■ - t>92 —
Viedak ion: $. Burkhardt. — Druck und Verlag der Brühl'schen UniAerfitäts-Buch- und Steindruckerei (Pietsch Erben) in Gießen.
Trocknen hat in der Sonne, niemals im Backofen zu geschehen. Vor Regen sind sie zu hüten — sie werden durch Regen grau und unansehnlich, — ebenso dürfen sie nachts nicht dem Tau ausgesetzt werden. Erst wenn die Sonne die Nüsse völlig abgetrocknet hat, sind sie zu lagern. Gut gereinigte und getrocknete Nüsse behalten ihr gutes Aussehen und den angenehmen Geschmack ein volles Jahr.
Aufbewahrung ver Tafettrauben. Nachstehendes Verfahren wird vom „Praktischen Wegweiser", Würzburg, als zweckmäßig und billig empfohlen. Man läßt sich aus Zink lange Kästen machen, die ca. 25 Centim. hoch sind und einen durchlöcherten Deckel haben. Die Kästen werden mit frischem Wasser gefüllt, dem etwas Salz oder Holzkohle zugesetzt ist, damit es nicht faulig wird. Die Trauben werden nun mit einem entsprechend langen Stück der Rebe abgeschnitten und mit dem unteren Ende in die Kästen gesteckt. So aufbewahrt, halten sie sich bis zum Frühjahr. Die Kästen müssen in einem frostfreien, Hellen Zimmer stehen. Billiger ist das Verfahren, wenn man einfache Holzkistchen mit durchlöchertem Deckel nimmt und statt des Wassers nassen Sand. Die Trauben müssen öfters auf faulende oder schimmelnde Beeren durchsucht werden.
Oesundyeitspflege.
Die Brennnessel als Heilpflanze. Der Saft wirkt blutstillend bei offenen Wunden, sowie bei Nasenbluten und Bluthusten, leistet ferner bei Uebelkeit und Erbrechen, Leibschmerzen, Magenkramps, Gelbsucht ganz vorzügliche Dienste. Das Peitschen mit Brennnesseln wurde in früheren Zeiten vielfach angewandt bei Lähmungen, Gicht, Rheumatismus rc. Das betreffende Glied, bezw. die Körperstelle wurde täglich einigemal solange mit frischen Brennnesseln gepeitscht, bis es ganz rot geworden und ein brennendes Gesühl sich einstellte. Der ausgepreßte Saft der kleinen Brennnessel wirkt auch blutstillend und heilend bei Bißwunden von bösartigen Tieren, wie ich aus Erfahrung bezeugen kann. Vor einigen Jahren, als ich eines Abends aus den Reben heimging, kam plötzlich ein großer Hund auf mich zugesprungen und biß mich in die Wade, sodaß es stark blutete. Da ich vorher einmal von jemand erfahren habe, daß Brennnessel bei Bissen von bösen Tieren gut sei, so riß ich schnell entschlossen von einem in der Nähe an einem Rasenbord befindlichen Nesselngebüsch einige Triebe ab und preßte, so gut und viel ich konnte, den Saft derselben auf die Wunde aus, worauf es sofort zu bluten aufhörte. Hernach verband ich die Wunde mit meinem Taschentuch, da ich nichts anderes zur Hand hatte. Dieser Saft muß nicht nur blutstillend, sondern auch fäulnis- und zersetzungswidrig (antiseptisch) wirken, denn die Wunde heilte rasch zu, ohne daß sich Eiter oder „wildes Fleisch" gebildet hätte. Brennnesselsaft oder -Tinktur (in jeder Apotheke ist letztere erhältlich) ist umsomehr bei allen größeren Wunden als blutstillendes Mittel zu empfehlen, als es gegenüber den meisten anderen Mitteln dieser Art den Vorzug verdient, indem bei dessen Anwendung das Blut sogleich ein weiches, zusammenhängendes Gerinnsel bildet, hierdurch die Wunde völlig von der, die Zersetzung befördernden atmosphärischen Luft abgeschlossen wird, was natürlich eine rasche Zuheilung derselben ungemein begünstigt, während bei den meisten anderen blutstillenden Mitteln das sich bildende Blutgerinnsel eine bröckelige, rissige Oberfläche zeigt, sodaß die Luft viel eher in die Wunde eindringen kann, was natürlich eine Heilung sehr erschwert und verzögert.
Aür die Küche.
Hammelzungen mit Tomatensance. Einige frische Hammelzungen werden in gesalzenem Wasser abgekocht, abgezogen, halbiert, mit Salz und Pfeffer bestreut, in Ei und Reibbrot gewendet und in heißem Schmalz gebacken. Ein Dutzend frische Tomaten, die man quer durchschnitten
hat, werden mit einem Stückchen Butter und einem Glase Rotwein gedämpft, worauf man zwei Schöpflöffel braune Sauce auffüllt und mit einem Stückchen Lorbeerblatt, dem nötigen Salz, etwas weißem Pfeffer und Zitronensaft noch i/i Stunde kochen läßt. Nachdem die Sauce durchpassiert, verfeinert man sie mit etwas Maggi, verdünnt sie, salls zu dick, mit Wein und reicht sie zu den gebackenen Zungen.
Schweinsfilet mit Weißkraut. Ein fester Weißkrautkopf wird außen abgeblättert, vom Strunk und den dickeren Blattrippen befreit und fein eingeschnitten bezw. gehobelt. Dann wird das Kraut in 125 Gramm Gänse- oder gutem Schweinefett mit einer feingeschnittenen Zwiebel, Salz, weißem Pfeffer und einem Glafe Essig weichgedämpft, mit einem Kochlöffel Mehl gestäubt und nach einigen Minuten mit etwas Fleischbrühe oder nur heißem Wasser verdünnt, zu einem dicken Gemüse eingekocht. Nach Belieben gibt man Kümmel daran. Mit etwas Maggi gehoben und mit einem Glase gewöhnlichen Weißweins verfeinert, gibt man das Kraut mit gebratenem Schweinsfilet zu Tische.
Geschmorter Schellfisch. 10 Personen. Bereitungszeit l1 /, Stunden. Zuthaten: 2ya Kilo Schellfisch, 200 Gramm Butter, 50 Gramm Mehl, ‘/s Liter saure Sahne, */4 Liter kräftige Brühe aus Liebigs Fleisch-Extrakt, zwei mittelgroße geschnittene Zwiebeln, zwei Theelöffel gewiegte Petersilie, eine Prise Pfeffer, Salz nach Geschmack. — Nachdem die Fifche geschuppt und gut gereinigt worden sind, schneidet man sie in passende Stücke und läßt sie, mit Zwiebeln, Salz und Pfeffer bestreut, eine halbe Stunde zugedeckt stehen. Dann wird die Butter im Topf zerlaffen und leicht gebräunt, die mit Mehl überpuderten Fischstücke werden hinzugegeben, kurze Zeit geschmort, zuerst mit der Brühe aus Liebigs Fleisch-Extrakt übergossen, und sobald sie anfangen, weich zu werden, mit der sauren Sahne, die man mit etwa einem Theelöffel voll des angegebenen Mehls verquirlt. Kurz vor dem Anrichten wird die Petersilie übergestreut und der Fisch in der gut semigen Sauce serviert.
Literarisches.
Der Daheim Kalender für 1900 trägt dem Schluß des Jahrhunderts ausgiebig Rechnung. Otto Funcke weist in einem Aufsatz: „Fröhliche Gedanken am Ende des Jahrhunderts" nach, daß wir auch in kirchlicher Beziehung dankbar auf das zu Ende gehende Jahrhundert zurückblicken können. Th. H. Pantenius gibt unter demselben Gesichtspunkt einen reich illustrierten, kurzen Ueberblick über die Geschichte Deutschlands von 1800 bis 1900. Julius Stinde behandelt die Fortschritte der Naturwissenschaften, Hans von Spielberg den der Verkehrsmittel. Von den drei Erzählungen spielt „Auch ein Meisterstück" von H. v. Krause, mit Illustrationen von W. Zehme, in der Zeit des Zunftwesens, während „Die Hasenschlinge" von Ernst Muelien- bach und „Des Liftjungen Glück" von Hanns von Zabeltitz, mit Illustrationen von A. Mandlick, frisch aus dem Leben der Gegenwart gegriffene Themata behandeln. Der Frauen-Kalender bringt eine große Anzahl meist reichillustrierter Artikel, die sich insbesondere an die Fronen wenden. Auch der Kinderstube ist ein besonderer Abschnitt gewidmet. Der bildliche Schmuck des Kalenders ist wie immer sehr reich und eigenartig. Besonders hübsch sind die, vier Vögel darstellenden Aquarelle von Eh. Votteler. So eignet sich der Daheim-Kalender auch in diesem Jahre wieder vorzüglich dazu, als Weihnachtsgeschenk verwendet zu werden.
Magisches Dreieck.
(Nachdruck verboten.)
In die Felder nebenstehender Figur sind die Buchstaben a a, b b, d, e e, 1 1, n n, r r, u tt derart einzutragcn, daß die einander entsprechenden wagerechten und senkrechten Reihen gleichlautend folgendes bezeichnen:
1. Biblischen Namen.
2. Ein Gebirge.
3. Mittel zur Förderung der Gesundheit.
4. Teil von Belgien.
5. Einen Buchstaben.
(Auflösung folgt in nächster Nummer.)
Auflösung des Tauschrätsels in voriger Nummer: Franz — Iller — Dachs — Eber — Zeder — Ilm — Ostern;
Fidelio.


