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lüft gewissermaßen durch Filtration von einem großen Teil des ihr anhaftenden Staubes zu befreien und annähernd auf die im Körperinnern herrschende Temperatur vorzuwärmen. Beider Vorteile gehen wir aber verlustig, wenn wir dem Luftstrom durch Mundatmung den direkten Weg zu den zarteren Organen des Kehlkopfes und zur Lunge freigeben.

Zur Bekämpfung der katarrhalischen Disposition steht seit uralten Zeiten die Abhärtung in hohem Ansehen. Selten aber ist wohl mit einem Schlagworte ein ärgerer Mißbrauch getrieben worden als gerade mit der Abhärtung. Denn eine darauf gerichtete Kur kann nicht im Winter begonnen werden, sondern muß in der warmen Jahreszeit unternommen werden und zwar nur an Personen, welche sich einer direkt ver­weichlichenden Lebensweise hingeben, dabei aber Kraftreserven genug besitzen, um den vorübergehenden Gesundheitsstörungen, welche mit Abhärtungskuren häufig verbunden sind, erfolgreich zu widerstehen. Als einziges auch im Winter zulässiges Ab­härtungsmittel kann denjenigen, welche keinen Herzfehler be­sitzen, allenfalls der vorstchtige Gebrauch von Dampfbädern angeraten werden, welche durch die allmähliche Steigerung der Kontraste zwischen heißem Wasserdampf und kühlen Douchen den Körper besser als jedes andere Mittel an den schnellen Wechsel erheblicher Temperaturunterschiede gewöhnen.

Dem einmal ausgebrochenen Katarrh gegenüber ist die altherkömmliche Behandlungsmethode mit Verabreichung heißer Getränke und Anwendung von Wärme zur Beförderung eines reichlichen Schweißausbruches immer noch wirksamer als die vielfachen narkotischen Mittel, wie Opium, Morfin und Kokain, welche zwar einen qäulenden Husten momentan stillen, eine wirkliche Heilung aber nicht herbeisühren. Namentlich Kindern gegenüber, welche in Schnee und Eis herumgetollt sind und die Zeichen einer zum Ausbruch kommenden Erkältung zeigen, ist es jedenfalls das kürzeste Verfahren, dieselben ins warme Bett zu stecken und mindestens zwei Stunden gehörig schwitzen zu lasten. Der Erwachsene aber, der eine Abneigung gegen das Schwitzen im Bett hat, findet heute im Handel zahlreiche Schwitzapparate, welche billig und geeignet sind, die Schwitz­prozedur mit aller Bequemlichkeit bei sich zu Hause vorzu- «ehmen.

Außerordentlich wirksam erweisen sich für die Bekämpfung aller Erkältungskatarrhe zwei Mittel, welche seit einigen Jahren auch für die Behandlung der Tuberkulose und Skrophulose großes Ansehen erlangt haben, nämlich das Guajakolcarbonat und das Kreosotal. Beide Stoffe, welche aus dem Rohkreosot des Holztheers gewonnen werden, unter­scheiden sich vom Kreosot und Guajakol durch das voll­ständige Fehlen der ätzenden Wirkungen, welche die An­wendung der letzteren Medikamente für den Patienten ebenso widerwärtig wie gefährlich gestalten. Während sie nun bei den vorgenannten Krankheiten in großen Mengen verabreicht werden, kommen sie bei Bronchialkatarrhen am zweckmäßigsten in Gaben von 1/a bis 1 Gramm mehrmals täglich zur Ver­wendung, welche am besten in heißer Milch, Thee oder sonst einem warmen Getränke genommen werden und in der Regel zu einer überraschend schnellen Lösung des Hustens und Wiederherstellung des guten Allgemeinbefindens führen. Ein gar nicht hoch genug zu schätzender Vorteil dieser beiden Arzneistoffe ist es, daß sie gleichzeitig dem Entstehen der Lungentuberkulose vorbeugen, welche bekanntermaßen mit un­scheinbaren Katarrhen in den Lungenspitzen beginnt. Es ist vollends eine Sünde gegen die eigne Person, bei hart­näckigeren Katarrhen auf die linden Frühjahrslüfte zu warten und sich auf die Heilwirkung derselben oder einer um diese Jahreszeit vorzunehmenden Kur zu verlaffen; denn bis dahin kann unsägliches Unheil namentlich bei Personen von schwäch­licher Konstitution geschehen sein.

Es ist überhaupt ein unbegründetes Vorurteil, daß man methodische Kuren nur in der warmen Jahreszeit mit Erfolg unternehmen kann. Natürlich ist es angenehmer, zur schönen

Maienzeit am Karlsbader Sprudel oder in der Lichtenthaler Allee seine Brunnenpromenade zu machen,- aber wenn sich die drohende Gefahr eines beginnenden organischen Leidens, einer Nieren- oder Leberentartung erhebt, ist es unsinnig, kostbare Zeit zu verlieren, umsomehr als ja Trinkkuren mit Nutzen auch im Rahmen der gewohnten Häuslichkeit unternommen werden können, wofern man nur Entschlußfähigkeit genug besitzt, sich gleichzeitig den anderen mit solchen Kuren unvermeidlich ver­bundenen diätetischen Vorschriften zu unterwerfen.

In den klimatisch so überaus begünstigten Bädern am Rhein und im Taunus wächst die Zahl der Wintergäste mit Recht von Jahr zu Jahr. Aber auch in den höher ge­legenen Kurorten ist es im Winter nicht so Übel. Denn wenn trübes Gewölk und Nebel die Tiefebene bedecken, herrscht dort oben meist strahlender Sonnenschein. Während die kalte Luft zu Boden sinkt und dank des Wolkenschleiers sich der Erwärmung entzieht, herrscht oft wenige hundert Meter höher eine Frühlingstemperatur, eine Thatsache die unter dem Namen des Gesetzes derTemperatureninversion" erst seit wenigen Jahren allgemeiner bekannt zu werden beginnt. In vielen Fällen braucht man nicht erst nach Meran, nach Pegli, Nizza, Cap Martin usw.zu gehen, wo man manchmal bei schlechten Kaminen mehr unter der Kälte leidet als in der nordischen Heimat. Wer das Bedürfnis nach Licht und Sonnenwärme in sich fühlt, der wage dreist einmal auch im Winter eine Exkursion in die höher gelegenen Thäler auf der Südseite der deutschen Mittelgebirge und der Alpen. Nicht nur der jugendkräftige Tourist, der eine Winterwanderung durch den Schnee nicht scheut, kommt dabei auf seine Rechnung, sondern auch der Leidende. Denn der Letztere findet die klimatischen Bedingungen, welche allwinterlich eine große Anzahl von Kurgästen nach dem vielgerühmten Davos locken, auch in zahlreichen wmdgeschützten Gebtrgsorten Deutschlands und Oesterreichs, und es bewahrheitet sich auch hier wieder ein­mal das Dichterwort:

Warum in die Ferne schweifen?

Sieh! das Gute liegt so nah.

Gsrneinnütziges.

Kaffee Skoiwmifch zu brennen. Vielen Hausfrauen ist der Kaffee, das Lieblingsgetränk in allen Haushaltungen, zu teuer, weshalb es ihnen willkommen sein wird, ein Mittel zu erfahren, das eine bessere Oekonomie gestattet, als die sonst gebräuchlichen Surrogate. Beim Brennen des Kaffees nimmt man, wie derPractische Wegweiser", Würzburg, schreibt, 3/< Pfund davon und mischt */4 Pfund grobes Brot, das in Würfel geschnitten und auf dem Ofen getrocknet worden ist, hinzu und verfährt wie gewöhnlich hierbei. Das Brod zieht dann tote ein Schwamm die öligen Teile des Kaffees in sich, sodaß sie nicht, wie sonst, verdunsten und gewinnt dadurch nicht allein ganz den gewöhnlichen Kaffee­geschmack, sondern giebt auch, wenn es mit dem übrigen Kaffee gemahlen und gekocht wird, die aufgenommenen Bestand­teile des Kaffees wieder von sich und gewährt dadurch eine wahre Vermehrung der Kaffeemaffe.

Hrrinovistisches.

Gute Kombination. Förster:Na, studieren Sie wieder Naturgeschichte?" Schäfer:Ja, Herr Förster, ich dachte eben, meine botanischen Kenntniffe und Ihr Latein gäb' eine schöne Apotheke.

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Beruhigend. Fräulein (daS sich bei einem Land­bader einen Zahn ziehen lassen will, ängstlich):Eben schrie ja Einer so furchtbar!" Bader:Beruhigen Sie sich, Fräulein, der wurde nur rasiert!"

Redaktion: E. Burkhardt. Druck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei (Pietsch Erben) in Gießen.