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in die äußerste Wut. Mit einem Ruck hatte er sein Matrosen - Messer gezogen, schwenkte es in der Luft und rief:

Bi Gott, ik mak hier en annern tum Kummandür von de Brigg, wahrhaftig, bot dauh ik, wenn Sei ml anfaten, Schipper. Härm' weg! Wi sünd kein Kulies."

Der Kapitän, wenn auch ein Grobian, war doch kein Feigling- mit einem Satze sprang er auf den Mann los- doch ehe er ihn erreichte, hatten einige von uns im Nu das erhobene Messer den Händen WelchyS entwunden und ihn vom Kapitän getrennt.

Letzterer brüllte:Legt den Kerl in Eisen!" aber keiner von uns rührte sich. Er stürzte nach dem Oberlicht und rief nach dem alten Windwärts- dieser erschien auch sofort, nur mit Hemd und Hosen bekleidet.

Holen Sie die Eisen, damit wir diesen Schuft fesseln können," rief ihm der Kapitän, auf Welchy deutend, zu.

Dieser Befehl gelangte nicht zur Ausführung. Noch ehe man bis Zehn zählen konnte, war ein heftiges Hand­gemenge entstanden. Windwärts hatte einen Mann nieder­geschlagen und lag jetzt selbst mit blutender Nase, zappelnd auf Deck. Als er wieder auf die Beine gekommen war, fuhr er unter uns wie ein wütender Stier. Aber was konnten zwei gegen eine ganze Mannschaft ausrichten? Der ungleiche Kampf dauerte nicht lange. Der Kapitän und der Maat ergriffen schließlich die Flucht.

Das Blut der Leute war jetzt in Wallung. Die schlimmsten Leidenschaften arbeiteten in ihnen. Das machte mich bedenklich wegen Miß Franklin und ich sagte deshalb: Nun ist es aber genug, der Maat hat seine Prügel weg und der Kapitän seinen Lohn empfangen. Laßt uns zeigen, daß wir Mäßigung kennen."

Ik rüg keine Hand mihr, ahn mien Frühstück," sagte Sam.

Gerade in diesem Moment kam Banyard mit den Eisen. Das reizte die Leute von neuem. Mit wahrem Wutgeheul stürzten sie auf ihn, entriffen ihm die Feffeln und warfen sie über Bord. Der dicke Mann selbst wurde niedergeworfen und geknufft. Darauf traten wir alle in der Mitte zu­sammen. Der Kapitän und der Maat standen hinten und berieten mit einander.

(Fortsetzung folgt.)

Gekreppte Stoffe.

Von Gustav Strahl.

------- (Nachdruck verboten.)

Die nahende Sommersaison bringt für unsere Damen­welt hinsichtlich der Auswahl der Kleiderstoffe wieder einige kleine Sorgen mit sich. Es sind da so vielerlei Wünsche zu berücksichtigen, die sich manchmal mit den hygienischen und praktischen Grundsätzen nicht gut vereinbar erweisen. Leicht und luftig soll die Kleidung sein, das ist besonders für den Hochsommer die erste Bedingung, damit der Ausgleich zwischen Körpertemperatur und Außenhitze ungehemmt sich vollziehen kann. Anderseits soll aber die Eleganz nicht beeinträchtigt und der Mode Beachtung geschenkt werden.

Neben dem ureigentlichsten Zweck, den Körper zu be­decken teils um ihn gegen äußere Einflüsse zu schützen, teils um ihn dem Anblick zu entziehen, ihn zu verhüllen soll das Kleid auch die Aufgabe erfüllen, den Körper zu schmücken. Deshalb gilt es als Haupterfordernis, die einzelnen Stücke so auszuwähleu oder anzuordnen, daß sie die Umrisse der Figur deutlich erkennen lassen, daß sie den Bewegungen der Glieder folgen und dieselben betonen.

Einen wesentlichen Faktor der Sommertoiletten bilden gegenwärtig die gekreppten Stoffe, wahrhaft merkwürdige Erzeugnisse der Webetechnik, über deren Herstellung sich schon mancher den Kopf zerbrochen haben mag.

Man unterscheidet bei diesen Geweben solche, welche mit

der sogenannten Kreppbindung hergestellt sind, und solche, die ihr eigentümliches Aussehen besonders präparierten Materialien oder äußeren Einflüffen chemischer Natur ver­dankest. Unter Kreppbindung versteht man in der Weberei eine Fädenverkreuzung, welche nirgends auf der Oberfläche bes Stoffes eine gerade Linie erscheinen läßt, wie z. B. Lein­wand- oder Köpergewebe- wechseln im Gegenteil ganz unregelmäßig kurze und lange Kett- und Schußfadenstücke ab, so daß das Gewebe häufig aussieht, als wäre es mit kleinen Körnern übersät. Diese Webweise ist meist in Cheviotstoffen zu finden, wenigstens so weit es sich um glatte Stoffe handelt; in Jacquardstoffen ist Krepp auch als Grundbindung ehr beliebt, da man durch diese Verkreuzungsweise der Fäden einen Effekt erzielt, der sich von glatten Figuren scharf ab- hebt, letztere als vorzüglich zum Ausdruck kommen läßt.

Die durch Verwendung besonderer Materialien herge­stellten Kreppstoffe zeigen unter sich wieder besondere Ver­schiedenheiten. Eine der bekanntesten Qualitäten ist Krepp- mousselin, das ist ein aus Kammgarn hergestelltes Taffet­oder Letnwandgewebe, bei welchem zur Kette abwechselnd ein rechtsgedrehter und ein linksgedrehter Faden genommen wird. Eine ähnliche Ware aus hartgedrehter Seide heißt Crepe de Chine.

Professor Rein, der im Auftrage der preußischen Re­gierung im Jahre 1874 Japan bereiste, weiß auch von dort über ein Kreppgewebe zu berichten, welches sich in seiner Herstellung dem vorher ausgeführten ziemlich deckt. beliebteste rauhe, glanzlose Seidenstoff", sagt der Forscher, den sie sowohl einfach, als in verschiedener Weise gemustert darstellen, ist der Chirimen oder Krepp. Weicht auch, wie das Aussehen, so die Anfertigung der verschiedenen Sorten ansehnlich von einander ab, so findet sich doch bei allen ein gemeinsamer Zug, welcher darin besteht, daß man zur Kette wie zum Schuß ziemlich gleich starke Fäden nimmt, von denen aber die Etnschlagfäden auf der Zwirnmaschine noch besonders, teils rechts, teils links, gezwirnt wurden. Beim Einschlag dieser doppelt gedrehten Fäden wechselt man mit beiden Sorten ab. Ist das Stück fertig, so kommt es in ein Bad, erleidet dabei eine starke Kontraktion, namentlich in der Breite, wird darauf in Wasfer ausgesüßt und vor völligem Trocknen über eine hölzerne Walze gerollt und ge­streckt, dann an der Sonne vollends getrocknet. Das Zu­sammenschrumpfen des Gewebes beträgt 20 bis 30 Prozent in der Breite, aber nur 10 Prozent in der Länge". Das hier erwähnte Zwirnen des Materials findet sich auch bei einer ganzen Reihe hierher gehöriger deutscher Stoffe wieder. Auf der Beobachtung, daß Fäden in der Nässe zusammen laufen, und um so mehr, je schärfer dieselben gedreht sind, beruht auch die Fabrikation unserer Wellenstoffe und Crepons. Wir unterscheiden unter diesen solche Stoffe, deren Falten der Längsrichtung des Gewebes nachlaufen, und solche, welche quer über die Ware gehen- auch beide Effekte findet man manchmal kombiniert in einem Stück vor. Ein Zug, der auf die Breite des Gewebes wirkt, also vom Schuß ausgeht, erzeugt senkrecht zu diesem Zuge stehende Falten also der Kettrichtung parallel gehende, während ein Zug in Richtung der Kette querliegende Fältchen erzeugen wird. Davon aus­gehend ist es nun gar nicht so schwer, das für den jeweiligen Zweck notwendige Material auszuwählen. Nehmen wir zuerst längsgekreppte Stoffe, so wird abwechselnd, je nach der Länge der gewünschten Falten, weicher, wenig gedrehter Schuß und hart gedrehter, überdrehter Schuß eingetragen- der hart ge­drehte Schuß zieht sich beim Naßwerden in sich zusammen, Nachbarstreifen, mit nichtgedrehtem Schuß gewebt, können dieser Bewegung nur dadurch folgen, daß sie sich in kleine Falten zusammen schieben. Es entstehen sowohl Streifen, welche sich als glattes Gewebe erhalten konnten, als auch gekräuselte. Diese Stoffe werden also, genau wie der japanische Krepp, hauptsächlich in der Brette zusammenlaufen- auch der in Frage kommende Prozentsatz stimmt mit diesem ziemlich genau überein. Man nimmt gewöhnlich 25 Prozent an.