Also war er doch zu Hause, — das war schön; — aber jetzt mußte sie zu ihm gehen.
„Bob! Bob!"
Anfangs dünkte es sie fo leicht, um Verzeihung zu bitten, und nun —? Kaum, daß sie sich dazu entschließen konnte. Und. es mußte ja doch sein — jetzt oder später.
Sie besaß ein kleines Merkchen, das sich „Für Geist und Herz" nannte; dem hatte sie alle Winke, die sich auf die Ehe bezogen, entlehnt. Nun fiel ihr eine jener Sentenzen ein; sie lautete etwa folgendermaßen: „Eheleute, sollte sich an dem Himmel eures Eheglücks auch nur die kleinste Wolke zeigen, so eilet, dieselbe alsbald schon durch
den Hauch der Liebe zu vertreiben! Denn sonst wächst sie so an, daß sie allmählich den ganzen Himmel eures jungen Glücks verdunkelt."
Heiße Thränen traten Marie in die Augen. ■ War denn der Hinimel ihres ehelichen Glückes wirklich schon verdunkelt?
Hochklopfenden Herzens und zögernd erklomm sie die Stiege; es war ein schwerer Gang für sie.
Da ward plötzlich oben eine Thür geöffnet; auf der Treppe ward's hell, und sie sah Bob, wie er ihr herzlich beide Hände entgegenstreckte.
Nun wußte sie, daß er ihr verziehen, und sie sagte nur sanft: „Sei nicht mehr bös, Liebling; ich hatte unrecht."
Und dann fragte sie schmeichelnd: „Liebst Du mich noch ein ganz klein wenig?"
So blieben sie noch eine Weile beisammen und sprachen viel, das nur sie allein angeht.
„Sage, mein Herz, hast Du denn gar keinen Hunger?"
„Hunger? Einen Bärenhunger hab' ich!"
„Möchtest Du gern ein wenig Seezunge essen? So schön wie vor einer Stunde wird sie allerdings wohl nicht mehr sein."
Er schnalzte nur mit der Zunge, und dann gingen sie Arm in Arm die Treppe hinunter und betraten das festlich geschmückte Zimmer mit dem schön gedeckten Tisch.
Verwundert blickte er sie an. Da sagte sie neckisch: „Du dummer Junge, Du; ich gratuliere Dir von Herzen, Du bist heute fünfundzwanzig Wochen verheiratet!"
Nun feierten sie fröhlich ihr Fest, das ein doppeltes geworden, da sie sich nach ihrem ersten Zwist in Liebe wiedergefunden hatten.
Königspromeirade.
Nachdruck verboten.
mann
gens
der
reicher mann
armer
als
behrt
doch
ein
ni
kla
ent
gend
im
wer
gern
6e
schwel
noch
über
kann
mit
wert
über
stufst'
siges
ren
der
roe
ist
wer flüs beh
ent
Man darf die einzelnen Wörter und Silben nur in der Weise miteinander verbinden, daß man — wie der König auf dem Schachbrett — stets von einem Felde aus auf ein benachbartes übergeht.
Auflösung in nächster N?u mm er.
Auflösung des geographischen Verschiebrätsels in^vor. Nr:
K roatien
S « rdinien
G t iechenland
Sizi I ien
Bo s nixn
No r wegen
R m müllten
Sc h ottland
Frankr e ich
Redaktion: ®. Burkhardt. — Druck und Berlag der Brühl'schen Univerfitätr-Buch- und Steindruckerei (Pietsch Erben) in Gießen.


