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weichen Tönen des Meisters aus, und brausender Beifall belohnte am Schluß ihr meisterhaftes Spiel.
Jetzt war der Bann der Befangenheit, der Verwirrung gebrochen. Jetzt vermochte sie selbst dem Herzog frei in das ausflammende dunkle Auge zu blicken und mit stolzem Lachen seine begeisterten Lobsprüche entgegenzunehmen.
Und dann mußte sie singen. Noch niemals, sie fühlte es selbst, hatte sie mit solcher Innigkeit, mit solcher Begeisterung gesungen.
Selbst die Baronin und ihr Lehrer, der Professor der Musikakademie, blickten überrascht auf das junge Mädchen, das gleich einer Göttin der Kunst dastand und die Huldigungen des Fürsten mit königlichem Anstand entgegennahm. Volkslieder und Opern Arien mußte Elsie singen; der Fürst schien nicht müde zu werden, dem weichen Mezzo-Sopran, der doch in den Höhen einer jubelnden, schmetternden Klang annahm, zu lauschen und immer wieder um ein Lied zu bitten.
„Und nun zum Schluß noch ein Lied — mein Lieblingslied —" bat er, „das Winterlieb von Henning von Koß — es Ihnen doch bekannt?"
„Gewiß, Hoheit!"
(Fortsetzung folgt.)
Der Garten im März.
------- (Nachdruck verboten.)
Der März scheint uns, die wir durch den linden und sonnigen Februar fast frühlingsgemut geworden sind, wieder daran erinnern zu wollen, unseren Uebermut etwas zu dämpfen und dort, wo wir über den aus dem Boden sprossenden Keimen die Bedeckung schon fortnahmen, um den neugierigen Sprossen und Knospen einen Blick in den vorzeitigen Frühling zu gönnen, schleunigst die schützende Hülle wieder umzulegen. — koch wenn auch diejenigen Arbeiten uns vorläufig versagt bleiben, die wir schon bald vornehmen zu können hoffien, so giebt es doch immer Gelegenheit genug, im Garten thätig zu sein. Wo es noch nicht geschehen ist, hacken wir die Strauchgruppen um. Wo der Rasen im Herbst und Winter mit Dung überstreut wurde, entfernen wir nun die gröberen Teile, damit Luft an die Gräser kommt. Die feineren Dungteile lassen wir noch liegen. Im Gemüsegarten bringen wir die im Winter herabgenommene Erde wieder hügelförmig über die Pflanzen. Treten warme Tage ein, so lüfte man die Kästen, in denen sich überwinterte Kohl- und Blumenkohlpflanzen befinden, damit die Pflanzen nicht zu lang werden. In diesem Monat säet man auch verschiedene Gemüsearten dorthin, wo sie, ohne vorher verpflanzt zu werden, ihre vollständige Entwickelung erlangen sollen- es sind dies solche Arten, die meist keinen frisch gedüngten Boden erfordern. So säet man Zwiebeln, die schmackhaften, bei uns aber leider noch nicht genügend gewürdigten, Schwarzwurzeln, ferner die langsam keimenden Möhren, Mairüben, Radies, dann Petersilie, Porree, Salatrüben und anderes mehr.
Im März beginnt auch das Pflanzen von Obstbäumen. Auf die Anlage von Spalierobst wird noch viel zu wenig Wert gelegt. Es ist thatsächlich erstaunlich, welch unerwartet hohe Erträge auch nur eine mit Obst bepflanzte Hauswand fast Jahr für Jahr liefert. Das Obst wird auch viel schöner, größer und wertvoller als an freistehenden Bäumen, und die Beschäftigung mit diesen Spalieren ist eine angenehme und interessante.
Für Aepfel-Spaliere wähle man nordöstlich, östlich und südöstlich gelegene Wände, Birnen wollen eine Lage nach Südosten, Süden und Südwesten. Selbst die Nordseiten kann man mit Obst ausnutzen und zwar durch Anpflanzung von Glaskirschen und Halbweichseln, insbesondere der großen, langen Lotkirsche (Schattenmorelle). Am meisten Wärme bedürfen dagegen Aprikosen und Pfirsiche, die den Ausguck nach Süden beanspruchen.
Von neuen Aepfelsorten sei die Doberaner Borsdorfer
Reinette empfohlen, die einen dem Edelborsdorfer ähnlichen Geschmack hat, aber reichtragender und vor allem ganz gefeit gegen Pilzkrankheiten ist und selbst in ungünstigen Obstjahren reichen Ertrag bringt. Als guter Wirtschaftsapfel, der schon im ersten Jahre nach der Pflanzung trägt, marschiert nach wie vor der Bismarck-Apfel an der Spitze, ihm folgt .Prinz Albert" und sodann als der schwerste und größte Apfel der Welt die Goldreinette von Peasgood. Als ein Apfel, der gleichzeitig einen großen Zierwert hat, gilt „Elise Rathke", dessen Zweige sich ähnlich einem Trauerbaum zur Erde neigen.
Auch das Pflanzen von Rosen wird im März vorgenommen. Eine noch wenig verbreitete Rose, die aber die größte Verbreitung verdient, ist „Bicks Caprice" und sie hat wirklich Capricen, denn ihre hellrosa Blumenbläiter sind mit dunklen, sich deutlich abhebenden Streifen Vers hen. — Die Schlingrose „Crimson Rambler" (Roter Herumstreicher) gewinnt sich immer mehr Verehrer, seitdem man g-sehen hat, was sie zu leisten vermag. In einigen Jahren klettert sie zwei Stockwerke hoch, alles einspinnend mit dichten Zweigen, an denen sich zur Blüiez it eine Fülle leuchtender, förmlich glühender, prachtvoller Dolden entfaltet. Die Rose überdauert die härtesten Winter, ohne daß man sie zu bedecken braucht. Sie ist in der That ein Juwel und das Ideal einer Schling- und Kletterrose.
Im Zimmer bereitet jetzt die Ausübung der natürlichen Pflanzenvermehrung, die Aussaat, viel Vergnügen. Neben feinen Sommerblumen säet man im Zimmer vorzugsweise Topfgewächse. Wir richten uns am zweckmäßigste,! für jede Samensorte einen Topf von etwa 10 Zentimeter oberer We te her, geben ihm eine gute Scherbenunierlage, füllen ihn hierauf bis 3 Zentimeter unter d m Rand mit gesiebter, sandiger He'deerde und drücken diese mit einem runden Brettchen mäßig an. Die Samen werden gleichmäßig ausge- stceut, aber keineswegs so dicht, d.ß sie sich gegenseitig berühren. Ganz feine Samen bedeckt man gar nicht mir Erde, die übrigen aber je nach ihrer Größe mit einer dünneren oder stäikeren Lage, fist die Erddccke mit einem glatten Brettchen mäßig angedrückt, so werden die Saatgefäße mit einer feinen Brause vorsichtig angegossen, dann mit einer Glastafel bedeckt und an das Fenster einer warmen Stube gestellt. Bei Sonnenschein legt man bis zu erfolgter Keimung auf jede Glastafel ein Zeitungsblatt. Die Glastafeln sind täglich abzunehmen und trocken abzuwtscken. Die Erde in den Töpfen wird gleichmäßig feucht gehalten. Die meisten Blumensämereien keimen in längstens zwei bis drei Wochen. — Man kann jetzt auch, infolge der Heranzucht einer neuen Sorte, Gurken im Topf am Fenster züchten und zwar nicht als Spielerei, sondern zur Gewinnung großer und wirklich wohlschmeckender Früchte. Es ist dies die Sorte „Rytow'sche Zimmergurke". Ein solcher Topf am Fenster ist originell, in seiner Art auch zierend und praktisch.
J. C. S.
Gemeinnütziges.
Zimmergärtnerei» Auch für diesen Monat gelten für die schon gegebenen Regeln, daß bei off-mem Wetter tüchtig gelüftet werden muß, daß nur bei trockener Eidoberfläche. dann aber stark gegoflen wird, daß kein W-sser um den Topf herum im Untersatze, sondern nur unterhatb des hochgestellten Topfes stehen darf, daß die Pflanze zuweilen mit dem Zerstäuber bespritzt und namentlich Palmen und ähnliche Blattgewächse mit den Schwämmen energisch gewaschen werden. Es ist unmöglich, solche Regeln täglich zu wiederholen, das würde unseren Lesern auch kaum lieb sein, Selbstnachdenken ist hier die Hauptsache. — Wir dürfen nicht beräumen, jetzt gegen das Frühjahr hin unsere Georginen- k nollen nachzusehen, Can na desgleichen, ob sich faulende, abzuschneidende Knollen an ihnen befinden. Die mit Körben rc.


