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jahr keine stärkeren Fröste mehr zu befürchten find. Die bis auf die Erde abgefchnitienen Fuchsien entwickeln im Frühjahr neue Triebe.
Mit dem Eindecken der Stofe# soll man im allgemeinen, also falls der Winter nicht abnorm früh eintritt, nicht zu zeitig beginnen. Eine Kälte von 4 bis 6 Grad Reaumur schadet den Rosen nicht im geringsten, ist sogar den Pflanzen dienlich, weil dieselben dadurch erst recht in den Zustand der Ruhe gebracht werden auch das Holz eine gewisse Reife erlangt, folglich besser überwintert. Hochstämmige Rosen biegt man entweder nieder, befestigt sie mit hölzernen Haken und (was sehr zu empfehlen ist) bedeckt sie mit Erde, oder man packt die Rosen in Tannenreisig und dergleichen ein. Sobald im Frühjahr kein Frost mehr zu erwarten ist, wird die Tctfe entfernt und bei den niedergehakten Rosenbüschen werden die Zweige regelmäßig verteilt. Während bei den in ihrer natürlichen Stellung verbleibenden Zweigen nur die oberen Augen zur Entwickelung gelangen, treiben bei den niedergehakten alle Augen gleich kräftig aus, erzeugen eine Menge von Blumen, welche sich durch besondere Vollkommenheit auszeichnen und einen herrlichen Anblick gewähren. Da die L afrbewegung der niedergehakten Triebe verlangsamt wird, so werden im Frühjahr einige kräftige Triebe zum Vorschein kommen, welche aber zu schnell gewachsen sind, um schon im Sommer einen Flor entwickeln zu können, dagegen blühen sie im Herbst um so reichlicher, voraussetzt, daß es Herbstblüher sind. Wenn dann im Herbst genügend einjährige Triebe vorhanden sind, so werden die älteren niedergehakten, welche weniger blühbar sind, durch Wegschneiden beseitigt.
Farnkräuter gelten gewöhnlich als schlechte Zimmerpflanzen, trotzdem sind sie aber bei richtiger Behandlung recht dankbare Pfleglinge, die auf keinem Blumentisch fehlen sollten. Durch die Eleganz ihrer Erscheinung lassen sich die Farnkräuter im Zimmer trefflich zu allen Dekorationen mit lebenden Pflanzen verwenden, und als Schattenpflanzen kommen sie auch noch in Wohnräumen fort, in denen Blütenpflanzen und anspruchsvollere Blattgewächse nicht mehr gedeihen wollen. DaS Farnkraut fordert wenig oder gar keine Sonne, aber gleichmäßige Feuchtigkeit des Erdreichs und auch eine etwas feuchte Luft. Was die sonst richtig gepflegten Farnkräuter im Zimmer so oft zum Absterben bringt, das ist die trockene Beschaffenheit der Stubenluft. Durch öfteres Besprengen der Farne mit warmem Wasser und in geheiztem Zimmer kann man die ungünstigen Einflüsse der Stubenluft zwar nicht aufheben, aber doch wesentlich mildern. Nahrungsbedürftige Gewächse find die Farne nicht, sie lieben eine sehr leichte Heide- oder Torferbe, die grobbrockig sein soll und mit Sand vermischt wird. Jährliches einmaliges Verpflanzen genügt vollkommen.
Iür die Küche.
Enten Mit Kastanie#. Zehn Personen. Bereitungszeit 2x/j Stunden. Zuthatcn: zwei gemästete Enten, 1 Kilo große Kastanien, 200 Gramm Butter, Zucker und Salz nach Geschmack, i/a Liter Brühe aus Liebig's Fleisch-Extrakt, ein Bündchen Petersilie, gewiegt zwei Schalotten. Die Enten werben sauber gerupft, ausgenommen, gesengt und gewaschen, innen gut ausgetrocknet, mit Salz eingerieben und mit den, wie nachstehend angegeben, zubereiteten Kastanien gefüllt. Mit 150 Gramm gebräunter Butter in die Pfanne gethan, fügt man allmählich einige Löffel der Brühe aus Liebig's Fletsch-Extrakt bei, läßt sie weich braten, doch muß die Haut knusprig sein, was man dadurch erreicht, daß man die Enten zuletzt mit einem Löffel kalten Wassers begießt, sie dann aber nicht mehr mit der Sauce überfüllt. Die auf der spitzen Seite kreuzweise eingekerbten Kastanien werden mit kochendem Wasser aus's Feuer gesetzt, gekocht und von beiden Häuten befreit, die sich leicht lösen müssen. Mit Bouillon aus Liebig's Fleisch-
Extrakt, ein wenig Zucker und Salz, 50 Gramm Butter ganz weich gedünstet, fügt man die fein g wiegten Entenlebern, Schalotten und Petersilie hinzu, verrührt alles gut und füllt die Masse in die Enten, die hierauf zugenäht werden.
Ciiterarlfdye#.
Die deutschen Achtundvierziger in Amerika. Ein halber Jahrhundert ist seit jenen Tagen dahingerauscht, in denen Tausende freigesinnter Deutscher ihr Heimatland verließen und in der jungen Republick überm Meere, in der „Neuen Welt", die mit der Zeit ihre zweite Heimat werden sollte, eine Zuflucht fanden. General Franz Sigel, der von seinen Landsleuten in Amerika hochgeehrte Veteran, gedenkt dieser Einwanderung der Deutschen in den nordamerikanischen Freistaat in einem längeren höchst lesenswerten Aufsatz in der tcnlaube". Er berichtet von dem wohlthätigen Einfluß der deutschen Einwanderer im Lande, der sich sehr bald auf allen Gebieten geltend machte, erzählt von dem ruhmreichen Anteil derselben an dem Bürgerkriege der sechziger Jahre und legt überzeugend dar, von welcher Bedeutung das Deutschamerikauertum für den mächtigen Aufschwung der Vereinigten Staaten gewesen ist. Daran schließt sich aus Anlaß der jüngst erfolgten Einweihung der neuen Hofer-Kapelle in Passeier der Artikel „Aus Andreas Hofers Heimatsthal" von Karl Wolf mit Bildern des Sandhofs, der Geburtsstätte Hofers, sowie der neuen Hoser- Kapelle. Dr. H. I. Klein läßt sich in einer interessanten Abhandlung über den angeblich im November bevorstehenden Weltuntergang aus, und ein anderer Beitrag macht uns an der Hand instruktiver Abbildungen mit einigen „Fortschritten und Erfindungen der Neuzeit" bekannt. Eine willkommene Nachricht für seine vielen Freunde wird es sein, daß wieder eine Erzählung Hans Arnolds zu erscheinen begonnen hat, welche sich „Galeerensklaven" betitelt. Daneben übt nach wie vor der große Roman I. E, Heers aus dem Engadin „Der König der Bernina" feinen bestrickenden Zauber aus.
Aerzte als Kochkunst-Beflissene. Großer Wert wird gegenwärtig beim Studium der medizinischen Wissenschaft nebenbei darauf gelegt, daß die künftigen Aerzte auch das Kochen gründlich erlernen; ist doch die rationelle Zubereitung der Speisen als wichtiger Faktor bei der Verhütung und Heilung von Krankheiten erkannt worden. Da ist es nun interessant, daß durch diese praktischen Experimente sich genau dasselbe Erfahrungs-Ergebnis herausgestellt hat, was unzählige Hausfrauen längst kennen und anwenden: „Das echte Liebig's Fleisch-Extrakt, „allen Aerzten bekannt und wertvoll" (Geheimer Medizinalrat Professor Dr. E. v. Leyden's großes Sammelwerk „Handbuch der Ernährungs- Therapie", Bd. 1, Abt. 2, S. 529) ist in der Küche unentbehrlich als kräftigender Zusatz einer Menge von Suppen und Fleischspeisen, die hierdurch erst Schmackhaftigkeit und Bekömmlichkeit erlangen. In keinem Hausstande sollte eS fehlen.
„Die Entwickelung der Beleuchtungsarten" ist der Titel einer neuen Serie sog. Liebig - Bilder, Empsehlungskärtchen der Liebig's Fleisch Extrakt - Kompagnie, die die römischen Leuchtfeuer des Altertums und die Kienfackeln des Mittelalters, die Oellaternen neuerer Zeit und endlich die Errungenschaften der Gegenwart: Petroleum, Gas, elektrisches Licht nebst fontaines lumineuses in geeigneter Umgebung darstellen. Alle diese Strahlen verschiedenster Art fallen auch auf die in den Ecken rechts angebrachten Töpfchen mit den Fabrikaten der Liebig-Kompagnie, Fleisch-Extrakt und Fleisch-Pepton, vielleicht sinnbildlich andeutend, daß diese sich (wie allbekannt) seit ihrer Einführung wirklich „glänzend" bewährt haben. Mag die Hausfrau auf Petroleum, auf Gas oder durch den elektrischen Strom eine Taffe Bouillon von echtem Liebig bereiten, der Geschmack ist gleich vorzüglich!
Bilderrätsel.
(Nachbildung verboten.)
(Auflösung in nächster Nummer.)
Auflösung des Citatenrätsels in voriger Nummer: Kühn war das Wort, weil es die Thal nicht war.
Redaktion-. E. Burkhardt. — Druck und Verlag der Brühl'schen UniverfitätS-Buch- und Steindruckerci (Pietsch Erben) in Gießen.


