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dem Preise, den sie ihm da in Aussicht stellte, lag für ihn, den Junggesellen, doch ein gewisier magischer Reiz, und das Vertrauen, das sie ihm zu erkennen gab, schmeichelte dabei noch seiner männlichen Eitelkeit.

Top!" rief er plötzlich umgestimmt und übermütig aus, wenn Sie morgen zur Dämmerstunde sagen wir, um 5 Uhr sich in meine Wohnung, Rankestraße 200, be­mühen wollen, so werde ich Ihnen die erbetene Summe zeichnen. Vergessen Sie nicht, Ihre Sammelliste mitzubringen".

Er lachte und zeigte seine kerngesunden, weißen Zähne zwischen den fröhlich geöffneten Lippen.

Nun schaute ihn Gräfin Anna einen Moment lang forschend an,- dann sagte sie ernst und entschlossen:

Ich werde kommen, denn ich vertraue Ihnen. Im Voraus schon besten Dank!"

Sie standen beide auf, verließen die Nische, in der sie geseffen hatten, und mischten sich wieder unter die Gäste des Botschafterhauses.

* * *

Der erst vor kurzem zum Rat im Ministerium beförderte Dr. von Hohenstein hatte heute einen schlimmen Tag. Er hatte, schon zum dritten Male, einen anonymen Brief erhalten, dessen Inhalt wie ein Tropfen gärenden Giftes in sein heißes Blut gefallen war.

Vor wenigen Monaten er war damals noch Affeffor und der Bräutigam der bildhübschen Anna Püseke, der Tochter des reichen Herrn Püseke, eines der glücklichsten Grundstück­spekulanten Berlins, gewesen hatte er den ersten jener nichtswürdigen Briefe erhalten. Damals hatte man ihm nur die Worte geschrieben:Man warnt Sie vor Anna Püseke" weiter nichts. Er hatte gelesen, die Achseln gezuckt, dann den Zettel zerrissen und die Papierfetzen verbrannt. Neid irgend eines Biedermannes, der sich vielleicht einmal bei Anna einen Korb geholt hatte!

Am Morgen seines Polterabend-Tages hatte er wieder eine anonyme Zuschrift erhalten,- diesmal etwas vollständiger: Man warnt Sie vor Anna Püseke, deren Leben nicht ganz einwandsfrei ist". Zum Teufel! das war deutlich! Eine unerträgliche Aufregung hatte sich seiner bemächtigt, ein ge­heimer Widerwille gegen Herrn Püseke und gegen sich selbst, weil er sich von dem Vorwurfe nicht ganz frei fühlte, daß Püsekes Schätze wohl den ersten Anstoß für ihn gegeben hatten, der Idee einer Versippung mit dem glücklichen Spekulanten näher zu treten. Freilich, er entschuldigte sich auch sofort vor sich selbst: Hätte er in Anna nicht ein hübsches und lieb­reizendes Mädchen gefunden, das ihm eine so nahe Verbindung mit dem Hause Püseke als äußerst begehrenswert erscheinen ließ, er würde es nicht fertig bekommen haben, nur um ihrer Schätze willen um ihre Hand zu werben. Er zwang sich zur Ruhe und Ueberlegung; schließlich kam er zu dem Ergebnis, daß er die feige und niederträchtige Warnung auch diesmal zu überhören hätte,- am Polterabende durfte kein Mißton den Zusammenklang der Seelen des Bräutigams und der Braut trüben,- er verbrannte auch diesen Zettel und begab sich entschlossen, wenn auch innerlich nicht ganz frei, zum Polterabendballe und am nächsten Tage zu seinem Hoch­zeitsfeste.

Und nun kaum ist der erste seiner Honigmonde ver­flossen wiederum eine so heimtückische Anklage! Diesmal sogar nicht mißzuverstehen und mit Nennung des Namens eines heimlich begünstigten Nebenbuhlers!Man warnt Sie vor Ihrer Gattin, deren Leben nicht ganz einwandsfrei ist; achten Sie auf den Grafen Meerburg, Rankestraße 200".

Wie ein Faustschlag hat ihn diese Zuschrift getroffen. Er kennt den Grafen gar nicht; nur vom Hörensagen weiß er, daß der elegante Reiterosfizier sehr reich ist und daß ihn die Frauenwelt als ihren Liebling umschmeichelt.

Das Blut ist dem Lesenden zu Kopf gestiegen; noch hält er die Beschuldigung für grundlos, aber daß man sie

überhaupt auszusprechen wagt, das zeigt ihm, eine wie geringe Achtung das Haus Püseke genießen muß, und mit diesem Hause ist er nun rettungslos durch die heiligsten Bande verbunden!

Seine junge Gattin darf nichts erfahren; er muß zum Argus werden, der mit alles durchdringendem Blicke unbe­merkt die Schritte Annas belauert, um erst einmal zu er­fahren, ob überhaupt Anhaltspunkte für irgend welchen Verdacht vorhanden sind. Mit diesem Entschlüsse ist er heute früh nach dem Ministerium gegangen; die Aktenstücke, die er in Händen gehabt hat, sind unverständlich für ihn gewesen: er hat immer nur die Worte zu lesen gewähnt:Graf Meer­burg, Rankestraße 200". Wenn der namenlose Briefschreiber die Absicht gehabt hat, ihm eine das Mark ausdörrende Folter zu bereiten, so ist ihm der teuflische Plan gelungen; o, daß es doch solche Buben giebt, die nicht den Mut haben, offen und rückhaltlos ins Angesicht zu reden, sondern die den Pfeil mit der vergifteten Spitze aus dem Hinterhalte ab­schießen und so jede Rückfrage, jede Aufklärung und Ver­ständigung unmöglich machen!

Wie er auf dem Heimwege gerade um die Ecke der Straße, in der er wohnt, biegen will, sieht er vor dem Portale seines Hauses eine Droschke vorfahren, aus der seine Gattin aussteigt. Sonderbar! Anna hat ihm nichts davon gesagt, daß sie heute während seiner Abwesenheit ausgehen wollte; auch scheint ihm plötzlich, als ob Anna in der letzten Zeit etwas nachdenklich und befangen gewesen sei. Er wartet, bis sie im Hause verschwunden ist, dann eilt er auf die Droschke zu.

Sie bekommen eine Mark Trinkgeld, Kutscher, wenn Sie mich schnell dahin fahren, wo die Dame, die eben aus­stieg, eingestiegen ist".

Schön, mein Herr ... soll besorgt werden".

Der Herr Rat sitzt in fiebernder Erwartung im Wagen, der die Richtung nach der gefürchteten Rankestraße einschlägt.

Der Wagen hält. Herr von Hohenstein steigt aus und wie er die Hausnummer 200 liest, webt sich ein schwarzer Flor vor seinen Augen. Er zahlt; der Wagen rollt davon.

Der Unglückselige befindet fich tatsächlich in der Ranke­straße: aber das Haus ist ihm unbekannt, er hat es noch nie betreten.

Mit wankenden Knieen nähert er fich dem Glockenzuge neben dem Fenster der Pförtnerswohnung. Er drückt auf den Knopf. Das Kellerfensterchen öffnet sich und ein weib­licher Kopf wird sichtbar.

Wohnt hier der Leutnant Graf Meerburg?" Jawohl, mein Herr, eine Treppe rechts".

Hat die Pförtnerin nicht spöttisch gelächelt?" Hohenstein möchte darauf schwören, daß sie es gethan hat. O Schmach und Schande!

Wie ein Trunkener wankt er die Treppe empor; mit zuckender Hand drückt er auf den Klingelknopf und übergiebt dem öffnenden Diener seine Karte.

Nach einer kurzen Pause kehrt der Diener zurück: Der Herr Graf laffen bitten".

(Schluß folgt.)

In der Sommerfrische.Schade, daß ich mein Waschzeug vergeffen habe!"Macht nix! An Kamm und an Zahubürschtl kennen's scho von mir hab'n!"

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Trudchen (bei einem festlichen Familienmahle):Mama, muß der Onkel deshalb so viel essen, weil es,Ein Ein­ladung" heißt, was Du ihm geschickt hast?"

Redaktion: ®. Burkhardt. Druck und «erlag der Brühl'schen Univerfitätr.Buch. und Steindruckerci (Pietsch Erben) in (Siegen.