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„Elisabeth, mein Weib! mein armes, liebes Weib! Wir haben beide schwer gefehlt — auch Du hast mir zu verzeihen. Du warst ein Kind noch und kanntest nicht die Gefahren des Lebens — und ich gab mir nicht die Mühe, Dich zu verstehen, hätte ich mehr Deiner Eigenart gelebt und Dich durch Liebe an mich, den älteren Mann zu fesseln gesucht — aber ich zog mich zurück — überließ Dich, das schwache Kind, den Einflüsterungen neidischer Freunde und glaubte schließlich, ohne an eine Entschuldigung zu denken —dem Schein, der gegen Dich war. Elisabeth, mein Weib, kannst Du vergessen, kannst Du mich noch ein wenig lieb haben — sieh, wenn ich auch ein alter Mann bin und mein Haar ergraut ist, wenn auch die lange, bange Trennungszeit zwischen uns liegt — ich liebe Dich doch noch ebenso heiß und innig, aber gereifter als damals, noch ebenso wie in der Stunde, als ich um Dich warb — Elisabeth, kannst Du mir noch einmal vertrauen?"
Er hat sie in feine Arme gezogen.
„Theo, o wie ich Dich liebe, immer geliebt habe, immer, immer — Du willst mir verzeihen, mir vergeben — ich brauche nicht zu sterben, nicht von Euch zu gehen? Ich habe Dich nie aufgehört zu lieben, selbst damals, — da habe ich versucht. Dich zu hassen; aber ich liebte Dich, weil ich Dich verloren wähnte, für immer, nur heißer noch."
Er preßt sie stürmisch an sich und küßte sie, lange und leidenschaftlich.
Leise, verschämt wehrt sie ihm: „Aber Theo, ich bin eine alte Frau, eine Frau in meinen Jahren küßt man nicht so stürmisch!"
Ein langer neuer Kuß ist seine einzige Antwort. Und dann sitzen sie und plaudern und beraten — es ist ihnen ganz, als wären sie nie getrennt gewesen. Sie erzählt von ihrem Leben, ihrem Kämpfen, ihrem Ringen, von dem Kinde, und Sie bauen eine Zukunft für dieses Kind und für sich.
Wie ein verheißender Glücksbote schimmert das herabsinkende, goldige Abendrot durch die hohen Fenster und umhüllt die beiden. Das Zimmer ist mit rosigem, mattem Glanz erfüllt. — „Theo", flüstert erschauernd und bebend Elisabeth und schmiegt sich inniger noch an seine Brust: „Es kommt das Glück!"—--
GeMeinnütziges.
Oelgernälbe zu reinigen. Das Bild wird aus dem Rahmen genommen, abgestaubt und mit Wasser abgewaschen. Mit dichtem Rasierseifenschaum 8—10 Minuten lang belegt, wird es mit einem starken Pinsel abgewaschen, mit Wasser abgespült und abgetrocknet. Dann taucht man ein reines Leinwandläppchen in Nitrobenzol (Mirbanöl, auch künstliches Bittermandelöl genannt) und übergeht damit das Bild, bis das Läppchen rein bleibt. Schließlich überstreicht man das Bild mit reinem Olivenöl und überzieht dasselbe nach einiger Zeit mit einem guten, leicht trocknenden Firniß.
Um Gegenstände ans Elfenbein zn färben, werden dieselben, nachdem sie fertig geschliffen, vollständig in's Wasser gelegt; für einen Billardball z. B. genügt dann der Zusatz von zwei Kaffeelöffel voll Essig und 1 Gramm Anilinrot. Zu Hochrot verwendet man Korallin, zu Amaranth Rossin, Carmosin Fuchsin. Hat der Gegenstand die gewünschte Färbung angenommen, so wird er mit reinem Wasser abgespült und nach dem Trocknen mit Seife und Wiener Kalk poliert.
Um Mauern an der Wetterseite zu schütze«, empfiehlt es sich, dieselben in trockener Jahreszeit mit dünnem Seifenwasser von harter Seife zu überstreichen. Die feinen Poren der Steine füllen sich mit dem Seifenwasser an und
werden, nachdem das Wasser verdunstet, durch die rückständige harte Seife verstopft, so daß sie keine Feuchtigkeit mehr aufziehen.
Schölte Ofenschwärze. Es wird Lampenschwarz mit einer Auflösung von Wasserglas zur Syrupkonsistenz gemischt und mit einem Pinsel dünn und gleichmäßig aufgetragen. Man läßt es 24 Stunden trocknen und gibt einen Anstrich mit gewöhnlicher Ofenschwärze (Reisblei), die mit dünnem Gummiwasfer versetzt ist, worauf man dem Ofen durch bürsten Glanz giebt.
Ei« Wa«zeitp«lver, das allen Anforderungen gerecht wird, erhält man nach folgender Vorschrift: 82 Gramm Alaunpulver, 6 Gramm Borsäure und 12 Gramm Salicyl- säure werden gut miteinander vermischt. Hierauf werden 10 Prozent dieser Mischung der Anstrichsfarbe zugesetzt. Bettstellen, Fußböden, Thüren, Schränke, soweit thunlich Tische und Stühle sind mit heißer Seifenlauge, der 10—20 Prozent dieses Pulvers beigemengt werden, gründlich zu reinigen. Bettstroh, Brettereinlagen der Bettstellen sind ebenfalls mit dem Pulver einzustreuen, dasselbe muß in den Fugen der Fußböden, der Holzwände, überhaupt allerwärts, wo sich die Tiere vielleicht einuisten können, eingestreut werden.
Strohhüte aufft-ifche«, reinige«. 1. Weiße Strohhüte auffrischen. Man reibt die Hüte mit Schwefelblume und dann mit einem in Branntwein getauchten Tuche ab. Nach dem Trocknen bürstet man sie ab und bestreicht sie auf der linken Seite mit Gummiwasfer. 2. Gelbe und weiße Strohhüte werden gut ausgebürstet und mit einer schönen, saftigen Zitrone vollständig abgerieben, dann noch feucht mit fein abgeriebenem Schwefel dick bestreut und mit einer reinen Bürste tüchtig gebürstet. Sie werden dadurch wieder wie neu. 3. Nicht ganz vergilbte Strohhüte werden erst mit Schwefelblume und dann mittelst eines mit reinem Branntwein angefeuchteten Tuches abgerieben; sobald sie wieder trocken sind, werden sie aufgebürstet und auf der linken Seite mit Gummiwasser bestrichen. 4. Gelb gewordene Strohhüte erhalten durch Abreiben mit trockenem, gestoßenem Schwefel ein besseres Aussehen. 5. Braune und schwarze Strohhüte kann man dadurch auffrischen, daß man zu den braunen Hüten nußbraunfarbigen und zu den schwarzen, schwarzen Spirituslack nimmt. Die Hüte werden erst gut gebürstet, dann mittelst eines feinen Haarpinsels zwei bis drei Mal mit dem Lack bestrichen und langsam getrocknet. Sie erhalten dadurch nicht nur hübschen Glanz, sondern auch Steifheit.
Futter für die insektenfreffe«de« Vögel, die wir im Zimmer halten, sind alle Kerbtiere und Insekten, sowohl in vollkommen entwickeltem Zustande als auch in allen Verwandlungsstufen: Käfer, Schmetterlinge, Fliegen, Puppen, Larven, Raupen. Am meisten verfüttert werden Ameisenpuppen, fälschlich Ameiseneier genannt; sehr gut zu verwenden sind auch Weißwürmer (gekochte Körper der Eintagsfliegen), Mehlwürmer, hart gekochtes Hühnerei, rohes oder gekochtes, mageres Rindfleisch oder besser Herzfleisch von Rind, Kalb und Schaf, geschabt oder, wenn gekocht, getrocknet und gerieben.
De« Vögel« gebe man recht oft Gelegenheit zum Bade«. Das Badegefäß sei aber nicht zu klein und nicht zu tief. Ist das Gefäß zu tief, so ist die Möglichkeit vorhanden, daß junge Vögel ertrinken; ist es zu klein, so kann sich der Vogel nicht vollständig baden und verspritzt viel Wasser in den Käfig, welches einen üblen, dem Vogel gesundheitsschädlichen Geruch verbreitet. Um letzteres zu verhüten, ist ein breiter Untersatz aus Zinkblech zu empfehlen. Will man haben, daß der Vogel sich nicht badet, so kann man dies dadurch verhindern, daß man in das Gefäß ein Eisendrahtgitter mit Füßchen stellt.
Redaktion: E. Burkhardt. — Druck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei (Pietsch Erben) in Gießen.


