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über war das Wetter schön, bei schwachem oder gar keinem Winde.

Wir fanden das Gold in Kisten, welche mit eisernen Platten und ebensolchen Bändern versehen waren. Es waren Zwei davon vorhanden. Aus der ersten Kiste, deren Oeffnen einen ganzen Vormittag in Anspruch nahm, hoben wir die Sovereigns in Leinwandbeuteln, jeder derselben enthielt tausend Stück. Es war daher ein leichtes, sie auf's Vorder­deck und von dort ans Ufer zu schaffen. Zwanzig Beutel trugen wir hinüber. In der andern Kiste befanden sich Goldbarren, einer über den andern gepackt, wie Seifen­stangen. Sie sahen aus wie Kupfer, waren schmutzig und ohne Glanz, ihr Gewicht aber verriet ihren Wert. Wir trugen einen nach dem andern ans Land, bis sie alle in einem Haufen auf dem Sande lagen.

(Fortsetzung folgt.)

Vom Monat Mai.

Im Monat Mai bietet der Markt mit seinem Blüten- flor und durch das reichliche Erscheinen der jungen Gemüse einen sehr angenehm veränderten herzerfreuenden Anblick. Obgleich die frischen Gemüse besonders zu Anfang des Monats noch nicht billig genannt werden können, ist es für die Hausfrau, deren Etat nichts gegen eine größere Ausgabe einzuweuden hat, eine Freude, ihre Einkäufe auf dem Markte selbst zu besorgen.

Von Woche zu Woche bietet der Mai größere Mannig­faltigkeit der Frühlingsprodukte. Unter allen das Wichtigste und Geschätzteste ist der Spargel, der zwar anfangs noch teuer ist, aber bei für sein Wachstum günstigen Witterungs­verhältnissen im Laufe des Monats reichlicher kommt, dann billiger, und somit auch für den einfach bürgerlichen Tisch erreichbar wird. Spargelesser, die nicht zu großes Gewicht auf elegantes Aussehen legen, kaufen immer den kurz ge­stochenen Spargel, da ja die unteren Enden fast immer hart sind. In den eigentlichen Spargelländern fügt man dem Wasser zum Kochen des Spargels eine kleine Dosis Zucker bei, um den Wohlgeschmack zu erhöhen.

Dem Spargel schließen sich junge Kohlrabi und junge Karotten an. Aus dem schönen Süden sind bereits die ersten Schoten eingetroffen, welche wir über Triest von Mittelitalien durch so vorteilhafte Transportverbindungen erhalten, daß dieselben noch vollkommen frisch hier eintreffen. Da auch schon in der zweiten Hälfte des Mai hiesiger Blumenkohl (Erfurter Treibcarviol) auf dem Markte erscheint, Morcheln auch noch vorhanden und Karotten billiger sind, so ist ein buntes Gemüse aus nur frischen Beigaben eine jetzt sehr zu beachtende Speise. Man verwendet dazu junge Kohlrabi, einen mittelgroßen Kopf Blumenkohl, junge Karot­ten, Schotenkörner, Spargel und Morcheln. Die Gemüse werden geputzt, der Spargel in Stücke geschnitten, der Blumenkohl zerteilt, die kleinen Karotten jedoch ganz ge­lassen und die Kohlrabi in Scheiben geschnitten. Alle Gemüse, die Blätter des Kohlrabi mit eingeschlosfen, werden jedes für sich in leichtem Salzwaffer halb gar gekocht. Die gut gesäuberten Morcheln werden gebrüht, mit kaltem Wasser aufgesetzt, gut abgekocht und das Wasser abgegossen. Es wird reichlich Butter erhitzt, ein Eßlöffel gehackte grüne Petersilie, die Gemüse, die Kohlrabiblätter fein gewiegt, so wie auch die Morcheln hineingethan. Man fügt etwas Muskatnuß, nach Geschmack, ein wenig Zucker und Salz bei, stäubt es mit Mehl an und löst 7 Gramm Liebigs Fleisch-Extrakt in kochendem Wasser auf, schüttet dieses über das Gemüse, das man so leicht sämig kochen läßt.

Der immer hochgeschätzte Spinat, dieses früheste und gesündeste frische Gemüse, ist noch in Menge vorhanden. Aus den Treibhäusern kommen die ersten grünen Schnitt-

und Prinzeßbohnen, die noch sehr teuer und fast aus­schließlich nur in den Delikateßläden zu haben sind. Für den bürgerlichen Haushalt gewährt dieses Gemüse wohl erst den rechten Genuß, wenn es auf eine Hand voll mehr nicht ankommt.

Von fremdländischer Einfuhr sind noch französische Artischocken mit sehr fleischigen Böden zu erwähnen. Ebenso liegen schon Tomaten, meist französische und italienische Ware, in voller Reife aus, welche eine vorzügliche und beliebte Würze für Fleisch, Saucen, Suppen und Gemüse sind. An Kartoffeln sind die guten Malta- und franzö­sischen Nierenkartoffeln in bester Ware vorhanden. Dill-, Körbel-, oder Kerbelkraut und grüne Petersilie werden aus den bäuerlichen Gemüsegärten in Menge angeboten. Peter­silie ist für jetzt noch Schnittware von überwinterten Wurzeln, so daß noch keine Sorge um Verwechselung mit der jetzt schon recht hohen Hundspetersilie ist. Sehr aro­matisch ist jetzt Kerbelkraut als Zuthat zu Saucen und zu der so beliebten Kerbelsuppe mit Spargel. Man kocht eine Hand voll klein gebrochenen Suppenspargel in 2 Liter Wasser weich, thut 2 Eßlöffel in Butter gelb geröstetes Mehl und 10 Gramm Liebigs Fleisch-Extrakt hinzu und läßt die Suppe seimig kochen. Dann thut man nach Geschmack fein gehacktes Kerbelkrant hinzu und zieht die Suppe mit zwei Eidottern, die man mit zwei Eßlöffeln Sahne verquirlt hat, ab.

Frische einheimische Treibhaus- und Frühbeetgurken sind schon recht billig geworden, und der Kopfsalat, der seit Wochen dieselbe Preishöhe gehalten, ist bedeutend herabge­gangen. Der Kompottmarkt bietet neben reichlicher Zufuhr von Rhabarberstielen die ersten Stachelbeeren, sowie italie­nischen Kirschen in nicht zu hoher Preislage.

Noch dürfen die bereits erwähnten Morcheln bis Ende Mai vorhalten, und wer Morcheln trocknen will, nütze den billigen Preis. Champignons kommen reichlich und in Prachtware und geben Liebhabern dieses Edelpilzes Gelegenheit, ihn auch als Gemüse zu genießen.

Da an jungen Hühnern, Backhähnchen und jungen Tauben kein Mangel ist, so ist das-für den Feinschmecker beliebte Gericht: Junges Huhn mit Champignon gut herzu­stellen. Zwei bis drei gereinigte junge Hühner werden mit Wurzeln, Schalotten, Speckstreifen, etwas Salz und einigen Pfefferkörnern in eigner Brühe kurz eingedämpft. Inzwischen dünstet man einige Dutzend gut geputzter Champignons in frischer Butter, bestäubt sie mit Mehl, übergießt sie mit Brühe aus 5 Gramm Liebigs Fleisch-Ertrakt, V2 Glas Weißwein, dem Saft einer halben Zitrone und verkocht dies zu einer Sauce, die man über die Hühner anrichtet. An Mastgeflügel sind junge Hamburger Enten und junge Gänse voll ausgereift und fleischig am Platz. Der Fisch­markt beginnt für frische Fische langsam in die Sommer­preise einzutreten. Die Auswahl an Fischen ist fast noch unbeschränkt, sowohl in See- als auch in Flußfischen. Her­vorragend fein ist holländischer Steinbutt, Seezunge und Aal. In kräftiger, lebender Ware sind Hummern zu mäßigen Preisen vorhanden. Das Fleisch derselben ist, von Ostern bis Johanni am wohlschmeckendsten. Zu den bisher nur aus G alizien eingetroffenen Krebsen treten jetzt auch unsere viel dunkler gefärbten Bach- und Flußkrebse hinzu, welche in allen Größen und durchaus preiswert zu haben sind.

Das Wildgeflügel ist fast auf Null zusammengeschrumpft, nur hin und wieder sieht man eine Schnepfe, ein Birkhuhn oder eine Wildente. Von anfang Mai an dürfen Reh­böcke geschossen werden und da die Zeit der Diners vorüber ist, lassen die Wiltprethändler gern für Rücken und Keule gleiche Preise gelten.