Ausgabe 
10.8.1899
 
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Ijier der Fortschritt mit dem Bestehenden erst einen langen erbitterten Kampf führen, bevor er durchdrang. Silbermanns Schüler Joh. Andr. Stein aus Augsburg bildete die soge­nannte deutsche Hammermechanik aus, seine Instrumente standen in hohem Ansehen, sodaß noch sein Schwiegersohn, Andreas Streicher, der bekannte Freund Schillers, das Geschäft in höchster Blüte vorfand. Streicher, der selbst wichtige Erfindungen zur Vervollkommnung des Pianoforte machte, hielt den Ruhm der Firma aufrecht, durch ihn wurde die Vollkommenheit unseres heutigen Konzertflügels angebahnt, eine Errungenschaft, die wir im Grunde unserem Schiller zu verdanken haben, denn hätte Andreas Streicher den Freund nicht auf seiner Flucht aus Stuttgart begleitet, so hätte er seine Frau, die Tochter Steins, nicht kennen gelernt und wäre wohl für immer dem Klavierbau fern geblieben.

Äame Flügel für daS Klavichmbal schreibt. Die tafel­förmigen Klavicymbal nannte man Spinett, wie Weitzmann mitteilt, nach den spitzen Rabenkielen, welche, in kleine, auf den Tasten lose aufstehende Holzbrettchen befestigt, bei diesem Instrument die Saiten anriffen (von spina ----- der Dorn). Nach anderweitiger Ansicht schreibt sich der Name von Giovanni Spinetti her, einem Klavierbauer aus Venedig, welcher angeblich die viereckigen Instrumente erfunden haben soll.

Als Klavier bezeichnete man in Deutschland ausschließlich daS Klavichord, das hier besonders beliebt war. Die Klavichorde sind jedenfalls älter als die Klavicymbaln,- beide bestanden jedoch lange zusammen, jedes durch die ihm eigenen Vorzüge seinen Kreis von Liebhabern sich sichernd. Erst die Erfindung der Hammermechanik gestaltete das Cymbal zum Klavier oder Pianoforte im heutigen Sinne. Von Einfluß auf dieselbe mag wohl die Erfindung des Pantaleons ge­wesen sein, eines von Pantaleon Hebenstreit (geb. 1750) er­fundenen Instruments, eine Art vervollkommnetes Hackebrett, dessen Darmsaiten mit Klöppeln erschlagen wurden. Die hierdurch erzeugte schöne Klangwirkung führte wohl zu dem Gedanken, die schlagenden Klöppel oder Hämmerchen auch für das Klavier zu benutzen. Diese für die Ausbildung des Klaviers entscheidendste Erfindung nun ist es, welche der Organist Christoph Gottlieb Schröter zu Nordhausen (ge­boren den 10. August 1699 in Magdeburg) gemacht haben will.

Hitze ist die Signatur des August. Der Garten, der am Abend reich bewässert wurde, erscheint oft schon am Morgen wieder vollständig ausgetrocknet. Müde und schlaff hangen dann bald die Blumen ihre Köpfchen hernieder,- sie trauern- dicker Staub bedeckt sie und die Blätter, und erst am Abend, wenn nach Untergang der Sonne eine kühlere Temperatur eintritt, erlangt alles Pflanzenleben wieder eine dem Auge wohltätigere Frische. Wasser heißt jetzt die Losung. Je heißer die Temperatur, um so reichlichere Wassermengen verdunsten die Blätter und um so gründlicher müssen wir bewässern. Reicht die Bewässerung am Abend -TVr I Irr au8' forifinfle am Morgen zu wiederholen. Wo das ® nT ®aJfT.Tn8e?' W eS im Garten bald traurig aus. Die

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Betlfedevu zu reinigen» Zu diesem Zweck weicht man sie drei bis vier Tage lang in einer schwachen, lau­warmen Auflösung von kohlensaurem Natron ein. Dann wirft man sie auf ein Sieb, läßt die Flüssigkeit abtropfen, wascht sie mit reinem Wasser und trocknet sie auf Netzen. Ein anderes Verfahren ist folgendes: 5 bis 10 Kilo rein gewaschene, weiße Kieselsteinchen, welche in einem eisernen Kessel über Kohlenfeuer erhitzt wurden, bringt man mit den Federn in einen großen, reinen Sack und rührt beide bis zum Erkalten anhaltend durcheinander, was wohl am besten geschieht, wenn der Sack, an beiden Enden von zwei Personen gefaßt, hin und her geschwungen und zuweilen umgewendet wird. Alles muß rasch geschehen, damit die Steinchen nicht zu sehr abgekühlt sind, ehe sie mit Federn in Berührung kommen. Die Federn werden nun mit den Händen aufge­lockert und rein abgenommen oder mittels eines sogenannten Federkorbes von den Kieselsteinen, womit nun aller Schmutz vermischt ist, getrennt. Hierauf werden sie eine Zeitlang ausgelegt und dann wieder in den vorher gereinigten Bett­überzug gefüllt. Tüchtiges Ausklopfen des gefüllten Bettes in der freien Luft oder bei offenem Fenster ist sehr zu

Neli) und Karten.

- Rt68*ien: * - »ruck und «erlag der Brühl'schen UniverfitStl-Buch. und Steindruckerei (Pietsch Erbend in (Siegen.

Fest steht jedoch aus zuverlässigen Quellen, daß der florentinische Instrumentenbauer Bartolomeo Christofori der erste war, welcher die Idee der Hammermechanik veröffent­lichte. Sein Modell enthält bereits die wesentlichsten Be­standteile unserer heutigen Instrumente, die lederüberzogenen Hämmerchen, die Auslösung durch die die Hämmerchen nach dem Anschlag zurückschnellende Feder, sowie die Dämpfer. Die Veröffentlichung der Erfindung Christoforis fiel bereits in das Jahr 1711, während der Franzose Marius seine Modelle erst 1716 der Pariser Akademie vorlegte und Schröter nach seiner eigenen Aussührung erst 1717 seine entsprechenden Versuche anstellte. Man darf hiernach wohl annehmen, daß alle drei Genannten ihre Erfindungen unabhängig von einander gemacht haben, denn Schröter verdient sowohl als ausübender Musiker als auch als Theoretiker ebenfalls große Schätzung und daher sicherlich Glauben für seine Behauptung, obgleich er 1763 mit derselben vor das Publikum trat, also fast 50 Jahre nach dem Zeitpunkte seiner Erfindung und 10 Jahre dem Tode desjenigen Pianofortebauers, welcher in Deutschland, Frankreich und Italien lange Zeit für den Erfinder des Pianoforte galt, Gottfried Silbermann. , ,Schröter veröffentlichte seine Ansprüche in Marpurgs kritischen Briefen unter dem Titel:Umständliche Beschreibung eines neuerfundenen Klavierinstruments, auf welchen man in i unterschiedenen Graden stark und schwach spielen kann, nebst zwei Rissen, 1763". Er will durch Hebenstreits Pantaleon zu seiner Erfindung angeregt worden sein und mit den be­treffenden Versuchen schon 1717 begonnen haben. Bereits 1721 habe er dem Dresdener Hofe zwei Modelle vorgelegt, welche auch den Beifall des Königs gefunden hätten. . -wauer mangeu, nevt es tm Gc lÄI SSÄ 6"T " w..d.n Kitt,-bi, BW«. Bemühungen seine Modelle nicht zurückerhalten Ohne sein imm« U"b "«scheinbarer und die Früchte beginnen Wissen und Willen seien diese bekannt und nachgeähMworden. chfüberÄumbald"Ä A ^umen abzufallen. Es ist Ist hiernach auch der Nachweis erbrackt bl m . 5 _ mi! / Herrschaft der Sommerblumen Hammerklavier keine deutsche Erfindung ist, so kommen den wurde/sindl» Ä ? aRai "eue Saaten ausgeführt Deutschen doch die größten Verdienste um se ne Ausblldnna E r nod) Sommerblumen, die in jungfräu-

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