Ausgabe 
16.11.1899
 
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durchaus nicht appetitlich und gesundheitsschädlich wirken kann. Sodann spielt die Temperatur eine Rolle. Dauerobst sol durchaus nicht sofort aus dem kalten Aufbewahrungsort kommend, genossen werden. Es muß erst einige Stunden angewärmt werden. Kaltes Obst erzeugt, namentlich bei älteren Leuten, sofort Magenbeschwerden, wie ja auch schon zu kaltes Trinken beim Essen die Verdauung stört. Sodann wende man nie ein Metallmesser zum Zerschneiden und Schälen an. Man nehme Horn- oder Holzmesser. Man betrachte nur die schwarze Färbung der eisernen Messer und den herabfließenden Saft nach dem Schneiden des Obstes und man wird, abgesehen von der Beeinflussung des Geschmacks, schon die Benutzung eines solchen Messers verwerfen müssen.

Es ist ein schwieriges Ding, das Obst während des Winters so aufzubewahren, daß es sein gutes Aussehen und seinen guten Geschmack behält wer es versucht hat, weiß meist ein Klagelied anzustimmen. In der neuesten Nummer despraktischen Ratgebers im Obst- und Gartenbau" ist ein Obst-Aufbewahrungsgestell abgebildet und beschrieben, das viele Vorzüge hat. Es nimmt wenig Raum ein und läßt sich für den Sommer zusammenlegen. Es läßt überall frische Luft zu, ist übersichtlich, und lassen sich die Früchte leicht herausholen. Man kann auf dem Gestell 3 Zentner Früchte aufbewahren wenn man die Früchte übereinander legt, das doppelte Gewicht. Die betreffende Nummer des Rat­gebers, in der das Gestell abgebildet ist, wird gern umsonst zugeschickt von dem Geschäftsamt in Frankfurt a. Oder.

Kesundyeitspflege.

Erhalle Vein Augenlicht! Heutzutage, wo die Kurzsichtigkeit und andere Augenleiden immer mehr überhand nehmen, kann man nicht oft genug vor einigen üblen Ge­wohnheiten warnen, die schon manches Auge ruiniert haben. Jedermann sollte folgende gegebenen Regeln befolgen: I. Strenge deine Augen nie an bei ungenügendem oder Dämmerlicht, oder wenn sie heiß sind und schmerzen. 2. Das Licht falle immer über deine linke Schulter auf das Buch oder den Gegenstand, welchen du betrachtest. 3. Trage keine enge Kleidung um den Hals. Das Zimmer, in dem du be­schäftigt bist, soll nicht heiß, die Füße aber sollen warm sein. 4. Halte die Augen nicht zu nahe an den betreffenden Gegenstand. 5. Lies niemals in liegender Stellung oder im Wagen während einer Fahrt,- schlimme Augenkrankheiten sind die Folge. 6. Verdirb deine Augen nicht dadurch, daß du sie sonderbar und unnatürlich rollst und verdrehst. 7. Wenn du die Augen sehr anstrengen mußt, so gönne ihner^ zuweilen eine kleine Ruhepause und stärke sie mitunter durch kalte Augenbäder. 8. Wenn du als Schutz vor grellem Lichte, Schneeflimmern usw. eine farbige Schutzbrille trägst, so trage sie nicht länger, als es die Umstände bedingen,- ihr be­ständiger Gebrauch schwächt das Auge.

Pflanze« als Verbesserer Ver Zimmerluft. Die Bedeutung der Pflanzen, insbesondere der Zimmerpflanzen, für den Gesundheitszustand der Menschen wird allgemein unterschätzt. Der Mensch bedarf zur Erhaltung seiner Ge­sundheit bedeutende Mengen Sauerstoff, scheidet dagegen Kohlensäure aus. Durch den Umsatz des Sauerstoffes der Zimmerluft in Kohlensäure wird die Last verschlechtert, sie wird mit Kohlensäure geschwängert, während der so nötige Sauerstoff verbraucht wird,- es entsteht so diestickige" Zimmerluft. Das ist besonders in der kalten Jahreszeit, wo wenig gelüftet wird, der Fall. Um die Zimmerluft zu verbessern, leisten uns die Pflanzen gute Dienste. Die Pflanze braucht zu ihrem Aufbau Kohlensäure, sie scheidet dagegen Sauerstoff aus also, durch die Zimmerpflanzen wird die von dem Menschen absorbierte Kohlensäure der Zimmerluft ausgenommen und durch Sauerstoff ersetzt und so ein Aus­gleich geschaffen. Weshalb atmen wir gern Waldluft? Wes­halb erscheint uns dieselbe gerade bei Laubwäldern im Früh­jahr, bei Nadelwäldern im Sommer besonders angenehm? Die Antwort hierauf ist: weil die Waldluft besonders mit

Sauerstoff geschwängert ist. Am größten ist der Sauerstoff­gehalt aber während der Zeit des regsten Stoffwechsels der Pflanzen, während der Zeit des Triebes. Die Blätter sind der Magen und die Atmungsorgane der Pflanzen, durch sie werden die von den Wurzeln aufgenommenen Nährstoffe chemisch verarbeitet und der Ueberschuß ausgeschieden,- durch die Blätter wird die Kohlensäure eingeatmet und der Sauer­stoff abgesondert. Um die Zimmerluft möglichst rein und gesund zu erhalten, ist es daher wichtig, einige, womöglich besonders großblätterige Topfpflanzen zu halten. Man sieht, nicht nur angenehmes bieten dieselben, sondern auch hohe hygienische Vorteile. Sie schützen den Menschen vor mancherlei Erkrankungen der Atmungsorgane. Außerdem fühlt man sich in reiner Luft doch entschieden freier und wohler als in ver­dorbener. (Prakt. Wegweiser.)

Gesunde Knoche« Gesu«ve Kinver. Die Wahrheit dieses Satzes wird so recht einleuchtend, wenn man eine Abhandlung liest, welche die Zeitschrift ,Baby' (Red. Katharina John, Verlag Carl Messer & Cie, Berlin W. 35) in Heft 18 bringt. Nicht nur die Wand der Röhrenknochen, die ihnen ihre Form und Festigkeit giebt, ist zu beachten, nicht nur die Gelenkenden sind gesund zu erhalten, an denen sich das Wachstum des Knochens vollzieht- es ist auch und in erster Linie die Markhöhle, die gesund sein muß, da sie die Bildungsstätte der für das Gedeihen und selbst für das Leben des Kindes so ungemein wichtigen roten Blut­körperchen ist. Welche Bedeutung ein normales Knochenmark hat, wie die Mutter es durch einfache hygienisch-diätetische Mittel gesund erhalten kann, lehrt jener Artikel in leicht­faßlicher, anschaulicher Weise.

Wlumenpflege.

Hyazinthe«zwiebel«. Vielfach ist der Blumenlieb­haber der Meinung, daß große Hyazinthenzwiebeln auch große Blumen, und umgekehrt, kleine Zwiebeln kleine Blumen geben. Dies trifft nicht zu- die Größe der Zwiebeln hängt mit dem Charakter der Sorte zusammen und hat mit der Blüte nichts zu thun.

Gym«otrix. Die verschiedenen Arten dieses Zier­grases sind herrliche Dekorationspflanzen für kleinere Rasen­plätze. Die Pflanze macht dicke, fast fingerstarke Halme und die zahlreichen metallisch-dunkelgrünen Blätter hängen nach allen Seiten hinüber. Unter günstigen Umständen wird dieses Gras drei Meter hoch, bildet zugleich einen massigen Busch und ist so von großem Effekt. Junge Pflanzen werden aber unter gewöhnlichen Verhältnissen nur halb so hoch und massig und sind darum so recht für kleinere Gärten geeignet. Am meisten wird G. latifolia in den Gärten gezogen. Die Pflanzen werden im Herbst aus der Erde genommen, in Töpfe oder Körbe gepflanzt und in einem Glashause oder Keller überwintert.

Anemone«, deren Knollen trocken aufbewahrt werden, lassen sich gut treiben. Die Knollen werden einen Tag vor dem Einpflanzen iu Wasser gelegt und vier Stück in zwölf Zenti­meter weite und fünf Zentimeter tiefe Töpfe gepflanzt. Sie müssen im Doppelfenster im Januar, oder am Fenster bei 5 bis 8 Grad Wärme aufgestellt werden. Anfangs sind fie mäßig, bei der Blütezeit im März reichlich zu begießen.

Harte Fuchste«. In Gartenzeitschriften ist schon öfter mitgeteilt worden, daß ins Freie gepflanzte Fuchsien bei guter Bedeckung durch den Winter gekommen sind und alsdann -räfkig ausgetrieben und reichlich geblüht haben. Nicht allen Lesern dürfte bekannt sein, daß es auch einige Fuchstenarten giebt, die so hart sind, daß sie unter günstigen Verhältnissen, ogar ohne Schutz überwintert haben. Als solche sind be- kannt F. gracilis, F. Thomsonii. F. virgata. Gesicherter ist aber das Ueberwintern, wenn die Pflanzen im Herbst bis auf die Erde abgeschnitten und dann 20 bis 30 Zentimeter hoch mit Eichen- oder Buchenlaub bedeckt werden. Die Laub­decke ist aber nicht eher ganz wegzunehmen, als bis im Früh-