K79

Nachdruck verboten.

Schuldig.

Srzählung von F. Arnefelbt.

(Fortsetzung.)

Der Kommerzienrat schauderte.Willst Du mich zu Deinem Mitschuldigen machen? Habe ich jemals durch ein Wort, durch einen Blick Dir Anlaß gegeben"

Nein, nein !" versicherte sie,hier in Gegenwart Deines Sohnes spreche ich Dich frei von jeder Schuld. Ach, glaube mir doch nur, daß ich es nur that, weil ich Dich so grenzen­los liebte weil ich Dich der anderen nicht gönnte nicht -veil Dein Reichtum mich lockte."

Sie hatte in Absätzen, mit schwächer werdender Stimme gesprochen. Ihr Gesicht ward purpurrot, und diese Röte ging allmählich in eine fahle Bläffe über- die Pupille er­weiterte sich. Ihr Aussehen war entsetzlich.

Gebt mir zu trinken!" stöhnte sie.

Hans Helldorf rührte sich nicht, aber sein Vater trat zu einem Settentisch, füllte aus einer dort stehenden Karaffe mit Wasser ein daneben befindliches Glas und hielt es der Unglücklichen an den Mund. Sie versuchte zu trinken, aber es war ihr unmöglich etwas hinunter zu bringen. Dagegen haschte sie nach des Gatten Hand und hielt sie fest.

Konstantin wenn Du wüßtest was ich gelitten habe!" stammelte sie, mühsam die Worte hervorstoßend. Keine ruhige Stunde hatte ich an Deiner Seite zwischen mir und Dir stand ihr Gespenst! Immer fürch­tete ich, es würde mir geschehen wie ich ihr gethan! Konstantin Hans sagt sagt daß Ihr mir verzeiht!"

Es waren die letzten vernehmbaren Worte, welche die unselige Frau hervorzubringen vermochte. Krämpfe durch­schüttelten ihren Körper, mit gräßlichem Stöhnen wand sie sich am Boden. Ratlos, entsetzt sahen Vater und Sohn diesem furchtbaren Schauspiele zu.

Es war wie eine Befreiung, als der inzwischen durch den Diener herbeigerufene Arzt nun endlich erschien. Er vermochte der dem Tode Verfallenen keine Rettung mehr zu bringen, ihr nicht einmal mehr Linderung zu verschaffen. Schweigend, schaudernd konnte er nur dem furchtbaren Todes­kampfe zuschauen und dem Kommerzienrat die Beruhigung geben, wenn es eine solche war, daß kein Mittel, und wäre es auch im ersten Augenblicke angewandt, die tätlichen Folgen des Giftes hätte aufheben können.

Ein Fläschchen, in welchem sich noch ein kleiner Rest befand, stand auf dem Schreibtisch; es enthielt Atropin. Die Kommerzienrätin mußte seinen Inhalt in dem Augen­blicke geleert haben, als die Thür ihres Zimmers den Werk­zeugen des Schlossers gewichen war.

Abscheuliche Nachlässigkeit, die solche Gifte als Schön­heitsmittel in die Hände der Frauen gelangen läßt," murmelte der schon bejahrte Mediziner, sah aber sogleich ein, daß hier nicht der Ort war, eine derartige Bemerkung all­gemeiner Art zu machen,- eine furchtbar Frmilien-Tragödie spielte in diesem Zimmer und bildete einen schreienden Gegen­satz zu der luxuriösen Einrichtung derselben.

Die Sterbende lag jetzt ganz still. Die Sehkraft der Augen war bereits erloschen, aber das Ohr schien noch zu hören und angestrengt zu lauschen, die zuckende Hand tastete umher, und jetzt formten die aschbleichen, gesprungenen Lippen noch einmal ein Wort:

Konstantin!"

Ihr Gatte vernahm es mehr mit dem Herzen als mit dem Ohr, und ein tiefes Erbarmen ergriff ihn. Sich nieder» beugend flüsterte er:Ich verzeihe Dir, stirb in Frieden!"

Da war es, als ob die schmerzverzerrten Züge sich glätteten, als ob ein Lächeln darüber hinweghusche. Die Glieder streckten sich, leiser, immer leiser wurden die Atemzüge, endlich ward eS ganz still.

Es ist vorbei!" sagte der Arzt,laffen Sie uns die Tote auf das Ruhebett tragen."

Der Kommerzienrat war sofort dazu erbötig; Hanl Helldorf stand unbeweglich. Es war ihm unmöglich, die Mörderin seiner Mutter zu berühren.

Ich komme später wieder, um den Totenschein zu schreiben, eine Anzeige bei Gericht wird kaum erforderlich sein," sagte der Arzt mitleidig und diskret und entfernte sich- (Fortsetzung folgt.)

Kaffee.

Neben den eigentlichen Nahrungsmitteln, welche bett Ersatz für das während des Stoffwechsels verbrauchte Körpermaterial bilden, genießt der Mensch auch gewisse Reizmittel, wie Kaffee, Thee, Tabak, geistige Getränke und Gewürze. Unter diesen Reizmitteln spielt der Kaffee eine hervorragende Nolle und zwar besonders bei dem weiblichen Geschlecht, für das er so ziemlich dieselbe Bedeutung hat, wie die geistigen Getränke für die Männer. Mit Maß genossen, ist der Kaffee, obwohl er ein Gift ist, einem gesunden Menschen nicht schädlich, vorausgesetzt, daß die Ausscheidungsthätigkeit nicht durch eine träge Lebensweise geschwächt ist. In diesem Falle aber oder bei kranken Menschen, die schon mit der Ausscheidung der Krankheits­stoffe zu thun haben, oder wenn im Uebermaß genossen, wie es im allgemeinen geschieht, ist der Kaffee von nach­teiliger Wirkung nicht nur für den einzelnen, sondern für ganze Generationen. Die Folgen übermäßigen Kaffee­genusses äußern sich in den verschiedensten Erscheinungen, beispielsweise in hochgradiger Nervosität und in der Hysterie der Frauen, die allerdings auch durch andere Ursachen hervorgerufen sein kann, bei deren Zustandekommen jedoch der Kaffee unbedingt eine große Rolle spielt. Auch zahl­reiche Fälle von Kopfschmerzen sind einfach die Folgen des übermäßigen Kaffeegenusses. Letzterer bewirkt auch sehr ost Schlaflosigkeit oder unruhigen Schlaf, ferner Ver­dauungsstörungen, Erbrechen, chronischen Magenkatarrh, Herzklopfen, Gedankenschwäche, Muskelzittern (besonders der Zunge, der Arme und Beine, ja selbst des Gesichts), Muskel­krämpfe (besonders der Schenkel- und Wadeumuskeln), Ab­nahme der Gefühlsempfindung, hochgradige Schwäche und allgemeine Abspannung. Es kann sogar zu wirklichem Delirium tremens, ähnlich wie bei der Alkoholvergiftung, kommen. Besonders schädlich ist der Kaffee für Kinder, die durch denselben in ihrer Entwickelung gehemmt werden können. Durch den Kaffee wird bei Kindern übrigens auch leicht die Neigung zu anderen Reizmitteln, besonders zu geistigen Getränken, wachgerufen.

Genr-innLtzrge».

Handarveit. Eine hübsche Bettdecke fertigt man aus Kongreßstreifen und Häkelspitze mit Einsatz. Dieselbe muß der Bettgröße entsprechend lang und breit sein. Man häkelt Einsätze ungefähr 10 Centim. breit in der Länge des Bettes, soviel* wie für die Breite nötig sind. Man berechnet natürlich zuerst, wieviel Raum die Kongreßstreifen beanspruchen, diese müssen doppelt so breit sein, wie die Häkeleinsätze. Die Kongreßstreifen erhalten einen Hohl­saum oder einen Durchbruchsaum, und werden mit Garn, passend zu der Zimmereinrichtung, in Kreuzstich bestickt. Sind Häkeleinsätze sowie Kongreßstreifen fertig, verbindet man dieselben durch Naht und umgibt das Ganze mit einer breiten, passenden Häkelspitze. Die fertige Decke füttert man mit Satin oder Atlas.

Obstflecke in Leinwand können dadurch beseitigt werden, daß man den Fleck auf jeder Seite mit gelber Seife reibt, dann ein Stück Perlasche in das Tuch bindet und es gut in kochendes Wasser taucht. Nachher setzt man