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könnten die Aufregung schaden."
anderen Menschen. Du
Die Herzogin erhob stolz das Haupt.
Er ist von meiner Schwester, der
der
schon zu spät?" fragte
er
doch
mit Ihrer Hoheit allein
habe
einer
Das Gesicht der Oberhofmeisterin Aberzog Schweigend entfernte sie sich.
Die Herzogin hatte die kleine Scene
finsterem Ausdruck auf Gräfin.
„Ich komme also grollend.
„Ew. Hoheit!"
„Gehen Sie. Ich sprechen."
Er wandte sich mit
stumm beobachtet, geballte Hand auf
die Selbständigkeit des Herzogtums für die Zukunft verbürgen — Du hast nicht nur für Dich, für die Gegenwart, für das Glück der Gegenwart zu sorgen, Du hast für das Glück der Zukunft Deines Volkes, Deines Landes, die Verantwortung zu tragen. Wenn Du das einfache Mädchen aus dem Volke zu Deiner Gattin erhebst, magst Du selbst glücklich werden, magst Du Dein Volk für einige Jahre beglücken — doch was ist die kurze Zeit Deines Lebens gegen die ganze Zukunft Deines Geschlechtes, Deines Landes, Deines Volkes? Eine Sekunde gegen eine Ewigkeit!"
fast verächtlichen Geberde eine fahle Blässe.
„Fürchten Sie
zu
ab.
Die Herzogin hatte sich mühsam erhoben, die Hand auf den Schreibtisch stützend. Wie eine Priesterin, wie eine Prophetin stand sie vor dem Sohne, dem Herzog, dem Herrn über Leben und Tod, der sein Haupt vor der Größe, der Seelenstärke der erhabenen Frau in Demut beugte.
„Fordere, was Du willst, Mutter, nur das eine nicht, daß ich meiner Liebe untreu werde," flüsterte er.
„Du magst die Liebe zu jenem reinen, unschuldigen Mädchen als ein Heiligtum in Deinem Herzen bewahren, diese Liebe wird Dich besier, wird Dich fähiger machen, Dein Volk zu beglücken. Aber die Welt soll von dieser Liebe, von diesem Deinem Heiligtum nichts erfahren, Dein Volk soll zu Dir emporblicken voll Stolz und Freude, es soll nicht zischeln und flüstern, daß Du ebenso klein und schwach bist, wie der geringsten einer im Lande. Eine neue Zeit ist über die Welt hereingebrochen, eine Zeit des Umsturzes des alten, eine Zeit des Ehrgeizes, der Unzufriedenheit, des Neides, des Hasses, eine Zeit der Schwäche. Da ist es unsere Pflicht auf unserem Posten auszuharren, treu und wahr, unser eigenes Glück aufopfernd dem Glück des Volkes.
Zimmer auf und ab ging.
Ihr mildes Antlitz nahm aber einen strengeren Zug an und ihre mageren, durchsichtig blassen Finger zerknitterten leicht das Papier des Briefes.
„Ich erwarte Deine Mitteilungen," sagte sie ernst.
Der Herzog blieb stehen. „Ich haste Dir nichts mehr
Schweigend blieb auch sie sitzen, die leicht geballte Hand aus den Brief gelegt, den sie vorhin gelesen, als die Oberhofmeisterin das Gemach verlassen und der Herzog erregt im
„Hoheit!"
„Was giebt es, Marie?"
„Seine Hoheit der Herzog wünschen Hoheit zu sprechen.
„Ah, er kommt zur guten Stunde. „Ich lasse bitten.
Der Herzog öffnete bereits die Thür/ heftig, hastig trat er ein, sein dunkles Auge ruhte einen Moment mit sich ehrerbietig verbeugenden
„Fragen Ew. Hoheit Seine Hoheit selbst. Ich bitte . mittzuteilen, nachdem Du die Oberhosmeisterin schon gö- Ew. Hoheit nochmals um Verzeihung." sprachen."
„Schon gut, schon gut — Sie thaten Ihre Pflicht." — „So ist es wahr?
Das Haupt der Herzogin sank tief herab. In ihrem „Ja, es ist wahr - ich J Sben fann"
milden Herzen wallte der Zorn nicht auf, nur ein unendlich wie man nur em remes, unschuldiges Geschöpf lieben kan .
bitteres Schmerzgefühl preßte ihr das Herz zusammen, sollte „Ich danke Dir für diese Worte. Aber wenn Du selbst Elfie wirklich so falsch sein, wie die Oberhofmeistertn es an- die Reinheit, die Unschuld dieses Mädchens anerkennst, hast deutete, sollte sie wirklich den Herzog heimlich zu einer ganz Du gar nicht bedacht, daß Deine unselige Leidenschaft diese
unmöglichen, zu einer im höchsten Grade kompromittierenden Reinheit und Unschuld für alle Zeiten vernichten kann? Heirat veranlassen wollen? . I „Mutter?!"
Noch vor kaum einer Stunde hatte Elsie vor ihr ge- I „Hast Du Dir nicht gesagt, daß ein Wort, ein Blrck,
kniet, hatte ihren ernst-milden Worten mit Thränen der eine Bewegung von Dir hundertmal schärfer beobachtet wird, Rührung, der Ergebung in ihr Geschick gelauscht, hatte ihr hundertmal mehr gilt, als bei einem nicht in Deinem Range in kindlichem Gehorsam und Vertrauen die Hände geküßt/ I stehenden Menschen? Je höher der Mensch steht, desto größere, und von ihr, der mütterlichen Freundin, die nicht ein hartes schwerere Pflichten besitzt er, desto vorsichtiger, desto edler, Wort zu ihr gesprochen, sollte sie fortgegangen sein, um sich j unantastbarer muß sein Leben, sein Denken, sein Handeln sein, in die Arme des Herzogs zn werfen? Nein, nein, das war Mein Sohn, es kann Dir doch niemals in den Sinn kommen, unmöglich! Hier spielte der unglückselige Zufall! Ah, die ernstlich um das Mädchen zu werben/ oder willst Du nur Herzogin kannte das menschliche Herz viel zu gut, als daß I das arme, unschuldige Ding durch ein leichtsinniges, frevles sie Elfie und ihren Sohn, den Herzog, sogleich verdammen Spiel bethören?" A
sollte! Statt Zorn und Verachtung empfand sie nur ein „Nein, Mutter! Tausendmal nein! rief da der Herzog tiefes, menschliches Mitleid mit ihnen, die das allgemeine im heftigsten Schmerz. „Ich werfe die Herzogskrone fort Menschenschick al teilten, schwächer als ihr Herz, als ihre von mir, ich mag nicht leben ohne sie, die ich bis zum Leidenschaft zu sein. Wahnsinn liebe - ich steige herab zu ihr und fordere das
Aber es mußte etwas geschehen. Eine Zeit lang saß I Recht jedes Menschen, das Recht, glücklich zu fern!
die Herzogin in ernstes Sinnen versunken. Endlich atmete I Die Herzogin lächelte ernst. „Thörichte Worte," sprach sie tief auf. sie, „die Dir Deines Herzens Leidenschaft eingiebt. Eine
„Rufen Sie Fräulein Elsie!" I Herzogskrone, ei« Herzogsmantel ist keine Fastnachrsmummerei,
„Wollen Ew. Hoheit nicht mir überlassen, die Ange- bie man „ach Belieben abwerfen kann. Du hast heiligere
legenheit mit der jungen Dame zu regeln? Ew. Hoheit s%e^te Du hast heiligere Pflichten zu erfüllen, als die
" ~ ‘ 1 ~. i hast für ein anderes Glück, ein
... höheres Glück zu sorgen, als für Dein eigenes Glück. Du
»Ich danke Ihnen für b(tk für bag Glück eines ganzen Volkes zu sorgen." rr™ *“ c-—",r | „Und kann ich es nicht, wenn Elsie meine Gattin
nichts, Excellenz," sprach sie kalt. „I-, ------ >
Ihre Mitteilung, ich ersuche Sie indessen, dafür zu sorgen, I ' ' „Und kann ich es daß diese Mitteilung nicht in weitere Kreise gelangt." wird?"
„Ew. Hoheit könnten glauben?" I „Lies diesen Brief, k,. ... .... —---
„2ich glaube, ist meine Angelegenheit. Ich wünsche Kdntgin. Sie kommt in dem Schreiben auf unseren längst jedoch, daß man Fräulein Elsie mit aller Achtung begegnet, de^egten Plan, eine Vermählung zwischen Dir und ihrer die man ihr als meiner treuen Dienerin, als meiner jungen I Tochter, der Prinzessin Charlotte Elisabeth, zurück. Diese Freundin schuldig ist. Und nun lassen Sie Fräulein Elsie | Heirat würde Dein Land, Dein Volk beglücken, ^sie^ würde bitten, zu mir zu kommen." "
Mit einem leichten Neigen des Hauptes verabschiedete
sich die Oberhofmeistertn, die sich stumm verneigte.
In diesem Augenblick trat die Kammerfrau wieder ein, aus ihrem Gesicht den Ausdruck der Unruhe.


