Ausgabe 
17.8.1899
 
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denn die schon früher

Mod. 160.

Mod.

159.

-^rzeiyung - etwas beschränkten Geist ebenso ändern konnte, rote denSchmtt unserer Kleidung, so würde man nicht nur weit mCr*x^°betnjv Figuren sehen, sondern auch der Hygiene einen unschätzbaren Dienst erweisen. Man fragt sich nun wohl,0 woher es

ihrer Herkunft. Der Nährwert des Käses kann nicht besser veranschaulicht werden, als durch den Vergleich, daß 100 Gramm bon mittterer Beschaffenheit ebensoviel Fett- und

Stickstoffteile enthalten, als 1 Liter Milch, also mehr Nähr­stoffe, als in 250 Gramm frischen Fleisches enthalten sind, wenn letzteres einen vollen Wassergehalt von etwa 75 Prozent besitzt. 0

Mod. 157.

dem fortwährenden Druck

einem festen Teige bestehen, also der Chester-, Schweizer-, Hollander-Kase, Roquefort usw. haben eine gleichmäßigere Zusammensetzung - Wasser ist in ihnen nie mehr als 30 Prozent enthalten, Stickstoffe und Fette etwa in gleicher Menge, Salz in ziemlich bedeutendem Gewicht bis zu 4 bis 5 Prozent

ändert sich die Zusammenstellung etwas mit ^dem Alter der Käse und auch mit den örtlichen Verschiedenheiten

Modenöericht.

Bearbeitet und mit Abbildungen »-riebet, », der J»i«rnat>°na,et> LchnMmanusaklur, Reichhaltiges Modenalbum und Schnittmusterbuch ä 50 Pfg. daselbst erhältlich

Rebaltion: «. Burkhardt. - Druck und Verlag der Brühl'schen UnrocrfMt«.8udj,

kommen mag, daß die Figur eine solche Bedeutung erlangt hat, daß man chr solche Aufmerksamkeit widmet Nun, die Figur an ft» Bat ia ftett im Modeleben eine große Rolle gespielt/' aber der jetzigen Mode st sie von ganz besonderer Wichtigkeit, denn die schon früher einmal sehr beliebt gewesenen, glatt anliegen- ' 9

dm Formen kommen immer mehr in Aufnahme und zwar in allen möglichen Variationen. In erster Linie sind es die glatten Taillen, welche wieder von der Mode bevorzugt werden und zwar nicht allein die alles überdauernden, streng einfach gehaltenen Schneidertaillen, sondern die glatten Kleider­taillen überhaupt. Man giebt ihnen die verschiedensten Ausstattungen, unter denen der seitliche Schluß eine sehr bedeutende Rolle spielt. Bald läuft er einfach von der Achsel bis znm Taillenschluß und ist dabei lediglich durch Knöpfe, Borten oder Vorstoß markiert; oder er tritt in Form einer über­tretenden Spitze auf; auch beginnt er manch­mal erst von einer Passe an, welche, aus abstechendem Stoff gefertigt, im Ganzen bleibt. Oft markiert er sich auch in Form von Bogen, Zacken und bergt., oder wird durch Posamenten oder Stoffriegel hervorge­hoben. Einsätze jeder Form treten gleich­falls wieder in den Vordergrund, jedoch seltener mit dem bekannten, glatten Abschluß, sondern vielmehr meist irgend welcher Riegel­verzierung, mit Bortenabschluß oder mit Bogenverzierung. Schräg über die Taille laufende Garnituren werden gleichfalls häufig angewendet, und zwar sind für diesen Zweck

die modernen wellenförmigen Besätze sehr angebracht. Besonders be­merkenswert an den modernen glatten Taillen ist das Arrangement um den Hals und den Schoßrand. Das Stehbündchen ist meist von einem

abstechenden Garmturstoff, und von gleichem Material fft dann auch der Heine Einsatzteil, welcher nie fehlt ®L gewissermaßen noch ein Ueberbleibsel der im etzten Wm er so außerordentlich beliebt gewesenen Blusen­formen mit abstechendem Einsatz. Das Schößchen s eht man am häufigsten mit Bogenabschluß in allen möglichen Variationen und zwar tritt dabei die Neigung, es vorn lang, hinten kurz zu halten, immer deutlicher zu Tage Ausn.°^n h-ervon bilden die Frackschößchen, welche bei gewissen Taillenformen immer wieder gern anqewendet werden. Schließlich sei beiden glattanliegenden Kleider­formen auch des Prinzeßkleides gedacht, welches unstreitia von der Mode mehr und mehr bevorzugt wird, seiner schwierigen Herstellung und in vielen Fällen fraglichen Kleidsamkeit wegen aber in Wirklichkeit noch nicht all­zuviel getragen wird. Die Hauptsache ist dabei eben eme wenig komplizierte, leicht ausführbare Machart und em gut ausprobierter Schnitt. Beides bietet unser nebenstehendes Mod. 159 - ein Prinzeßtunikakleid aus modefarbenem Wollstoff. Die von oben bis unten durchgehenden Nähte sind zugleich zur Anbringung der Garnitur benutzt, indem sie mit Tressen von karrierter Seide gedeckt find, welche von Stoffröllchen begrenzt werden. Das Stehbündchen hängt mit einem breiten Spitzenkragen zusammen. Der vorangegangenen Be- schreibung der glatten Taillen entsprechen die beiden Mo- delle 157 und 160 und zwar zeigt das erstere seitlichen Knopfschluß und Frackschößchen, während das letztere ri,, . . Bogenabschluß an sämtlichen Außenrändern, einschließ- lich des Schößchens, aufweist. Das Herstellungsmaterial beider Kleider

Wollstoff, und sind beide schon mehr für die kühlere Jahres­zeit bestimmt, denn auch die Sametgarnitur des Modells 160 entsvrtcbt roentget dem sommerlichen Charakter. "

a ^teMten weg?" so lautet die immer roieber- Blati °uws Spottgedichtes, welches ein vielgelesenes Witz-

Natt Mir Geißelung der neuesten Mode brachte. Dieses aktuelle Interesse mit dem die Oeffentlichkeit sich bereits mit den neuen Formen ber Santen' kleidung beschäftigt, liefert ben Beweis, daß bte neue Mobe bet absoluten Schlankheit schon allenthalben aeeeptiert worben ist. Die Satire hat sich ihypr bereits bemächtigt' um sie zu geißeln, wie sie seiner Zeit bte weiten Aermel, bte Tournüre und andere übertriebene neue Moden gegeißelt hat. In gewissem Sinne hat sie auch nicht Unrecht; denn bte Sucht, unter allen Umstänben modern, in biesem Falle also schlank aus­sehen zu wollen, verleitet wohl manche Dame zu Thorheiten, inbem sie burch mancherlei Kuren die jetztunmodern" gewordenen Hüften wegzubringen sucht. Durch Schnüren wenigstens ist hierbei nur schwer etwas zu erreichen, und das ist wieder das Gute der fetzigen Moderichtung. Wenn man bedenkt, um wie vieles unvernünftiger die Mode der lediglich durch Schnüren erreichbaren engen Taille war, so kann man sich im Grunde genommen nur über die Mode der jetzigen Schlankheit freuen, denn nur die natürliche Schlankheit und Biegsamkeit ist modern. Früher galt es als schön, wenn die Taille im Verhältnis zu Büste und Hüften möglichst emschmtt, sodaß diese unverhältnismäßig hervortraten. Es schnürte das Korsett den Magen unbarmherzig zusammen und die Folge davon war, daß die jungen Mädchen, , nachgebend, eine nach vorn geneigte Laltuna

annahmen. Der Rucken wurde krumm, die Brust fiel ein und der Leib trat hervor, sodaß eine Silhouette entstand, welche das genaue Gegen­teil der letzt als ideal befundenen Modefigur bildete 0

Gegenwärtig verlangt die Mode in erster Linie eine gerade Haltung, sodaß die Linie Über dem Magen ganz gerade und keinesfalls nach innen gebogen fein darf w°s schon an sich in gesundheitlicher Beziehung einen «nh1« Ä' Arust muß frei und breit sein und die Schultern sollen zurückgedrückt werden, sodaß der «ucken trotz breiter Schultern möglichst schmal wird. Im großen und ganzen erinnert demnach die jetzige Modefigur stark an die Gestalten unserer Soldaten und das ist doch gewiß kein Fehler. Wie erzielt man 'M" °m sichersten eine derartige Figur? Schnüren ist ausgeschloffen, aber em gutes Korsett Bedingung, und muß dasselbe besonders über dem Magen die oben beschriebene grabe Form haben. Nach unten zu kann sur starke Personen eher lang fein, ba es bann bie fjigur bem Mobe-Jbeal am ehesten nahe Bringt. Oben muß es leboch stets kurz fein, um ben Oberkörper möglichst wenig zu Beengen. Das Beste Mittel bie moderne Schlankheit unb Biegsamkeit zu erhalten,' sinb l-doch weder Kuren noch Korsett, sondern der Sport «'feder Forrn^ die Bewegung im Freien, die Bewegung uBerhaupt. Die meisten Frauen führen, was körper- ,che Bewegung anbetrifft, ein noch immer viel zu träges SeBen, wodurch sie in einem gewissen Alter anfangen stark zu werden. Bei lebhaften Bewegungen und ungewohnten Anstrengungen fürchtet man fich, echauffiert auszusehen, die Toilette zu berangieren unb was ber kleinlichen Bedenken mehr sind. Wenn man diesen - mit Verzeihung - etwas beschränkten Geist konnte, mtp hpn ' r. ..... L

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