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Magdalenenheim oder eine Krippe oder der-
Weise zu sticheln, nicht mehr möglich nnd Beleidigungen und bestimmt, daß genommen würde -
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war, die auf ihn gemünzten Anspielungen zu überhören. Erst verbat er sich ruhig seine Person zum Gegenstand des Gesprächs und als dies nichts fruchtete, stellte er Leo
Platz im Paradiese sichern".
Der Graf blickte der so beharrlich Bittenden in die schönen, von innerem Feuer erleuchteten Augen.
„Ach, meine gnädigste Gräfin, ich wage kaum, an's jenseitige Paradies zu denken, wenn mir ein Engel des irdischen Paradieses so scharf zusetzt. Sie wissen, daß ich schwach bin und schönen Augen kaum etwas abschlagen kann ; aber gerade jetzt ... die Rennen werden nächstens beginnen, und meinen Sommerurlaub muß ich — ich bin durch Zusagen gebunden — am Nordkap verbringen ... Da find zwanzigtausend Mark in der That eine Summe, die ich schlecht entbehren kann".
Die Gräfin ließ sich nicht abweisen.
„Sie brauchen sie nicht sofort zu zahlen, wenn Sie nur zeichnen- die Zahlung würde erst im Herbste zu erfolgen haben. Wenn ich kokett und eingebildet wäre, würde ich Ihnen einen Kuß versprechen- aber ich weiß, der Graf Meerburg, der verwöhnte Liebling der Damen, ließe sich durch solche Gunst eines alternden Mädchens nicht verlocken".
„Das käme denn doch darauf an".
„Pst! keine erheuchelten Komplimente! Gleichwohl gestehe ich, zu jeder Exzentrizität wäre ich bereit, wenn ich mir dadurch die benötigte Summe gewinnen könnte. Ich würde mir z. B. Ihre Unterschrift persönlich in Ihrer Wohnung abholen".
Wiederum schaute der Osfizier forschend in das Antlitz der Dame. Er wußte, daß sie erhaben über jede Verdächtigung ihres Rufes war, daß sie aber auch den Sport ihrer christlichen Werke mit einem Feuereifer betrieb, der sie unter Umständen über die Rücksichten, die sie auf ihr Geschlecht und ihre gesellschaftliche Stellung zu nehmen hatte, unbedenklich Hinwegriß. Andernteils war er durchaus nicht in sie verliebt- aber in
mit dem Hinterkopf auf den Fußboden eine rote Blutlache ihm zur Seite. Entsetzt beugte sich Leonhard über den Gefallenen. Der erhob seine Arme gegen ihn- einen Augenblick fuchtelten sie in der Luft herum, dann sanken sie kraftlos herab — ein gurgelnder Laut — Leonhard stockte das Blut im Herzen. Mit Blitzesschnelle durchfuhr ihn der Gedanke: „Rößler stirbt, und du bist sein Mörder!"
Seiner Sinne nicht mehr mächtig, in wahnsinniger Angst warf er sein Seitengewehr von sich und stürzte in wilder Flucht zur Thür hinaus.
(Fortsetzung folgt.)
vergaß, seine Vorgesetzten in gewohnter Weise zu ärgern. Er nahm zu allgemeiner Verwunderung plötzlich den Anlauf, ein tüchtiger und brauchbarer Soldat zu werden.
„Der Kerl ist gar nicht so dumm, wie man glaubte," bemerkte ein Freiwilliger nach Beendigung der Jnstruktions- stunde zu Leonhard.
„Nach meinem Dafürhalten ist er überhaupt nicht dumm," antwortete dieser, „bloß verstockt und widerspenstig."
In diesem Augenblick kam der Besprochene an ihnen vorüber. Wie sein Blick auf Leonhard fiel, ballte er heimlich die Faust, und sein Auge funkelte wie das eines Tigers, der auf Beute ausgeht.
Am nächsten Tage waren Leonhard, Leo und Brömme zusammen auf Wache kommandiert. Eben war die Ablösung gekommen, und sie begaben sich in das Wachtlokal, um die erfrorenen Glieder zu wärmen. Leonhard saß etwas abseits: er verspürte keine Neigung, sich an der Unterhaltung der beiden andern zu beteiligen. Er würde, müde und abge-
Wollen Sie mir nicht sagen, Feindschaft beehren?"
Leo lachte. „Feindschaft?
nicht, Brüderchen!"
Leonhard warf den Kopf wann wir Brüderschaft gemacht
Framnaugen trügen nicht.
Novellette von Dagobert von Gerhardt-Amyntor.
(Nachdruck verboten.)
„Das ist ein wenig viel, meine gnädigste Gräfin".
„Für einen Grafen Meerburg aber nicht zu viel", wandte die schöne und elegante Anna Gräfin Streitfeld ein, die die Dreißig wohl schon überschritten hatte.
Graf Meerburg ließ etwas ungeduldig die Absätze seiner Reitstiefel zusammenklappen, so daß die Sporen einen Hellen
„Und ich verbitte mir hiermit Ihre Unverschämtheiten — - zum ersten und letzten Mal."
„Wir Menschen find alle Brüder," begann Leo, ohne auf Leonhards Verweis zu achten- denkst Du vielleicht, Du bist auf eine andere Weise in die Welt gekommen, als ich, weil Du der Sohn von einem vornehmen Herrn bist, und lch — weißt Du vielleicht, wer mein Vater war?"
Leonhard stampfte auf vor Zorn. Die beiden andern sahen sich grinsend an, und Brömme gab Leo einen ermutigenden Rippenstoß.
„Vielleicht kann ich auf meinen Vater ebenso stolz sein, wie Du auf Deinen — ich meine mit ebensowenig Recht." „Schweige!" schrie Leonhard wütend. „Mein Vater geht Dich nichts an!"
„Wer weiß!" höhnte Rößler, „Brüderchen, werweiß!" Leonhard fuhr auf. „Du sollst mich nicht Brüderchen nennen, elender Schuft! Ich bin Dein Brüderchen nicht!"
„'s hat mancher mehr Brüder, als er denkt," sagte Rößler frech. Er war vollständig ruhig und schielte triumphierend auf Brömme, der jede seiner Bemerkungen mit flegelhaftem Lachen begleitete. Jetzt hielt sich Leonhard nicht länger. Mit einem Satze sprang er aus Rößler zu, Packte ihn an der Schulter und schüttelte ihn.
„Gemeiner Lump!" knirschte er. „Kein Wort weiter, sonst hau' ich Dich nieder, wie einen tollen Hund."
Rößler stieß ein rohes, höhnisches Gelächter aus. Er hatte versucht, sich der kräftigen Faust, die ihn umklammerte, zu entwinden; aber eS war ihm nicht gelungen. Nun kam ihm Brömme, der bis dahin mit offenem Munde zugesehen hatte, zu Hilfe. LeoS Gelächter und Brömmes Eingreifen verdoppelten Leonhards Wut. Mit einem Stoße schleuderte er den Soldaten zurück- dann ergriff er mit der Linken das Seitengewehr und hieb blindlings auf seine Gegner ein. Diese, weniger geschickt als er und vor Schrecken und Ueber- raschung halb betäubt, vermochten kaum, sich zur Wehr zu fetzen. Immer dichter hagelten die Hiebe.
Plötzlich taumelte Rößler, stürzte und schlug wuchtig
I wo! Ich hasse Dich gar zurück. „Ich wüßte nicht, hätten," erwiderte er stolz.
spannt wie er war, kaum auf dieselbe geachtet haben, wenn nicht Leo sogleich begonnen hätte, in nicht mißzuverstehender Das wurde schließlich so arg, daß es ihm
zur Rede.
„Ich habe Ihnen nie das Geringste zu leide gethan, und Sie legen es beständig darauf an, mich zu reizen, warum Sie mich mit Ihrer
silbernen Klang gaben.
„Sie sagen das so, weil Sie kein Hindernis gelten lasten, wenn in Ihrem schönen Kopfe irgend ein Plan spukt, dessen Ausführung Sie mit Feuereifer verfolgen. Aber zwanzigtausend Mark ... zum Teufel! Ich müßte sie mir geradezu borgen."
„Das verlange ich gewiß nicht von einem der rangiertesten Offiziere dieser Stadt. Aber ich weiß, daß es Ihnen nicht darauf ankommt, eine solche Summe einmal zu verwetten oder für irgend eine modische Nichtigkeit auszugeben- nun ausnahmsweise einmal für ein christliches
klang etwas spöttisch.
Stiftung eines Bettes im Amalien-Kranken- hause, ganz recht. Die Gebete der armen Kranken, die man in diesem Bette dereinst pflegen wird, werden Ihnen einen


