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kurz seine Bramstengen, schmutzig sein Takelwerk. Es war nicht zu erwarten, daß er uns aus unsere Bitte einige Mann abgetreten hätte, und deshalb fuhren wir mit wehender Flagge so stolz an ihm vorüber, als wenn unser Vorderdeck von Menschen gewimmelt hätte.
An einem Sonnabend-Morgen kamen wir nach Valparaiso, — drei Wochen und einen Tag, nachdem wir Teaph den Rücken gekehrt hatten. Als wir langsam htneinfuhren, wurden gerade Kanonen auf dem Fort abgeschossen, und der Donner derselben erschien uns wie ein Salut zu Ehren unserer Abenteuer und unseres endlichen Sieges.
Am Lande fragte ich sogleich nach der Wohnung des englischen Konsuls und fand in ihm einen sehr höflichen, liebenswürdigen Gentlemen. Er kam mit mir nach der Brigg, wo ich ihn Miß Franklin vorstellte. Nach kurzer Unterhandlung bestand er darauf, daß sie sein Haus als das ihrige betrachten solle, so lange sie sich noch nicht darüber entschieden hätte, in welcher Weise sie nach England zurückzukehren wünschte.
Er fragte, ob sie schon einen Plan gemacht hätte, und schlug dann vor, sie möchte mit dem Dampfschiff nach Rio und von dort nach England fahren.
„Aber die Brigg?" fragte sie, „toa§ soll aus ihr werden?"
„Et nun", entgegnete er, „da steht ja nichts im Wege, daß diese, unter Führung eines bevollmächtigten Kapitäns, mit neuer Mannschaft zur Löschung ihrer Ladung nach Sydney segelt".
„Der Kapitän muß ich sein", sagte ich.
„Das ist gewiß", stimmte der Konsul bei.
„Und Sie meinen, daß ich allein nach Hause reisen soll?" fuhr meine kleine Lulu auf einmal lebhaft heraus.
„Sie werden vollkommen sicher sein", bemerkte der Konsul.
„Daran zweifle ich nicht- aber ich will Mr. Chadburn heiraten", erklärte sie, plötzlich ganz tapfer geworden. „Ich werde mich nicht von ihm trennen- wohin er geht, gehe auch ich".
„Ihr Entschluß scheint mir ebenso natürlich als den Verhältnissen entsprechend", entgegnete der Konsul mit freundlichem Lächeln. „Wenn Sie mir erlauben, einen Vorschlag zu machen, möchte ich fragen: warum wollen Sie nicht hier heiraten, ehe Sie absegeln?" Meine Dienste stehen Ihnen hierzu nach jeder Richtung zur Verfügung".
Diese Idee erschien uns ebenso großartig als wunderbar gescheit.
Nach Ablauf einer Woche war die kleine Lulu meine liebe Frau geworden.
Gemeinnützig-S.
Ittd und Karte».
Koe-eehen* Man gräbt Körbe von lockerem, rohen Weidengeflecht in die Erde, leitet eine junge Rebe hinein und befestigt sie oder zieht sie von unten hindurch. Die eingelegte Rebe schlägt Wurzeln und man kann die Rebe später mit Korb und Erdbällen versetzen. Solche Korbreben wachsen kräftig und die Mühe wird oft schon im zweiten Jahre durch schöne Trauben belohnt.
Ueber die Schwetzinger Tpargelkulturen bringt die neueste Nummer des „Praktischen Ratgebers" einen Bericht. Wer sich dafür interessiert, schreibe an den Verlag des „praktischen Ratgebers" in Frankfurt a. d. Oder und lasfe sich eine Probenummer senden.
Isür die Küche.
Zur Sommerszeit ist der Aufenhalt am heißen Herde für die geplagte Hausfrau kein Vergnügen. Mit Recht sucht
sie daher wenigstens abends Gerichte von längerer Kochdauer zu vermeiden, und in vielen Familien wird jetzt zum Abendbrot überhaupt nur „kalte Küche" gereicht. Um in das Einerlei des „Aufschnitts" etwas Abwechslung zu bringen, empfiehlt es sich, hin und wieder statt der Butter einen Salat dazu zu geben, den man ohne Mehrkosten noch würziger erhält, wenn dem Elsig und Oel wenige Tropfen Maggi beigemischt werden. Besonders beim Gurkensalat sollte Maggi nie fehlen, denn nicht nur kräftigt es den Geschmack des Salates, sondern fördert auch — und dies ist wichtig — dessen Verdaulichkeit. Die Vorteile des Genusses grüner Salate werden bei uns noch lange nicht genügend gewürdigt: sie erfrischen und führen dem Körper wertvolle Nährsalze zu. In Frankreich, Italien und teils auch in England wird daher mindestens eine Tagesmahlzeit mit Salat beschlossen.
Gevackene Kalbsbrieschen mit jungen Erbsen. Die Brieschen werden erst weiß gewässert, in gesalzenem Wasser überkocht, in kaltem gekühlt, in schräge Scheibchen geschnitten, in Ei und gesalzenem Retbbrot Paniert und goldgelb gebacken. Die jungen Erbsen werden, wenn weichgekocht, kalt übergossen, abgetropft, in bester Süßbutter mit etwas Zucker, Salz und gehackter Petersilie heiß geschwenkt, leicht mit Mehl überpudert, mit Bouillon aufgekocht- die ganz kurz gehaltene Sauce wird mit etwas Maggi gekräftigt.
Gerollte Hammelbrust mit Sardellen. Eine schöne Hammelbrust wird ausgebeint, mit Salz und Pfeffer eingerieben, mit Sardellenstreifen belegt, aufgerollt und mit Bindfaden umwickelt. Sie wird dann in gutem Fett angebraten und unter Zugabe von Zwiebelscheiben, Wurzelwerk und etwas Wasser weichgedämpft. Nach Belieben kann man ein kleines Gliedchen Knoblauch daran geben. Die durchpassierte Sauce hebt man mit etwas Maggi im Geschmack und giebt Kartoffel- klöse als passende Beilage.
Vermischtes.
Die bedeutendsteu Wasserfälle unseres Erdballes haben den Stoff zu einer neuen Serie sogenannten Liebig- bilder gegeben, bunte Kärtchen, die die Liebig's Fleisch- Extrakt-Kompagnie zur Verteilung bringt. Veranschaulicht werden Niagara, Trolhättan (Schweden), Laatefos (Norwegen), Staubbach-Fall-Lauterbrunnen, Viktoria-Fall in Afrika und endlich unser lieber Rheinfall bei Schaffhausen. Unter den unzähligen Reisenden, die während der letzten Jahrzehnte jene herrlichen Naturschauspiele bewunderten, mag ein sehr starkes Kontingent bereits persönlich die Erfahrung gemacht haben, wie außerordentlich nützlich und dienlich sich Liebig's Fleisch-Extrakt auf der Reise erweist. Die Möglichkeit sofortiger Herstellung wohlschmeckender, kräftiger Fleischbrühe macht es so wertvoll. Eine Reihe von Afrikaforschern rühmt auch etwas „Liebig" auf Brot gestrichen als vorzügliches Stärkungsmittel bei schweren Reisemühen.
Schon liegt dieö.Lieferungdes „JllnstritxkenKonVersaiions« Lexikons der ^rau1' (Verlag von Julius Becker, Berlin) vor, und wir müssen, je weiter das Werk vorwärts schreitet, gestehen, daß die Reichhaltigkeit, Vielseitigkeit und praktische Brauchbarkeit des Inhalts immer deutlicher zu Tage tritt. Ursprünglich könnte man vielleicht meinen, daß der weitaus größte Teil den Selbständigkeitsbestrebungen der Frauen, sowie den beruflichen und sozialen Verhältnissen des weiblichen Geschlechtes gewidmet sei. Nun aber zeigt sich in erfreulicher Weise, daß auch die Gebiete der Hauswirtschaft, der Gesundheits- und Körperpflege, der häuslichen und gesellschaftlichen Aufgaben der Frau, sowie ihrer Rechtsstellung im Leben eingehende Würdigung erfahren. Die Artikel Ehe, Ehefrau rc. in der vorliegenden Lieferung dürfen als geradezu mustergiltig bezeichnet werden und spannen auf das höchste unser Interesse für die nächste Lieferung, in der die Fortsetzung und der Schluß dieser Artikelreihe folgen wird. Wenn das Werk so fort- sährt, wie es begonnen hat, wird es ohne Zweifel gar bald das Lieblingsbuch jeder Frau werden und in jeder Familie Eingang finden.
Redaktion: E. Burkhardt. — Druck und Verlag der Brühl'schen UniverfitätS-Buch- und Steindruckerei (Pietsch Erben) in Gießen.


