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Einen wohlschmeckenden Thee mit Vanillegeschmack kann MN sich aus Hagebuttenkernen bereiten. Die Hagebutte ytrb ausgeschnitten, die Kerne werden herausgenommen und getrocknet. Man läßt eine Handvoll Kerne 3 bis 4 Stunden langsam kochen. Sodann wird der Thee mit besonderem Wasser aufgefüllt und gesiebt. Eine Handvoll Kerne genügt für 3 bis 4 Personen.
Verwendung der Kohlrabi. Wer einen eigenen Garten besitzt, weiß recht gut, daß manchmal zugleich zu viele Gemüse reif werden und, wenn man sie nicht bald verbraucht, aufschießen, abstehen und verderben. Das ist nun insbesondere mit dem Salat, Kohlrabi'und Blumenkohl der Fall. Den Salat kann man als Gemüse verwenden. Die Kohlrabi geben ein treffliches Kraut; sie werden, nachdem die Blätter entfernt sind, gewaschen und abgeschält. Nun läßt man sie zweimal fein einhobeln; das erste Mal werden Scheibchen dünn geschnitten, das andere Mal die Nüdelchen. Man mischt sie mit Salz und läßt sie einige Stunden stehen. Das Krautfäßchen oder der steinerne Topf, welcher schon vorher rein ausgebrüht sein muß, wird mit Weintraubenblättern bedeckt, auf den Boden des Fäßchens etwas Salz gestreut und das Kohlrabikraut fest in das Faß eingedrückt. Obendarauf kommen wieder Weintraubenblätter, dann ein reines, in Essig getauchtes Tuch, und zuletzt Brettchen und Stein. Sollte anderen Tages die Brühe nicht darüber stehen, so wird gekochtes und wieder erkaltetes Salzwasser darüber gegossen. Die übrige Behandlung ist wie beim Sauerkraut. (Pr. Wegw.)
Kürbiskugeln. Kürbisse werden geschält und, falls dieselben in größerer Menge vorhanden sind, mit dem Kartoffelbohrer schöne Kugeln ausgestochen. Auf 1 Pfund derselben rechnet man s/4 Pfund Zucker, 1 Liter Essig und 30 bis 40 Gramm Ingwer. Essig, Zucker nebst Ingwer läßt man miteinander kochen, nimmt den Schaum ab und gibt, wenn der Essig ganz klar ist, die Kürbiskugeln in kleineren Portionen hinein, sodaß dieselben gut schwimmen; man läßt sie so lange kochen, bis sie durchsichtig werden. Es ist darauf zu sehen, daß sie nicht zu lange kochen, was ein Zerfallen der Früchte zur Folge hätte. — Anstatt der Kugeln kann man die Kürbisse auch in längliche Stückchen schneiden.
Rebhühner-Brötchen. 10 Personen. Bereitungszeit 2 Stunden. Zuthaten: 2 bis 3 Rebhühner, frisch gebraten, oder Rest-Verwendung, Vt Liter Kraftbrühe aus Liebigs Fleisch-Extrakt, 1/i Liter braune Coulis, ein Weinglas kräftiges Fleisch-Gelee, weitere 100 Gramm zur Garnierung, drei Eßlöffel Provencer-Oel, zwei Eßlöffel Estragon-Essig, geriebener Pfeffer und Salz nach Geschmack, Petersilie. — Man löst das Fleisch von den Knochen los, schneidet es fein, stößt es im Mörser, kocht die klein zerhackten Gerippe mit der Kraftbrühe aus Liebigs Fleisch-Extrakt eine halbe Stunde langsam aus, seiht die Brühe durch ein Sieb, entfettet sie, mischt sie mit der Coulis und läßt beides auf dem Feuer zur Hälfte eindämpfen. Ist dies geschehen, gibt man das Ganze in einen Napf, vermischt es mit dem Rebhühnerfleisch, dem Fleisch-Gelee, Oel, Essig, Salz und Pfeffer. Inzwischen streicht man kleine Becherformen von Blech mit Provencer-Oel aus, füllt diese mit der Masse, die so lange gerührt wird, bis sie dicklich zu werden beginnt, gibt die Formen in klein geschlagenes Eis und läßt die Brötchen erstarren. Beim Anrichten auf eine flache Schüssel gestürzt, werden sie mit gehacktem Aspik und krauser Petersilie garniert.
Literarisches.
Kollektion Hartlebe«. Eine Auswahl der hervorragendsten Romane aller Nationen. Achter Jahrgang. Vierzehntägig erscheint ein Band, eleg. geb. & 75 Psg. Jährlich 26 Bände; soeben Band 1 vom VIII. Jahrgang ausgegeben (A. Hartleben's Verlag in Wien).
Der siebente Jahrgang der „Kollektion Hartleben" ist nunmehr, mit immer sich erhöhendem Beifalle der Lesewelt, abgeschlossen, und der achte Jahrgang hat soeben zu erscheinen begonnen. Das Programm desselben umfaßt, soweit bisher festgestellt, folgende hervorragende und interessante Romane: Bd. I.—III. Pont-Uest, Rens de. Eine vornehme Ehe. — IV. Orzeszko, Elise. Der Australier. — V. bis VI. Savage, Henry. Die gefangene Prinzessin. — VII. Bülow, Baronin Paula. Ohne Herz. — VIII.—IX. Rovetta, Girolamo. Das Idol. — X. Benedek, Ellek. Anna Huszar. — XL—XII. Fleming, M. A. Vom Sturm getragen. — XIII.—XIV. Mairet, Jeanne. Die Studentin. — lieber die „Kollektion Hartleben" läßt sich nur gutes sagen; die Sammlung bietet bekanntlich nur vorzügliche Romane und liefert dieselben in schöner Ausstattung, gebunden, zu äußerst wohlfeilem Preise.
Kunst und Mode zeigt wiederum die neueste Nummer der im Verlage von Franz Lipperheide in Berlin erscheinenden „Mo den weit" (nicht zu verwechseln mit große Modenwelt und kleine Modenwelt), die am 1. Oktober ihren 35. Jahrgang beginnt. Es ist eine wahre Freude, die stetigen Fortschritte in den Illustrationen dieses berechtigten Lieblingsblattes unserer Frauen zu beobachten; wie die graziösen Gestalten der mit den neuesten begehrenswerten Toiletten bekleideten Modefiguren der Natur abgelauscht sind, und wie dabei doch die für das Nacharbeiten der Modelle nötige Genauigkeit keine Einbuße leidet. In erster Reihe berücksichtigt die vorliegende Nummer das Hauskleid, die einfache Gebrauchs-Toilette, deren man bei Beginn der Saison-Schneiderei zunächst zu gedenken hat, zeigt aber auch in einem anmutigen Bilde die ersten Gesellschafts-Toiletten, ohne daß die Promenaden-Toilette für Damen dabei in den Hintergrund tritt. Man kann sich hieraus einen Begriff von der Reichhaltigkeit eines einzigen Heftes machen, dem noch je ein Blatt für „Kindermoden" und „Handarbeiten", ein extragroßer Schnittbogen und ein Unterhaltungsblatt mit anregendem Inhalte beiliegen. Unter der Rubrik „Aus dem Leserkreise" finden wir ein Preis- Ausschreiben auf ein gesticktes Theegedeck, dessen Bedingungen gewiß viele zum Wettkampf ermuntern werden.
Humoristisches.
Grethchsn am Fahrrad. (Zeitgemäße Variante.) „Meine Ruh ist hin, Mein Herz ist schwer: Ich lerne es nimmer Und nimmermehr! . . ."
Dee Erfinder der Mnfik. Der Steuermann auf einem Hamburger Dampfer hatte sich verheiratet. Als er kurz darauf wieder an Bord kommt, entwickelt sich zwischen ihm und dem Kapitän folgendes Gespräch: Kapitän: „Na, Stüermann, — de hebbt sick ja ok woll so'n Klimperkasten anschafft?" — Steuermann: „Ja, so'n Ding hört ja nu mal dortau, kost man verdammt veel Geld." — K.: „Kann Ehr Fru denn ok speelen?" — St.: „Jawoll! „Lott iS dod" und „Komm, Karline, komm" speelt se man so slank nünner." — K.: „Sicht de Kasten denn ok en beeten smuck ut?" — St.: „Jawoll fein, sihr fein! He is von smart poliert Holt mit schön afdreihte Foit, un wenn man den Deckel opsleiht, do sind dor erst de swarteu un mitten Dinger, wo np speelt ward, und doräwer is denn so'n schoin vergold' Bild vun — vun — na, wo heet de Kirl noch? I — vun den, de eegentli de ganze Mnsil erfnnnen hett." — K.: „Na, ick toeet all Bescheid — Beethoven." — St.: „Ja, dat stimmt! So heet de Kirl ok."
Die Gouvernante aß mit ihrer vierjährigen Schutzbefohlenen zu Mittag, und als jede einen gehäuften Teller mit Pudding zum Nachtisch hatte, schien ihr dies der richtige Moment für eine kleine moralische Belehrnng. „Marie," sagte sie, „wenn jetzt eine arme, halb verhungerte Frau an die Thüre käme, was würdest Du thim?" — „Ich?" erwiderte Marie, und ihr Gesichtchen strahlte vor Seelengüte, „ich würde ihr Deinen Teller mit Pudding geben." („Münchener Jugend.")
Diamanträtsel.
(Nachdruck verboten.)
In die Felder nebenstehender Fignr sind die Buchstaben a a a a, c c o e, d, e e e, f, h h, i i, m, n, o o, r r, s, t derart einzutragen, daß die einzelnen Wörter der Reihe nach Folgendes ergeben:
1. Einen Buchstaben. 2. Prächtiges Bauwerk. 3. Ein Musikinstrument. 4. Insel im Mittelmeer. 5. Bayerischen Dichter. 6. Teil eines Dramas. 7. Einen Buchstaben.
Die wagerechte und senkrechte Mittelreihe haben die gleiche Sehen« tung.
(Auflösung folgt in nächster Nummer.)
Auflösung des Arithmogriph in voriger Nummer: Hirse — Erde — Reiher — Biene — Seine — Tinte — Westen — Ibsen — Ried — Drei.
Herbstwind.
Rrtatfio: E. Burkhardt. - »ruck und Verlag der Brühl'scheu Universttätr-Buch- und Steindruckerei (Pietsch Erben) in Meße«.


