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Armut zuwege. Der Schweiß des Angesichts ist der einzige Stoff, aus dem man Gold machen kann. Wer nicht schwitzen will, wird auch nicht besitzen. Wer Vogeleier haben will, muß auf den Baum Heitern. Von aufgestreiften Hemd­ärmeln kommt man zu einem feinen Tuchrock, und wer sich nicht schämt, die Schürze zu tragen, wird bald ohne sie ein­hergehen können.

Glaubt mir, vorwärts kommt man nur Schritt für Schritt; hofft nicht, mit einem Sprung reich zu werden. Man mag noch so gierig sein nach reichem Gewinn, der Geldhansen wird darum nicht größer. Langsam und sicher ist besser als schnell und wankend. Der tägliche Gewinn beharrlicher Arbeit macht einen Menschen viel reicher, als dann und wann eine glückliche Spekulation. Kleine Fische schmecken süß. Eine Kleinigkeit mehr, ist doch etwas mehr wie das Schwein sagte, als es nach einer Mücke schnappte.

Jeden Tag einen Faden, macht im Jahre einen Strang. Ein Stein auf den andern gelegt macht 'ein Haus. Erst soll man kriechen, ehe man geht, und gehen, ehe man läuft, und laufen, ehe man führt. Je mehr man eilt, reich zu werden, desto langsamer kommt man dazu. Eile fällt über ihre eigenen Füße. Schnelle Kletterer fallen plötzlich auf die Erde.

Ein Geschäft anfangen ohne Kapital, ist nicht gut. Mit leeren Taschen handeln, ist schwer. Man muß ein Nest- Ei haben, denn Hennen legen ihre Eier dahin, wo schon welche sind. Freilich muß man backen mit dem Mehl, was man hat; wenn aber der Sack leer ist, so thut man wohl daran, sich nicht für einen Bäcker auszugeben. Ziegel­streichen ohne Stroh ist leicht im Vergleich mit Geld verdienen, wenn man kein Geld zum anfangen hat. Bleibe noch ein wenig länger Geselle, mein junger Freund, bis Du Dir erst einige Thaler gespart hast, stiege, wenn Du Federn bekommen hast; versuchst Du es aber zu früh, so wirst Du dem jungen Raben gleichen, der sich den Hals brach, weil er fliegen wollte, ehe er flügge geworden war. Handeln ohne Geld, heißt Häuser bauen ohne Stein, Feuer anmachen ohne Späne, Kerzen brennen ohne Docht; man versncht's dann bald mit diesem oder jenem Kniff und strandet dann schließ­lich an einem Riff.

Weber Waschmittel?)

Die Wäsche ist für die Hausfrau eine der wichtigsten Besorgungen, von deren genauer Kenntnis unendlich viel abhängt, sowohl in Bezug auf den Geldbeutel, als in Bezug auf die Gesundheit und das Wohlbe­finden der ganzen Familie. Umsomehr nimmt es daher auch Wunder, daß noch recht viele Hausfrauen sich um die Art des Waschens, die Be­schaffenheit des verwendeten Reinigungsmaterials herzlich wenig kümmern, nur höchst erstaunt sind, wenn einerseits die Wäsche nicht rein genug ausfällt, andererseits sehr stark mitgenommen wird. Die Art des Waschens, die Art des zur Verwendung gelangenden Reinigungsmittels aber ist es ausschließlich, die ergiebt, wie rein von Flecken und gesund­heitsschädlichen Stoffen die Wäsche ausfüllt, wie weiß sie wird und wie lange sie uns erhalten bleibt. Das Material, das der Reinigung der Wäsche dient, ist die Seife, aber da bekanntlich nicht alle Unreinheiten, nicht alle Flecke mittels der gewöhnlichen Seife zu entfernen sind, anderseits das Verlangen der Hausfrau nach einer absolut reinen weißen Wäsche ein nur zu wohlbegründetes ist, so müssen anderweitige Reinigungsmittel herhalten, um die Wirkung der Wäsche zu unterstützen. Sofern nun diese Miitel nicht aus stark ätzenden Substanzen wie dem von Waschfrauen mit Vorliebe benutzten Chlorkalk oder dem hinter dem Rücken der Hausfrau so gern verwendeten Eau de Javelle bestehen, ist die Anwendung eines Reinigungsmittels nicht nur nicht zu verwerfen, sondern direkt geboten. Es resultiert dies daraus, daß die Reinigung der Wäsche weit weniger, wie so manche Hausfrauen meinen, eine mechanische Arbeit ist, sondern zum weitaus größten Teile eine chemische, daß eg somit nicht so sehr darauf ankommt, wie stark die körperliche Kraft ist, die beim Waschen ausgeübt wird, sondern darauf vornehmlich, wie die Art der chemischen Einwirkung auf Unreinheiten und Flecke ist, wie ausgiebig und schnell diese gelockert und gelöst werden und wie groß

* Separatabdruck aus Hamburgische Hausfrauen - Zeitung 1898. Nr. 279.

die Bleichkrast ist. Mit der gewöhnlichen Waschseife allein können wir somit auch niemals eine von allem Schmutze, allen Unreinigkeiten völlig freie und weiße Wäsche erzielen, denn diese hat, abgesehen von ihren Verfälschungen, von ihrem oft allzureichen Wassergehalte, der bekanntlich in manchen Seifen Über die Hälfte ihres Gewichts beträgt, gar keine besonders hohe chemische Einwirkung auf den Schmutz der Wäsche und überläßt die Hauptarbeit der mechanischen Kraft des Durchwaschens und Ausreibens. Allein auch das kräftigste Durchwaschen ist in den meisten Fällen nicht imstande eine wirklich saubere und weiße Wäsche zu er­geben, ganz abgesehen davon, daß ein allzu kräftiges Ausreiben den Wäschestücken nicht zum besonderen Vorteile gereicht. Kein Wunder somit auch, daß bi» Hausfrau allen Waschmittelanpreisungen nur zu gern Glauben zu schenken geneigt ist. Von einer Freundin wird ihr Petroleum als das Vorzüglichste anempfohlen. Flugs wird dasselbe in Anwendung gebracht, aber auch nur zu bald eingesehen, daß die Wäsche, die der Freundin als schön weiß erscheint, ihrem Auge gelblich weiß dünkt, eine andere Freundin hingegen will soeben bei der ersten An­wendung eines mächtig angepriesenen Waschpulvers brillanten Erfolg erzielt haben und empfiehlt wieder nur dieses. Erste Wäsche in der That wirklich gut, aber leider stellt sich's gar bald heraus, daß die Wäsche infolge natürlich verschwiegener Bestandteile dieses Waschpulvers einen bräunliche Ton annimmt, daß auch die Kochzeit eine allzulange, was auf die Gewebefasern nicht allzu günstig einwirkt. Und so geht es mit unendlich vielen anderen Wasch- und Reinigungsmitteln, die An­preisung stets großartig, das Resultat minder großartig oder gar nicht großartig. Die meisten dieser Reinigungsmittel zählen eben zu den Geheimmitteln und sind meistens viel zu teuer erkauft. Da ist z. B. die Bleichsoda, mit der, wenn sie nicht aus reellen Fabriken stammt die Hausfrau die erhoffte Wirkung vergeblich zu erreichen bestrebt ist.

Was ist eigentlich Bleichsoda, was wird unter solcher ver­standen? Nun, wie ein interessanter Prozeß ergeben hat, verstand ein Fabrikant unter diesem Namen eine einfache Soda. Da nun aber wie allgemein bekannt, die Soda nicht die geringste bleichende Kraft besitzt, ist auch die Bezeichnung einer einfachen Soda mit dem Namen Bleich­soda eine recht gewagte, kann ihr rechtlich gar nicht beigelegt werden. Ein Sodafabrikat kann einzig und allein nur dann die Bezeichnung Bleichsoda führen, wenn es auch mit einem anderen Stoffe, der bleichend auf die Wäsche einwirkt, in Verbindung gebracht ist. So enthält die rühmlichst bekannte Henkel'sche Bleichsoda außer Soda als Haupt­bestandteil auch noch Wasserglas. Diese Verbindung der Soda mit Wasserglas berechtigt denn auch vornehmlich das Henkel'sche Fabrikat mit vollkommenstem Recht zur Führung der Bezeichnung Bleichsoda, denn das Wasserglas nimmt längst in der Industrie eine hervorragende Stelle als Bleichmittel ein und Übt, wie zahlreiche Versuche ergeben haben, namentlich auf die Leinenfasern eine stark bleichende, also sie schön weiß erscheinen lassende Wirkung aus. Mit der Henkel'schen Bleichsoda ist demgemäß auch der Hausfrau ein Reinigungsmittel geboten, das über­aus geeignet zur Reinigung der Wäsche von Schmutz und Unreinheiten, zum schönen Weißwerden derselben erscheint, und das zudem auch den großen Vorzug der Billigkeit besitzt und der Hausfrau die Sicherheit bietet, daß sie sich mit demselben nicht verkauft, daß vielmehr die An­wendung dieses Reinigungs- und Bleichmittels ihr auch wirklich die erstrebte Wirkung zuteil werden läßt. Es liegt dies eben begründet in der sehr zweckentsprechenden Vereinigung und dem sehr zweckentsprechen­den Mischungsverhältnisse, in welchem sich in der Henkel'schen Bleich­soda Wasserglas und Soda befinden. Ersteres ist, wie schon gesagt, ein gerade für Wäsche ganz indiziertes Bleichmittel, während die letztere schon seit altersher als Reinigungsmittel geschätzt ist. Wohl keine Hausfrau entbehrt der Soda, wenn es gilt, Flecke und Unreinigkeiten, welche die Seife nicht allein zu lösen vermag, zu ent­fernen. Die Soda wirkt eben in weit höherem Grade reinigend als die Seife, ohne dabei doch selbst auf feinere Wäsche, sofern nur die nötige Vorsicht nicht außer Acht gelassen wird, nicht unnatürlich starke Laugen zur Verwendung kommen, ein sorgfältiges Nachspülen erfolgt, irgend welche schädliche Wirkung auszuüben. Die Soda macht, wie allgemein bekannt, hartes Wasser weich und erhöht den Wirkungsgrad der Seife, da nun nicht mehr der Kalk des Wassers sich mit der Fett­säure der Seife unlöslicher und daher absolut wirkungsloser Kalkseife verbinden kann. Die Henkel'sche Bleichsoda ist somit auch ein Reinigungs­mittel, das nur bestens empfohlen werden kann und das uns um so sympathischer ist, als man weiß, was dasselbe enthält, was bei gar vielen anderen Waschpräparaten eben nicht der Fall ist. Die Hausfrau kann mit Anwendung solcher recht häßlich reinfallen, und wenn dieselben zum Zwecke der angepriesenen überaus schnellen und völligen Reinigungs­kraft stark ätzende Substanzen in sich schließen, den größten Schaden vurch einen vorzeitigen Verfall der Wäsche erleiden, dazu kommt, daß gar viele einen unverhältnismäßig hohen Preis haben,. im Gegensatz zu der Henkel'schen Bleichsoda, die neben ihrer hohen Reinigungskraft, der völligen Reellität und vorzüglichen Beschaffenheit ihrer Rohmaterialien auch noch den großen Vorzug der Billigkeit aufweist. Also Vorsicht, große Vorsicht, und wenn man nicht erst durch Schaden klug werden will, dann beherzige man recht sehr, was ich eben im Interesse der lieben Hausfrauen ausführte. Dr. R. Song.

Redaktion: 8. Burkhardt. Druck uno Verlag der Brühl'fchen Universitäts-Buch- und Steindruckerei (Pietsch Erben) in Gießen.