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Geheimnis entweiht zu sehen, war zu grausam. Der Zorn übermannte ihn.

Sie sind ein Unverschämter, Herr Herrmann hat ganz recht. Die Thür hätte ich Ihnen weisen sollen."

Na, na, nur nicht wieder so hitzig," erwiderte Fichtner in widerlichem Hohne.Was wäre denn Schlimmes dabei! Warum sollen Sie mein Mädel nicht lieben! Wenn man so ein schönes Geschöpf denn verdammt schön ist sie, das hatte ich auf de» ersten Blick weg aufwachsen sieht Tag für Tag. Wenn man sich als Vater allerhand erlauben darf einmal ein Küßchen einmal einen Händedruck und doch nicht der Vater ist"

Holaus raubte die Entrüstung die Sprache, und dabei schoß ihm das Blut in das Antlitz, wie einem ertappten Schuljungen.

Schweigen Sie! Sie sind so schlecht, daß Sie gar nicht mehr wissen, wessen Sie mich beschuldigen."

Beschuldigen? Ich Sie? Ich denke ja gar nicht daran, im Gegenteil. Sie sollen Sie ja haben, erst recht, und ich wette meinen Kopf, das Mädel liebt Sie auch. Ja, der Teufel hole sie, wenn sie es nicht thut. Aber natürlich muß sie erst wissen, woran sie ist, daß Sie nicht Ihr Vater. Dann wird ihr schon ein Licht aufgehen. Wenn Sie wollen, ich selbst zünd' es ihr an."

(Fortsetzung folgt.)

Bar Geld lacht!

Nachdruck erbeten.

Das ist ein ebenso kurzes als wahres Wort und wird doch so leicht vergessen. Woher kommt die stehende Klage über die Säumigkeit unserer kleinen Handwerker? Vom lässigen Bezahlen ihrer werten Kunden. Bedient möchte jeder sofort sein,- aber mit dem Bezahlen hat es oft gute Weile. Daß der Handwerker Geld braucht, um vorteilhaft eiukaufen und seine Lebensbedürfnisse bestreiten zu können, bedenkt so mancher sonst recht anspruchsvolle Kunde nicht. Noch weniger fällt ihm bei, daß sein leichtfertiges Borgen dem minder begüterten Handwerker gar bittere Sorgen macht. Wie ost wäre ihm mit den paar Groschen gedient, die dieser oder jener vornehme Kunde ihm unbedacht vorenthält,- aber zu bitten oder gar zu mahnen wagt er den guten Kunden nicht,- er könnte ihn ja darüber verlieren.

Wenn er dann nach geraumer Zeit glücklich sein sauer verdientes Geld erhält, ist er in falscher Scham wohl gar noch so thöricht, zu sagen: aber Herr soundso oder gnädige Frau, das hatte ja gar keine Eile, oder was dergleichen verbindliche Redensarten mehr sind. Worte, die der bedrängten Lage des braven Meisters oft geradezu Hohn sprechen. Jeder Arbeiter ist seines Lohnes wert. So gut der Beamte pünktlich seinen Gehalt erhebt und der Rentner seine Zinsen einstreicht, will auch der Handwerker rechtzeitig bezahlt sein, um seinen Verpflichtungen nachkommen zu können.

Nicht wenig soziales Elend liegt in unbezahlten Rech­nungen. Wer Schulden macht, ohne sie bezahlen zu können oder gar zu wollen, der thut der Volkswohlfahrt Eintrag und leistet dem geflügelten Worte

Eigentum ist Diebstahl Vorschub.

Weihnachten steht vor der Thür, das Fest, an dem man nach geheiligtem Brauch einander Freude zu bereiten sucht. Wie wäre es, wenn wir unseren unentbehrlichen Handwerkern zu einer fröhlichen Weihnacht verhülfen dadurch, daß wir sie nicht länger auf Wartegeld setzen?

Freundliche Gesichter und guter Wille sind keineswegs zu unterschätzen. dt.

Weihnachisarbeiten.

Rauchnecessaire. Leicht könnt ihr fleißigen Knaben eine kleine Arbeit ein Rauchnecessaire, Herstellen, mit der ihr

den lieben Vater zu Weihnachten sicher erfreuen würdet. Ihr sägt ein ovales Brett von dem Deckel einer Zigarrenkiste 22 Zentimeter lang und 16 Zentimeter breit. Den äußeren Rand beklebt ihr mit Zacken aus buntem Glanzpapier, welche nach der Innenseite des Brettes gerichtet sind. Eine gezackte Goldborte klebt ihr nun an den Rand des Papiers. Von der Schale eines geöffneten und ausgelaufenen Gänseeies schneidet ihr die Hälfte fort und beklebt den äußeren Rand derselben ebenfalls mit Papierzacken und Goldborte. Eine breite, auch zwei aufeinander geklebte Goldborten bilden de» Fuß. Papierzacken werden wieder an die eine der Gold­borten geklebt und die Eierschale in die nach oben stehenden Zacken gesetzt. Ebensolche Papierzacken an der anderen Gold­borte befestigen die Schale an dem Hinteren Ende des Brettes. Ebenso bearbeitet ihr die Schale eines Hühnereies und be­festigt sie links, eine andere rechts in derselben Entfernung vom Gänseei/ ein vorsichtig durch die Schalen gestecktes Draht­endchen dient zum Abstreichen der Zigarrenasche. Vorn an die Kante des Brettes klebt ihr nun ein Stück Zündmasse und füllt nun das Gänseei mit 5 bis 6 Zigarren, die Hühner­eier aber mit schwedischen Zündhölzern. Wie stolz könnt ihr sein, wenn nun euer lieber Vater sich eures Kunstwerkes beim Rauchen bedient.

Schirm halt er. Diese höchst praktische Arbeit, zum Aufhängen an der Thüre des Kleiderschrankes eingerichtet, verhindert das lästige Umfallen der Schirme in den Ecken und schont dieselben. Man fertigt den Schirmhalter aus starkem grauem Leinen an, wie solches zu Handarbeiten ver­wandt wird, schneidet die Rückenwand 93 Zentimeter laug und 36 Zentimeter breit, schrägt sie an beiden Seiten ein wenig ab, so daß sie unten eine Breite von 30 Zentimeter hat. Der obere Teil muß 74 Zentimeter lang und 38 breit geschnitten werden, und man stickt auf diesen 3 Zentimeter vom Rande entfernt eine 5 bis 6 Zentimeter breite hübsche Kreuzstichborde, zu welchem Zwecke man, wie bekannt. Kanevas aufheftet. Ist dieses geschehen, so legt man den Stoff in drei 9 Zentimeter breite Falten, die natürlich nach unten etwas tiefer gelegt werden müssen, als oben,- doch muß vorher der Stoff oberhalb der gestickten Borde mit Litze paffend zu der Stickereifarbe eingefaßt werden. Sehr hübsch wirkt terrakotta, sowie braunes Garn. 17 Zentimeter vom Rande des unteren Teiles entfernt, heftet man den oberen auf, doch verziere mau auch ersteren mit Kreuzstichen, und zwar schlage man die Ecken 12 Zentimeter breit und ebenso hoch um und besticke diese. 2 Zentimeter vom Faltenansatz sticke man eine 2 Zentimeter hohe Borde mit 9 bis 10 Zenti­meter hoher Mittelfigur, die dann zwischen den Ecken sich sehr hübsch macht. Hat man die beiden Teile auf einander ge­heftet, so setze man rechts und links neben der Mittelfalte eine Litze auf, so daß jede Falte ganz von der anderen ge­trennt ist, und fasse die Arbeit ringsherum mit Litze ein, ver­ziere die Ecken mit kleinen Schleifen und nähe an dieselben als Oesen, um diesen ebenso hübschen wie praktischen Schirm­halter aufzuhängen zwei Gardiuenringe, die man mit Baum­wolle überhäkelt hat.

Küchenwandschoner. Ein praktisches Geschenk für eine Hausfrau ist ein über dem Küchentisch anzubringender abwaschbarer Schoner für die Küchenwand, der trotz seiner Zweckmäßigkeit sehr selten in einer Küche zu finden ist. Das empfehlenswerteste Material dazu ist hellfarbiges Wachs- oder Ledertuch,- sehr hübsch und freundlich wirkt steingrün, Hell­mode oder ein lichtes Grau. Die Größe des Schoners ist etwa 100 Zentimeter Länge zu 68 Zentimeter Höhe zu be- mcffen. Die Randseiten werden mit gleichfarbiger wollener Litze eingefaßt, -und an den vier Ecken kle ne Metallringe zur Befestigung des Schoners an der Küchenwand, angenäht. Die Verzierung desselben übernehmen Pinsel und Oclfarben, welche ein geeignetes flottes Motiv auf den Wachstuch- oder Ledergrund zaubern. Ungeübten Händen bieten sich hierzu auch die keinerlei Mal-Vorkenntniffe beanspruchenden abwasch­baren Emaillefarben, mittels derer man eine Füllmuster-Borte