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bedeckten Stauden sind, wenn möglich, fleißig zu lüften, damit sie weder faulen noch zu früh treiben. Bon den beim Gesträuchschneiden abfallenden Zweigen können wir 10 bis 20 Zentimeter lange, unter einem Auge abzuschnetdende Steck­linge machen, diese in Bündchen binden und einstweilen wie Edelreiser einschlagen, um sie im April zu stecken.

Aür die Küche.

Wohlschmeckende und pikante Frühstücksschnittchen werden von allen Herren mit feiner Zunge geschätzt/ ihren' Beifall wird sich daher die Hausfrau durch die richtige Zu­bereitung folgender Schnittchen erringen. Man wäffert etwa zwölf Sardellen, wäscht sie, entgrätet sie und entfernt von zwei bis drei Oelsardinen Schuppen und Gräten. Man zerschneidet beide recht fein, vermischt sie mit etwas Oel der Sardinen, sowie einem Löffel feinsten Provenceröls, sowie etwa 20 zerschnittenen Kapern und bestreicht mit der Maffe ge­röstete Semmelschnittchen. Bon den übrigen Sardinen be­reitet man die andern Schnittchen. Man befreit die Sardinen von Haut und Gräten, schneidet sie klein, sowie auch drei Stücke Cervelatwurst, drei eingelegte Oliven, zehn Kapern, ein kleines Stückchen gekochten Schinken und zwei harte Ei­gelb. Alles dies vermischt man mit einem Löffel Kaviar, zwei Löffeln Proveneeröl und wenig Esdragonefsig, so daß man eine geschmeidige Masse erhält, mit der man geröstete Semmelscheiben bestreicht. Man ordnet beide Sorten Schnittchen zierlich auf flacher Schüssel und verzehrt sie mit Petersilie und Zitronenstückchen.

Hirnaiiflauf in die Suppe. Man reibt ein Stück Butter flaumig ab, giebt sechs geweichte Semmeln dazu, sechs Eigelb, eins nach dem anderen ein planschiertes und passiertes Hirn, rührt alles gut ab, worauf ma > den Schnee von acht Eiweiß, Limonenschale und Salz nach Geschmack hinzufügt, gut vermischt, die Masse in eine mit Butter ausge­strichene Form füllt und im Dunst kocht.

Ungarischer Hase. Man dreht Speck in Salz und Paprika und spickt den Hasenrücken damit, legt ihn auf ge­schnittene Zwiebel in die Bratpfanne, begießt ihn während des Brarens mit Fett und Rindsuppe, giebt eine halbe Stunde vor dem Anrichten sauren Rahm darüber, begießt mit dieser Sauce oftmals den Hasenrücken und giebt vor dem Anrichten fein geschnittene Kapern und Limonenschale in dieselbe.

Humoristisches.

Neues Empfehlungsmittel. Hausfrau: . . . Ihre Zeugnisse sind wohl nicht die besten?" Dienstmädchen: Darauf ist auch nicht viel zu geben, gnädige Frau, aber ich habe hier eine Nummer derMorgenzeitung" bitte nur erst mal daS graphologische Urteil über mich zu lesen!" * *

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Die Angewöhnung Sergeant:Warum sieht denn der Gefreite Pilz seit einiger Zeit so schlecht aus?" Gefreiter:Na, der hat jetzt einen anderen Schatz und muß sich erst an die neue Kost gewöhnen".

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Unterschieden. A.:Was sind denn das dort für sonderbar gekleidete Männer?" B.:Die huldigen dem Bergsport" A.:Aber der eine hat ja eine purpurrote Nase". B.:Hm, der wird gewiß dem Weinbergsport huldigen".

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Bitter. Gesangselevin:Nun, was sagen Sie zu meiner Stimme, Herr Professor?" Gesangslehrer:Ja, Sie sollten wirklich etwas dagegen thun!"

Stoßseufzer.Wie geht es denn auf Ihrem Gut, das Sie voriges Jahr gekauft haben?" Landwirt: Schweigen Sie nur still, wenn ich an mein Gut denke, wird mir schlecht".

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Jn der Sommerfrische. Levh:Haben Sie die Kinder alle mit?" Frau Cohn:Nur die drei jüngsten, aber das älteste ist unterwegs". Levy:Merkwürdig! Bei uns ist's umgekehrt."

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Gemütlich. Richter:Sie sind wegen BagabondierenS festgenommen worden, wie haben Sie Ihre Nächte zuge­bracht ?" Strolch:Danke scheen, Herr Richter, für gitige Nachfrage, von hier und da ä bissel Alpdricken abgesähn, hab ich immer ganz scheen geschlafen!"

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Ein Zweifler. A.:Eben hat mir der Herr Ober­förster erzählt, daß er gestern beim Sonnenuntergang eine Doublette auf Füchse gemacht hat!" 58.:Was der??!!.. Dem glaub' ich nicht einmal, daß gestern Abend die Sonne untergegangen ist!"

Litterarisches.

Die Kunst des Schneiderns gehört mit zu denjenigen Fertigkeiten, die dem weiblichen Geschlecht in allen Lebensstellungen und unter allen Umständen von Wert finb. Der Gattin, der Mutter kommt die Kenntnis im Schneidern zu statten, die vornehme Frau vermag dadurch einen wirksamen Einfluß auf die individuelle Gestaltung ihrer Toiletten zu nehmen, dem Mädchen, welches auf eigenen Füßen stehen muß, wird damit eine Existenz geboten. Niemand sollte daher versäumen, sich diese so nützliche Kunst anzueignen, die nicht bloß im Nähen, sondern haupt­sächlich in der Kunst des Zuschnitts besteht. Speziell für den letzteren giebt es in einem im Verlag ,,Europ. Modenzeitung," Dresden, neu erschienenen Zuschneidewerk, betiteltDie persekte Schneiderin", Preis in Mappe 6 Mk., Anleitungen von überraschender Einfachheit, die die Lernende in kürzester Zeit zu den günstigsten Resultaten führen. Das Werk fand in allen Kreisen die denkbar günstigste Beurteilung und innerhalb verhältnismäßig kurzer Zeit eine Verbreitung in vielen Tausend Exemplaren. Zur Erleichterung der Anschaffung ist auch der Bezug in einzelnen Heften a 50 Pfg. möglich. Prospekte über alle wichtigen Hilfsmittel zur Erlernung der Schneiderei verlange man vom Verlag Europ. Modenzeitung, Dresden. Bestellungen durch alle Buchhandlungen.

Den süßen Sorgen junger Frauen trägt die neueste Nummer der Modenwett" (nicht zu verwechseln m tGroße Modenwelt" und Kleine Modenwelt") Rechnung! Nichts fehlt von all den zierlichen Herrlichkeiten, die so ein winziges Menschenkind bei seiner Ankunft vorzu­finden erwartet. Und auch für einen praktischen und kleidsamen Anzug der jungen Mutter selbst ist gesorgt. Daneben kommen die letzten Neuheiten für die Gesellschafts-Saison und die ersten für die Frühjahrs- Garderobe zu ihrem Recht. Eine Wiener Diner-Toilette scheint uns das Schönste und Stilvollste, was wir seit langem gesehen. Aber was es auch sei, Salon-, Straßen- oder Hauskleid, immer entspricht es der vornehm einfachen Geschmacksrichtung, die das Blatt so vorteilhast von anderen seiner Art auszeichnet. Von der Vielseitigkeit des Inhalts kann nur ein Durchblättern der 16 Seiten starken Nummer einen Be­griff geben. Wenn man bedenkt, daß alle diese schönen und nützlichen Dinge statt für teures Geld erstanden, mit Hilfe der mustergültigen Schnitte, Beschreibungen und Illustrationen, für ein Billiges von unseren Frauen selbst hergestellt werden können, so erscheint der vierteljährliche Abonnements-Preis von Mk. 1,25 als eine Kapitalanlage, die hundert­fältige Zinsen trägt.

Das neueste 4. Heft derIllustrierten Framn-Zeitnng" (Verlag von Franz Lipperheide in Berlin) enthält einen mit vielen Illustrationen geschmückten Aufsatz über das Münchener Hoftheater, der das Interesse der weitesten Kreise finden dürfte, namentlich, da über die Einrichtung der Shakespeare-Bühne, sowie über die neue Drehbühne eingehend berichtet wird. Die Vorteile der Drehbühne sind einleuchtend, und ihre Wirkung ist so überraschend, daß sie einen völligen Umschwung des Theaterwesens herbeiführen dürfte. Außer diesem Aufsatz enthält das Heft noch einen sehr beachtenswerten Artikel über den Einfluß des Märchens auf das Kindergemüt von dem bekannten Jugend-Schriftsteller Georg Paysen Petersen, sowie die fesselnden ErzählungenMit tausend Masten" von Ida Boy - Ed undDer Minnesänger" von Franz Wich­mann, ferner die prächtige HumoreskeGlänzend gesiegt" von Eufemia von Adlersfeld-Ballestrem. Unsere Leserinnen dürfte auch das Preis­ausschreiben für das Ausrichten einer Festtafel interessieren.

Redaktion: E. Burkhardt. Druck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Stcindruckerei (Pietsch Erben) in Gießen