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Gemeinnütziges.
Um saurem Wein seinen früheren Geschmack zurück- I ^u9e^n' uran per Hektoliter desselben ein gutes Glas I et^n na(§ er Art von Kaffee, thut es in einLeinwand- I sackchen tn Form einer Wurst, damit es sich leicht durch I ^,^u? och emführt, und läßt es an einer Schnur durch I gleiten. Die Tonne wird nun während
I einiger Minuten geschüttelt. Nach zwei Stunden zieht man I Säckchen wieder heraus und wird finden, daß der Wein den sauren Geschmack vollständig verloren hat. Wenn man I Wem sofort abzieht, läßt dieses Mittel auch den Schimmel und den zu trockenen Geschmack verschwinden.
Jeld und Karten.
Um Maulwurfsgrille« (Werren) zu vertreiben, sucht man am einfachsten deren Nester auf. Dieselben lieqen 10 bis 12 Ctm. unter der Erdoberfläche und sind daran kenntlich, daß über denselben die Pflanzen verwelkt, selbst verdorrt sind, weil die Weibchen alle Pflanzenwurzeln über dem Neste abbeißen. Hat man eine solche Stelle gefunden, so bohrt man mit einem etwas spitzen Stock ein Loch bis zur Tiefe des Nestes und schüttet dann am besten durch euren Trichter einen Kübel kochendes Wasser in das Nest wodurch Männchen und Weibchen der Grillen nebst 200 bis 300 Eiern zugleich vertilgt werden.
Kesundheitspflege.
_ Pegen Nervosität, wie sie gutes Leben oder zu viel Schrelbtlscharbert, besonders aber beides zusanunen, im Ge- Me hat, grebt es ein gutes, vergnügliches und dabei nützliches Mittel, das nur wenigen bekannt ist: die Anlage und Pflege ernes Formobstgartens. Die Formobstzucht ist eure Liebhaberei, die in Deutschland noch lange nicht genügend i gewürdigt wird. In der neuesten Nummer des praktischen Ratgebers im Obst- und Gartenbau plaudert der Bankier Pekrun-Dresden, der glückliche Besitzer eines der größten und vornehmsten Formobstgärten in Deutschland, von seinen Erfahrungen mit der Obstbaumzucht, und seine Belehrungen verbunden mit interessanten Abbildungen, dürften gewiß manchen zur Nachfolge reizen. Herr Pekrun pflegt feinen musterhaft gehaltenen Formobstgarten, den er sich oberhalb des Weißen Hirsches bei Dresden in einer Größe von 4000 Quadratmetern angelegt hat, ganz allein. „Es ist eine Liebhaberei," sagt er, „deren Reize darin bestehen, selbst an der Behandlung teilnehmen zu können, die gesundheitfördernde, nervenstärkende Bewegung in freier Luft, und der Stolz und die Freude, so hervorragend schöne, große Früchte wre ste nur am Formobst wachsen, selbst erbaut zu haben!" — So manche Karlsbader, Marienbader oder Kissinger- Kur könnte unterbleiben, wenn die gequälten „Vollblütigen" als Gegenleistung gegen ein zu einseitiges Leben ihrem Körper und ihrem Kopfe die mäßige, stete Anstrengung zumuteten, wie sie die Formobstzucht mit sich bringt.
Zsür die Küche.
Kücheirkalerider. Oktober. Erlaubt: Wild: Schwarzwild, älteres männliches und weibliches Rot- und Damwild; Rehgais und Kitzbock (vom 15. ab); Hase, Auer- und Birkhahn, Fasanenhahn und -Henne, Feld- und Haselhuhn, Wachtel, Wildente, Wildtaube, Schnepfe und Bekassine. Fische: Aal, Aesche, Alet (Schuppfisch), Barbe, Barsch' Brachsen, Felchen jeder Art, Forellenbarsch, Hecht, Huchen (Rotfisch), Karausche (Bauernkarpf), Karpfen, Krebs, Lachs (Salm), Maräne, Nase, Orfe (Nerfling), Regenbogenforelle, Rotauge, Schleie, Seefaibling (Ritter oder Nöteli), Treische Weller, Zander; Bach- und Kreuzungs-Saibling, Fluß- und Bachforelle (bis incl. 9.). — Verboten: Wild: Wildkalb Damkitz, weibliches Rehwild und Rehkitzbock (bis incl. 14.)' Auer-, und Birkhenne. Fische: Bach- und Kreuzungs- Saibling, Fluß- und Bachforelle (vom 10. ab); Seeforelle (Lachsforelle).
Kressen erwachsenen Gefahr war oer Gedanke an die ihr durch Corbus drohende in den Hintergrund getreten. Die Erzieherin ergriff sie beim Arm und verhinderte sie daran.
„Nicht von der Stelle, bis —"
„Ha, Sie bestehen also darauf, Ihre Rache völlig auszukosten !"
Felicitas maß sie mit einem langen Blick.
„Sie irren sich. Wenn es nur darauf ankäme, meiner Rachsucht zu stöhnen, so könnte ich gern darauf verzichten, denn bei aller Empörung, die gegen Sie in meinem Herzen lebt, dauern Sie mich doch, Frau Kommerzienrätin. Finstere Mächte müssen Gewalt über Sie haben, um Sie zu Thaten zu zwingen, die so völlig im Widerspruch stehen mit der Stellung, die Sie in der Welt einnehmen."
«Ja, ja, so ist es!" gestand sie ein. „Ich handelte nicht aus freiem Willen."
„Und ebenso wenig ist mein Wille frei," entgegnete Felicitas,- „Sie selbst sind es, die mich gezwungen hat. Bedenken Sie doch, was Sie von mir fordern. Ich soll mich opfern, um Sie zu retten. Können Sie wirklich etwas so Uebermenschlisches von mir erwarten?"
„Ich habe Ihnen ja schon gesagt, ich will alles erklären, will Ihnen die glänzendste Genugthuung geben — schweigen Sie, schweigen Sie!"
„Es giebt nur eine Erklärung, nur eine Genugthuung I für mich — die Entlarvung des wahren Schuldigen!" I antwortete die Erzieherin, „und ich bin nicht mir allein schuldig sie zu erlangen; ich bedarf ihrer für meinen Bruder, den Sie und Dr. Corbus in den Ruf gebracht haben, ein Spieler und Verschwender zu sein, ich bedarf ihrer, weil ich dem Manne, den ich liebe und mit dem ich verlobt bin, einen reinen, unbefleckten Namen mitbingen muß."
War die Kommerzienrätin bei der Erwähnung des Dr. Eorbus, als habe sie einen schmerzhaften Stich erhalten, zu« sammengezuckt, so traf sie das Geständnis der Erzieherin, I daß sie verlobt sei, in einer noch weit empfindlicheren Weise. | Der ganze Wahnsinn der von ihr gehegten Eifersucht stellte sich ihr dar, und damit überkam ste eine bittere Reue. Aber- I ruals zu Boden sinkend, flehte ste mit aufgehobenen Händen: |
„Vergebung, Vergebung, Erbarmen!" I
Eine tiefe Rührung bemächtigte fich des jungen Mäd- I chens. Sie beugte sich nieder zu der schuldigen Frau, ohne I doch recht zu wissen, was sie ihr sagen könne, da ertönte I von der Thür her halblaut eine von Thränen erfüllte Kinderstimme:
„Mama — Felicitas! Warum läßt Du mich in der I Nacht allein? Was macht Ihr hier?"
Mit lautem Gekreisch sprang die Kommerzienrätin auf die Füße, erschrocken wandte Felicitas fich um. Im weißen Nachtkeide, mit bloßen Füßen, das braune Haar aufgelöst über die Schultern Herabfallmd, sowie sie aus dem I Bette gekommen war, stand Hermine in der Thür, beleuchtet von einem Strahl des Mondes, der jetzt wieder seinen Weg durch das nur halb verhüllte Fenster gefunden hatte.
„Warum bist Du fortgegangen, Felicitas?" plauderte I sie weiter. „Ach, wie habe ich mich gefürchtet, als ich aufwachte und sah, daß Dein Bett leer war. Dann war's mir, I alä hörte ich unten sprechen, da kletterte ich aus dem Bett, die Thür war offen — ich bin die Treppe heruntergekommen —** I
Beide Frauen waren über das Erscheinen des Kindes so erschrocken gewesen, daß sie dessen Worten ruhig zugehört hatten, nun aber schrie die Kommerzienrätin alles vergessend: „Mein Kind, mein unschuldiges Kind, das ist zu viel! Das überleb' ich nicht!"
Schon war Hermine an ihrer Seite und wollte den I Arm um ihren Nacken schlingen, aber sie stieß ste zurück I und schrie:
„Rühre mich nicht an — ich — ich bin es nicht wert!" (Forsetzung folgt.)


