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und Schnittlauch Pflanzt man für den Winterbedarf in Schalen oder Holzkistchen, und bet günstiger Witterung können jetzt auch noch Spinat, Feldsalat und Kerbelrüben gesäet werden. Zu Anfang des Monats werden die im August ausgesäeten Winterkohl- und Wintersalatpflanzen an Ort und Stelle gesetzt, wenn man es nicht vorzieht, erstere im Kasten zu überwintern.
Man kann jetzt noch immer, bei guter Witterung sogar bis in den November hinein, die Frühjahrsbeete mit Stiefmütterchen und Vergißmeinicht bepflanzen. Als ein wahres Kleinod hat sich Myosotis Rehsteineri erwiesen, das den Namen Zwergvergißmeinicht verdient. Es wird nur 2—3 cm hoch, und es liegt auf der Hand, wie gut sich diese Eigenschaft zu allen möglichen Zusammenstellungen auf Teppichbeeten verwerten läßt. Der Preis für 100 Pflanzen ist jetzt nur noch 2,50 Mk., während sie früher über das Dreifache kosteten.
Wenn hochstämmige Rosen mehrere Jahre auf demselben Platze gestanden haben, so machen sie zuweilen so viele Wurzelausläufer, daß man oft mit der größten Sorgfalt ihrer kaum Herr zu werden vermag. Wo dies geschieht, ist es Zeit, die Rose jetzt im Herbst zu versetzen, wenn sie nichr etngehen soll. Beabsichtigt man, sie wieder auf dieselbe Stelle zu pflanzen, so muß der Boden gut umgegraben, frisch gedüngt, und vor allem mit frischer lehmiger Erde versehen werden. Das Einpflanzen geschieht ein wenig seichter, als vorher, besonders, wenn das Stämmchen früher ziemlich tief eingesetzt war, was meist der Fall zu sein pflegt, wenn viele Wurzelaustriebe zum Vorschein kommen.
In der letzten Hälfte dieses Monats, sobald die Obsternte vollendet ist, scharren wir von älteren Obstbäumen die dürre Rinde, ebenso Moose, Flechten, Schwämme und vernichten dadurch einer ganzen Menge Schädlinge ihre Behausungen. Das Anstreichen mit Kalkmilch, das darauf vorgenommen wird, erschwert die Anlage neuer Kolonien. Man besorgt sich auch zur rechten Zeit Papier und Klebstoff für die zu Ende des Monats anzulegenden Klebringe. Es giebt viele Rezepte, um sich diesen Klebstoff zu bereiten. Es ist aber eine umständliche und schmutzige Arbeit, und von Fabriken, die ihn im Großen fabricteren, kauft man ihn billiger, als wenn man sich selbst mit der Herstellung einer kleineren Menge befaßt. ' I. C. Schmidt, Erfurt.
Vermißtes«
Der Arzt eines Papstes. Vom Jahre 1513 Lis 1521 saß auf dem apostolischen Stuhle in Rom Papst LeoX. (Giovanni aus der Familie de Medici, Sohn Lorenzos des Prächtigen von Florenz), unter dessen Pontifikat bekanntlich die Reformation ihren Anfang nahm. Er war, wie ebenfalls allgemein bekannt, ein klassisch wie künstlerisch hochgebildeter, Kunst und Wissenschaft über alles liebender und mit ungeheuren Summen fördernder Fürst, unter dessen Regierung der Bau der Peterskirche in Rom seinen Fortgang nahm, ein Raffael, Michelangelo, Leonardo da Vinci nnd so viele andere Größen ihre unsterblichen Meisterwerke schufen, und Künste und Wissenschaften ihre höchste Blüte erreichten, sodaß man noch jetzt von einem „goldenen Zeitalter Italiens" in jener Zeit spricht. Ihm folgte aber von 1522 bis 1523 ein Mann ganz anderer Sinnesart auf dem päpstlichen Thron, Papst Hadrian VI., ein redlicher, frommer, scholastisch gelehrter Niederländer von schwachem Charakter, ehemals Lehrer Kaiser Karls V., der jedoch nicht einmal die italienische Sprache verstand, das Bedürfnis einer Reformation in der Kirche zwar lebhaft anerkannte, aber Luthers Bestrebungen gründlich abhold war und dabei, seinem Vorgänger gänzlich unähnlich, für Poefie und schöne Künste keinerlei Vorliebe und'Verständnis hatte. Die unter Leo X. an äußeren Glanz und Prunk gewöhnten Römer sahen es daher als eine wahre Kalamität an, daß er des überaus freigebigen, verschwenderischen Medizäers Stelle einnahm. Als er nach kurzer Regierung starb, wurde die Nachricht von seinem Tode mit allgemeiner Freude ausgenommen, und an dem seinem Hinscheiden folgenden Tage fand man die Hausthüre seines Arztes Giovanni Antracino mit Blumenkränzen geziert und zwischen ihnen die Inschrift angebracht: „Der Senat und das Volk von Rom dem Befreier des Vaterlandes!"
Porste des Vaterhauses. Lehrer: „Oft wird auch das Adjektiv dem Hauptwort nachgestellt, besonders in der dichterischen
Sprache. Wer weiß ein Beispiel?" — Der Sternwirtssohn: „Lausbub, verdammter!"
Gattin (ein Briefchen lesend, das sie halb versteckt auf dem Schreibtisch ihres Mannes gefunden): „Mein teuerstes, süßestes, unter allen Frauen bestgeliebtestes, herzigstes, entzückendstes und bezauberndstes — (das Blatt hastig umwendend) — Weibchen, ich wußte ja, daß Du dies finden und lesen würdest; siehst Du? Dein Habby."
Bummler: „Glaubst Dn, daß mir Dein Schneider Kredit gibt?" — Freund: „Kennt er Dich?" — Bummler: „Nee!" — Freund: „Na, dann ist's schon möglich." („Münchener Jugend.")
Literarisches.
Mey u. EdliKs beliebter Abreiß-Kaleuber für 1900 ist wieder in vier verschiedenen, von ersten Künstlern entworfenen und prächtig ausgeführten Bildern erschienen. Der Inhalt desselben ist wie alljährlich ein äußerst reichhaltiger. Auf der Vorderseite der, behufs leichteren Abreißens perforierten Tagesblätter bringt er außer den Monats- und Tagesnamcn, sowie dem Datum, die Angabe protestantischer und katholischer Namens- und Feiertage, letztere in rotem Druck; ferner die Auf- und Untergangszeiten der Sonne und des Mondes, Mondwechsel, Angabe der Ebbe-und Flutzciten, eine Auswahl der populärsten Geschichts- und anderer Gedenktage, Zahl des Tages für Wcchselberech- nung und Zahl der Wochen für Berechnung der Juvaliditäts- und Krankenversicherung; außerdem ist auch reichlicher Raum für Notizen vorhanden. Auf der Rückseite haben wieder die allgemein beliebt gewordenen, von berufener Hand für jeden Tag besonders zusammengestellten Sinn- und Dichtersprüche Platz gefunden. Wir sind überzeugt, daß der 1900r Abreißkalender infolge seiner prächtigen äußeren, gediegenen und reichhaltigen inneren Ausstattung ebenso wie die vorhergehenden Jahrgänge seinen Platz als gern gekaufter Familienfreund behaupten, wird.
Der „Gckrtsttlaube-Knlender" für 1900, welcher soeben in: seinem 15. Jahrgange im Verlage der „Gartenlaube", Ernst Keils Nachfolger G. m. b. H. in Leipzig, erschienen ist, offenbart schon in seiner ganzen Ausstattung den innigen Zusammenhang, welchen dieses wahre und echte Volksbuch mit den Bestrebungen der Gegenwart in guter Kunst und edlem Geschmack allezeit offenbart hat. Einband, Bilderschmuck, Arrangement und Druck sind vortrefflich, und entsprechend ist auch die Güte des durchweg interessanten Inhalts. W. Heimburg, die allbeliebte Erzählerin der „Gartenlaube", hat ihre neueste Erzählung „Originale" beigesteuert, die an Innigkeit und ergreifender Schilderung schwerlich übertroffen werden kann, während der bekannte Humorist Ernst Muellen- bach mit einer kleinen Geschichte voll Schalk und Lustigkeit ein würdiges Leitenstück dazu geliefert hat, und Dora Duncker eine Geschichte aus dem Volke erzählt, die von der seltenen Menschenkenntnis dieser Verfasserin erneutes Zeugnis ablcgt. Rudolf v. Gottschall entbietet mit. markigen Worten dem scheidenden Jahrhundert seinen Gruß, Friedrich, Arnold schildert die lieblichen gefiederten Sänger unserer Heimat in Bild, und Wort, der Nervenarzt Dr. Otto Dornblüth behandelt das, leider vielen sehr nahegelegene Thema über Kopfschmerzen und Migräne, und Dr. Hermann Diez gibt einen ausgezeichnet klaren, mit vielen Jllustra- tionen geschmückten „Tagesgeschichtlichen Rückblick", der eine sehr lobenswerte Eigenart des „Gartenlaube-Kalenders" bildet. Künstler ersten Ranges, wie Hugo Engl, Fritz Bergen, M. Nestler-Laux, August Mandlick u. a. haben den Bilderschmuck besorgt, der daher sowohl in den farbigen' Kunstblättern, als in den schwarzen Holzschnitten Ausgezeichnetes darbietet. Praktische, durch Erfahrung bewährte Ratschläge für das tägliche Leben und Treiben, ein höchst vollständiges Kalendarinm mit astronomischen rc.. Notizen, Tabellen, statistische Nachrichten und so mancherlei Ernstes und Heiteres in gedrängter Kürze vervollständigen diesen wirklich empfehlenswerten Kalender, der bei dem billigen Preise von 1 Mark wohl für jeden erschwinglich ist.
Logogriph.
Nachdruck verboten.
Mit „B" in kühler Flut versteckt, Wird es vom Angler gern entdeckt. Mit „G" dem Gold an Schimmer gleich, Erhebt sich's nach dem Todesstreich.
Mit „N" auf Universitäten
Ist es als Manneszier vertreten.
Mit „F" ist's klebrig, fast wie Kleister,
Nun braucht es mancher Handwerksmeister. P. (Auflösung in nächster Nummer.)
Auflösung des Diamanträtsels in voriger Nummer: C
D o m Harfe C o r s i c a Heine A c t a
Redaktion: $. Burkhardt. — Druck und Verlag der Brühl'schen Usiverfitäts-Buch- und Steindruckerei (Pietsch Erben) in Vielen.


