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wo der Rennwolf durch den Schneeschuh wie umgekehrt Ersatz finden könnte. ?er Schneeschneider stellt in seiner Gestalt einen einkufigen Rennwolf dar, dessen eigenartig geformte Kufe etwa 10 Centimerer breit und 2^ Meter lang ist. Derselbe wird wie dieser mittelst Schlittensporen fortbewegt und ist sowohl auf Chausseen, schneefreien und schneebedeckten Eisflächen re. wo der Rennwolf benutzt wird, aber seiner breiten Unterlage wegen auch in höheren Schneelagen und auf unwegsameren Pfaden, wo man Schneeschuhe nicht verwenden möchte, bei tief ausgeprägten und ungleichen Geleisen, wie man sie z. B. in Rußland vielfach findet, am Platze. Derselbe ist zusammenklappbar, nur aus einem Teile bestehend, etwa 6 Kilo schwer und daher leichter zu transportieren wie jedes andere Wintersportgerät. Fahren mit dem Schneeschneider erfordert weniger Gewandtheit wie das Schneeschuhlaufen, aber etwas mehr als das Rennwolffahren, doch geht der Schneeschneider bei geeigneten Schneelagen leichter wie der Rennwolf, und ist namentlich das Kurvenfahren bei einiger Gewandtheit bequem auszuführen. Die Geschwindigkeit wechselt je nach der Fahrbahn zwischen 10 bis 20 Kilometer in der Stunde.
Speziell für das „camping out“ dürfte derselbe vielfach Verwendung finden, da es sich hier weniger um das unter allen Umständen schnelle, als vielmehr um das sichere Fortkommen handelt, ebenso beim Zurücklegen weiter Strecken, auf denen Eis und Schnee abwechseln, ist der Schneeschneider besonders geeignet, der überdies so leicht ist, daß er über unfahrbares Terrain selbst längere Zeit ohne Beschwerde getragen oder geschoben werden kann.
Auch für den kanadischen Schneeschuh, welchen die Indianer Nordamerikas im Winter zu ihren Streifzügen benutzen, tritt der „Wintersportverlag" in Berlin SW. 46, der im Interesse der Sache übrigens eine illustrierte Broschüre über alle Wintersports auf Wunsch gratis versendet, ein, derselbe besteht aus einem eigenartig geformten nach vorn aufgebogenen Holzrahmen, der durch zwei Querleisten versteift und mit einem aus — besonders präparierten — Tierhäuten kunstvoll hcrgestellten Geflecht versehen ist- derselbe findet auch vielfach als Zimmerschmuck Verwendung. Die Fortbewegung beaniorucht keine besondere Hebung und besteht in einem halb Lausen — halb Schleifen, was man wohl mit dem Ausdruck trollen bezeichnen möchte, nur muß man eie Beine etwas gespreizt halten, um nicht mit dem einen Swneeschuh auf den anderen zu treten.
Seme Verwendung ist da am Platz, wo man etwas besseres zum schnelleren Fortkommen wünscht, als die bisher benutzten Schneereifen und Trugger boten, speziell im Hochgebirge, wenn viele abschüssige Wände vorhanden sind, oder in dichten Waldbeständen, wo man mit dem Schneeschuh seiner Länge wegen schlecht durchkommen kann. Da das Gewicht von einem Paar kanadischen Schneeschuhen nur etwas mehr als 1 Kilo und die Länge circa 1 Meter beträgt, so lassen sich dieselben äußerst leicht und bequem transportieren und bet größeren Schneeschuhtouren vorzüglich als Rejerveschuhe verwenden. Auf die weiteren Geräte wie Sportschlitten rc. einzugehen, mag einer späteren Zeit Vorbehalten bleiben.
Gemeinnütziges.
Pariser Putz- und Polierpulver fite Metalle. ' an mrscht in pulverförmigem Zustande 50 Teile Magnesia, 43 Teile kohlensaure Magnesia und 7 Teile rotes Eisenoxyd.
Leim, flüssiger. Man löst 2i/4 Pfund guten Fischleim in einem glasierten, irdenen Topfe im Wasserbade auf, indem man von Zeit zu Zeit umrührt. Nachdem aller Leim zergangen ist, gießt man portionsweise nach und nach 195 Gramm Salpetersäure hinein. Dieser Zusatz bewirkt
ein Ausbrausen, weil sich Unterfalpetersäure bildet. Nachdem alle Säure eingegossen ist, nimmt man das Gefäß aus dem Wasserbade und läßt es langsam erkalten. Derartig bereiteter Leim bleibt flüssig und über zwei Jahre haltbar.
Wotthandschuhe zu wasche«. Die jetzt sehr in Aufnahme gekommenen weißen und Hellen Wollhandschuhe wäscht man am besten selbst und zwar mit Gallseife in lauem Wasser, auf keinen Fall darf kochendes Wasser verwendet werden, da dieses die Wolle verfilzt.
Fettflecke aus verschiedensten Stoffen zu entfernen, wäscht man letztere mit folgender Auflösung, welche sich in einer Flache mit Leichtigkeit hält: 30 Gramm Pulverisierter Borax und 15 Gramm Kampher in 250 Gramm kochendem Wasser. Die Flecken werden mit dieser Flüssigkeit benetzt, leicht gerieben und in lauern Wasser vollends gereinigt.
Gute schwarze Tiute selbst zu bereite«. 40 Gramm grob gestoßene Galläpfel, 30 Gramm Eisenvitriol, 20 Gramm Gummiarabikum schüttet man in eine Rotweinflasche und füllt diese mit Wasser. Die Mischung läßt man unter öfterem Umschütteln etwa acht Tage stehen und zieht sie sodann sorgfältig ab.
Ei« wirksames Mittel gege« Wanze« in Bettstellen ist die Essigsäure, welche man mit einer Glasspütze in die Fugen und Ecken einspritzt. Weitere Vorbeugungsmittel find: Petroleum, echtes Insektenpulver, Karbolsäure. Am sichersten erreicht man den Zweck durch Absuchen der verdächtigen Stellen hinter den Tapeten, in Schränken und Bettzeug, durch häufiges Auslüften und Ausklopfen des letzteren- wie überhaupt Licht und Luft die schlimmsten Feinde jedweden Ungeziefers sind.
Neid und Harten.
Für Bobe«verbefferu«g gilt von alters her der Grundsatz, schweren Boden durch Sand, leichten durch Lehm und dergleichen zu verbessern. Dies gilt für Land- wie für Gartenbau. Hierzu ist noch jetzt bet gefrorenem Boden gute Zeit. Sandboden wird durch Untermischung von Lehm, Mergel und Kuhdung bald zu sehr ertragfähigem Lande, während Pferdedung wieder in schwereren Bodenarten durch Erwärmung und Lockerung Nutzen bringt. Bei schwerem Boden empfiehlt es sich beim Hauen der Halmfrüchte die Stoppel recht lang stehen zu laffen und nicht zu kurz über der Erde abzumähen. Lange Stoppel lockern den Boden ungemein.
Wlumenpflege.
Knochenstücke als Unterlage für Töpfe statt der Scherbe«, um einen gehörigen Wafferabzug zu sichern, haben stey ausgezeichnet bewährt. Die Wurzeln der Pflanzen eignen sich Nährstoffe derselben an, wie man beim Umsetzen der Pflanzen leicht wahrnehmen kann, und die Entwicklung solcher Gewächse ist rascher und kräftiger als bei anderen, die nicht so behandelt sind. Da in jeder Haushaltung Knochen abfallen, die man, etwas klein geschlagen, verwenden kann, so ist dies Mittel kostenlos.
Humoristisches.
Kindliche Logik. Papa, wo bleiben denn all' die Zigarrenspitzen?" — „Die werden gesammelt und arme Waisenkinder davon gekleidet." — „Ach, deshalb riecht Max auch immer nach Tabak."
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Modern. Herr (zum Leihbibliotheksbefitzer): „Ich dachte stets, Ihr Geschäft sei gut, und Sie wollen es auf- geben ?" — „Ach, hören S' mir auf, wenn heutzutage ein Kunde zwei bis drei Bände gelesen, ' fängt er schon an, selbst zu schreiben.
Redaktion: 6. Burkhardt. — Druck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei (Pietsch Erben) in Gießen.


