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Hut mit einer gewissen Kraft in ein entsprechendes Modell hineinzupresien. Diese Maschinen können natürlich sehr mannig­fach konstruiert werden; aber ich will mich darauf beschränken, eine besonders sinnreiche zu beschreiben, welche von den Franzosen Mathias und Legat erfunden wurde. Die in einem vertikalen Zylinder, mit der Kopföffnung nach oben, ruhende Hutform besteht aus einem starken Metallblech und kann durch Dampfzusührung stark erhitzt werden. In diese Hohl­form kommt der Hut und auf diesen ein schwerer, in Schar­nieren beweglicher Metalldeckel. Die innere Seite des Deckels bildet eine Kautschukform, Mche in die Höhlung des Hutes hineivpaßt und durch heißes Wasser unter hohem Druck in diesen hineingepreßt wird. Das Wasser wird durch eine hinter dem Formzylinder befindliche hydraulische Presse in den Formdeckel hineingedrückt. Man wird sich vorstellen können, daß sich der Kautschuk bei dieser Operation fest an die Innenfläche des Hutes anlegt und diesen an die heißen Wände der Matrize Preßt. Aber dieser Vorgang erfordert weit geringere Zeit, als die Schilderung desselben in Anspruch nimmt, denn ein Arbeiter vermag auf dieser Maschine täglich 400 Hüte zu dressieren, während er früher durch Handarbeit bei kompliziertem Modell nur etwa 10 Hüten die gewünschte Form zu geben vermochte.

In Italien beschränkt sich die Strohindustrie fast aus­schließlich aus das toscanische Gebiet. Im übrigen ist die Industrie in Europa vorzüglich in Frankreich, der Schweiz, Belgien und Deutschland vertreten. In England wird fast ausschließlich ausländisches, besonders japanisches Stroh ver­arbeitet. Allerdingshat der Mittelpunkt der englischen Stroh­industrie, die Stadt Luton im südlichen Bedfordshire, eine gewisse nationale Bedeutung erreicht.

In den Webedistrikten des schlesischen Gebirgslandes bildet heute das Strohflechten, das erst vor einigen Jahren in Aufnahme kam, einen lohnenden Erwerbszweig für alle diejenigen Arbeiter, denen die mehr und mehr in Verfall ge­ratende Weberei nicht mehr hinreichend Brot zu gewähren vermag. Namentlich wird das vorzügliche Material, welches der Boden liefert, sehr gerühmt- es ist so vorzüglich, daß die Halme zum Teil, selbst zu feineren Geflechten, ungefpaltet Verwendung finden können.

Sonderbarer Weise hat man aber in vielen anderen Gegenden diesem für Frauen und Mädchen welche ja eine bessere Verwertung ihrer Arbeitskraft unaufhörlich anstreben lohnenden und lebensfähigen Erwerbszweig immer noch nicht die verdiente Aufmerksamkeit geschenkt. Die Stroh­industrie gestattet nach der kunstgewerblichen Richtung eine gar weite Ausgestaltung, und es fehlt nur an hinreichend erfahrenen und einflußreichen Leuten, welche sich mit Interesse und mit einer gewissen Vorliebe für den Gegenstand der Auf­gabe widmen. Ich möchte auch diese Aufgabe noch genauer präzisieren und die Anregung geben, in den'Kunstgewerbe- schulen ebenso gut wie die Kunstweberei auch nun die Kunst­flechterei zu üben und so in Deutschland vorbildlich zu wirken. Zwar besitzen wir in Boden und Sachsen, wo die Stroh­industrie sich am lebhaftesten entwickelt hat, sehr leistungs­fähige Strohflechtschulen, aber das Interesse sür eine mehr künstlerische Betätigung auf diesem Gebiete wird doch nur von den Kunstgewerbeschulen und den Kunstgewerbevereinen ausgehen können. Vielleicht würde eine Ausstellung der schönsten Strohflechtarbeiten alter und neuer Zeit die wirk­samste Anregung geben.

Widerruf. In der letzten Nummer der Münchener Jugend" veröffentlicht Chamisso folgenden Widerruf: Meine Worte in den Ges. W. II. 22:So denke ich, wird

der ehrliche Kautz . . viele erfreuen", nehme ich hiermit eierlich zurück. Chamisso".

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Schnorrer:Den seligen Herrn Großvater hab' ich gekannt, sogar an den Herrn Urgroßvater kann ich mich er- nnernund" Kommerzienrat:Genug! Klettern Sie mir nicht fortwährend auf meinem Stamm­baum rum!"

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Ein guter Kerl. Angefallener (zum Räuber): Es thut mir sehr leid, daß ich kein Geld bei mir hab', aber ich werd' allen meinen wohlhabenden Freunden und Bekannten diesen Weg zum Spazierengehen empfehlen!"

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Furchtbare Drohung. A. (der sich mit einem Sonntagsjäger gezankt):Warten Sie nur, wenn Sie wieder auf die Jagd gehen, komm' ich auch hinaus und schau' Ihnen zu!" * ,

Drohende Gefahr.Wohin so eilig bet dem furcht­baren Gewitter, Frau Steuer - Inspektor ?"Um Gottes- Willen, halten Sie mich nicht auf mein guter Name, mein Ruf steht auf dem Spiel!"Ja, aber wo müffen Sie denn so pünktlich sein?"Bet Amts­richters wir haben heut' Kaffeekränzchen!"

LittevaVisehss.

Die Wahl der Unterhaltungs-Lektüre bereitet den meisten Menschen nicht geringe Sorge. Es ist äußerst schwer, aus den jährlich neu erscheinenden Büchern das geeignete auszuwählen; Mißgriffe bleiben nicht aus, und je knapper einem die Zeit sür die Erholung bei einem guten Buche zugemessen ist, um so mehr verstimmen solche Mißgriffe. Wir möchten daher unsere Leser aus eine Reihe von Aufsätzen über Unter- Haltungs-Litteratur Hinweisen, die in derIllustrierten Frauen» Zeitung" (Verlag von Franz Lipperheide in Berlin) veröffentlicht sind und sehr beachtenswerte Fingerzeige für die richtige Wahl der Lektüre enthalten. Der Verfasser ist der bekannte Litteratur-Kenner Adolf Bartels; er läßt alle hervorragenden Erscheinungen der Neuzeit Revue passieren und charakterisiert die einzelnen Werke in kurzer, treffender Weise. Wer sich dem bewährten Führer anvertraut, wird vor schlechten Erfahrungen bewahrt bleiben. Das uns vorliegende achte Heft der Illustrierten Frauen-Zeitung" enthält ferner eine NovelleAus den Papieren einer Einsamen" von Luise Westkirch und eine schlesische Dorf­geschichteHochwasser" von Bianca Bobertag, die als Kabinettstücke deutscher Erzählerkunst bezeichnet werden dürfen; außerdem eine interessante SkizzeEin Korb voll Veilchen" von Frida Schanz und eine lustige GeschichteIn eisernen Fesseln" von Ant. Andrea. Dem achtzig­jährigen Klaus Groth ist ein fesselnder Aufsatz von Adolf Bartels ge­widmet. Die illustrative Ausstattung des Heftes ist wie immer muster­gültig.

Die soeben erschienene Nummer des bekannten illustrierten Wochen­blattes für den gesamten GartenbauDie Gartenwelt" (Verlag von Gustav Schmidt, in Berlin SW.) bringt den Abonnenten eine prächtig ausgeführte Darstellung des neuen VeilchensKaiser Wilhelm II.", einer Neu-Züchtung des Herrn G. Marquardt in Zossen. Dieses Veilchen zeichnet sich durch ungemeine Reichblütigkeit aus, ferner durch die Größe der Blüten, welche diejenige eines Drei-Markstückes übertrifft, durch die herrliche Farbe und endlich durch einen ungemein köstlichen Duft. Für den Handelsgärtner ist das Veilchen nicht nur durch diese Vorzüge sehr willkommen, sondern es läßt sich schon früh im Winter im Warmhause treiben, sodaß es befähigt ist, den Import der Riviera-Veilchen wesentlich zurückzndrängen und dem deutschen Gärtner den Verdienst zuzusühren. Das Veilchen hat die Anerkennung unsers Kaisers in so hohem Maße gefunden, daß Se. Majestät dem Züchter gestattete, das Veilchen mit seinem Namen zu benennen.

Marlin Frits. Getränkbuch. Zubereitung und Verwendung aller Arten flüssiger Nahrungs-, Genuß- und Heilmittel. Eine Ergän­zung zu jedem Kochbuch. Franksurt a. M. Jaeger'sche Verlags­buchhandlung. (Preis geb. Mk. 1,40). Der Verfasser steht auf ent­schieden anti-alkoholigem Standpunkte und giebt der Hausfrau Rezepte und Ratschläge in Masse zu gesunden und gesundheitsördernden Getränken. Er macht hier auf die Kennzeichen verdorbener und schlechter Getränke aufmerksam, so daß das vorliegende Buch thatsächlich jedem Hauswesen eine gute Stütze sein wird, umsomehr als dergleichen nicht in Kochbüchern gefunden wird. Das Buch ist hübsch ausgestattet und der Preis, im Verhältnis zu seiner Stärke, ein sehr mäßiger.

Redaktion: 6. Burkhardt. Druck und Verlag der Brühl'scheu UniversitätS-Buch- und Steindruckerei (Pietsch Erben) in Gießen.