Ausgabe 
3.10.1899
 
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Im Stand der Vollreife und noch melr m jenem oer Ueberreife, wenn sich Zucker und Eiweißstoffe in den Früchten in großen Mengen angehäuft haben, siedeln sich auf allen unseren Obstsorten Milliarden jener kleinen einzelligen Lebewesen an, die als Hefepilze und Bakterien in den letzten Jahrzehnten zu so großer Bedeutung gelangt sind. Tas härtere Obst, die spätreifen Birnen und di- Aepfel sind von ihnen noch einigermaßen verschont, dagegen sind die weichen saftreifen Obstsorten, alle Arten von Pflaumen, Aprikosen, Pfirsichen, Weintrauben, Feigen, Granatäpfeln u. s. w. der trefflichste Nährboden für diese Kleinlebewesen. Wenn nun auch die Mehrzahl unschädlich ist, so kann man doch nie wissen, ob sich nicht unter ihnen auch gefährliche Krankheits­erreger befinden. Man sollte daher derlei Obst nur nach

der die mannigfachsten chemischen Prozesse vor sich gehen, und die Zwischenprodukte derselben, namentlich die zahlreichen im unreifen Obst enthaltenen organischen Säuren, sind Stoffe, welche oft geradezu giftig auf den menschlichen Organismus wirken.

"^tzt also weiß ich, wer das Geheimnis des Wand- I eine Anzahl von Krankheitszuständen, die in den übriaen schranks zu benutzen versteht, Frau Kommerzienrätin». Abschnitten des Jahres selten oder gar nicht auftreten, lieftrn

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f «n « vor ihr erschienen. 6t§ zur Cholera nostras, nach sich zieht Obst ist »T nu!

f Sie hier? Warum schleichen Sie in der feines Wohlgeschmackes, sondern namentlich

fU m vergeblichen Bemühen, sich tuten, verdauungsbefördernden Wirkung wegen ein höchst

m l? n I schätzenswertes Nahrungsmittel. Damit es seine wohlthätiaen

Mit einem bitteren, verächtlichen Lächeln antwortete I Wirkungen auf die menschliche Gesundheit voll und aanr

Hr.ff«n: 34 Bl getommm, »,1t Ich ä«6,re, |in» tat ÄZungeT e8 da l »e lite »«II M0te Me tt«We Staunte. fWenw in gu 96en «taSamoffenSei <« mu6 ?elen"mi baS ®lc Bi'bre om ausgereift fein und es mufftet um Verunreinigungen

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lentei!'w" iS uns ,.b'6 Dieistahls auf mich z» I »erben*itafl|SMr^ul»4^n"»l»"6ta ^"ge

«n« unschuldig war, da das Geheimnis aus jahrein besteht unsere Nahrung zum weitaus größten

der Died ich^nks U"r wenigen bekannt war, konnte niemand I Teile aus gekochtem oder gebratenem Fleisch, Gemüsen

Kie SV" i ;®ieC °^.egnete Felilitas.Meinen Kartoffeln, Käse, Butter und weißem oder schwarzem Brod'

Sie, ich wäre noch einen Tag länger in diesem Hause ge- alles Dinge, die eine besondere Zub°reitunaLu!chaemacbt

hat^wenn°m7ck"niw?die »fränkt und gedemütigt haben, um als Nahrungsmittel Verwendung finden zu können.

bie'mZ HAnung darin zurückgehalten hätte, Der Wilde in den altersfernen Kinderzeiten der Menschheü

nlÄ* f ecfen- Tag und Nacht hab- ich hat nun allerdings die meisten dieser Dinge roh genossen

gelauscht, und nun endlich ist es mir gelungen!" und das Menschengeschlecht ist dabeii

. "d^chts, nichts ist Ihnen gelungen! Mein Nein gilt bei I gangen, aber das beweist nichts für den Nutzen einer aus meinem Gatten so viel wie Ihr Ja!" schrie die Kammer- rohen Wurzeln und grücht-n besuh-nden Nabruna S fßTnTS ? einen Ausweg für sich sann. Gegenteil liegt in der Zubereitung der Speisen/wie^sie sich

Srnf un? ubte^/ wenn ich sage, ich sei Ihnen im Laufe der Jahrtausende herausgebildet hat, ein gut Tett gefolgt und habe Ste hier ertapp ?" des menschlichen Kulturfortschrittes, und durch zab r-icke

"va* I Generationen hindurch hat sich unser Körper den Produkten

alanb^"^- ? ^manb Wird Ihnen das Gegenteil der Kochkunst derartig angepaßt, daß eine erhebliche Abweichung Laen mMen " M über die Sache von denselben meistens Lit einer Gesundheitsstörung bezahl?

litzwe.gen mupen. j wird. Wenn nun im August und Sevtember aus allpn

rief obgesehen! Ich soll schweigen!" I Bäumen die Früchte reifen und zum Genüsse einladen, so

Ä! "W?"' 9J0U Kommerzienratin, darauf rechnen sind dieselben trotz ihres Wohlgeschmackes immer noch als

? «den! Ich bin es mir ein Dessert zu befrachten, b»5^ine ab^fZg in nnfm

, bs schuldig, Zeugen herbeizurufen. (Fortsetzung folgt.) Nahrung bringt, sie dürfen aber die übrigen Nahrungsmittel

nicht ersetzen und verdrängen, sondern sollen nur in mäßigen

Gesundüeitsaefabren im ?^9en 95"°?? toetbem ®c8en diese Gesundheitsr-geln

U l fehlt am häufigsten unsere liebe Jugend, welche namentlich,

Eme hM-msche Betrachung von Dr. med. W.Schaper. I wenn sie sich kostenlos zu Tisch setzen kann, das heißt wenn

, , . , (Nachdruck »ertöten.) I es gilt, einen fremden Obstbaum tüchtig zu plündern, das

T So. im feiten S^temberbrittel *8 ub an Maffenvertilgung leistet- aber auch die

die gleiche Lange erreichen und damit der Herbst seinen I Erwachsenen vergessen nur zu oft, daß der menschliche Magen offiziellen Anfang nimmt, geht eine Vorahnung des Herbstes 1 keine Ueberladung mit Früchten verträgt. 9

? MOtUr\ r®S no* red,t drückend heiß Ist das Obst obendrein nicht völlig ausgereift, so er-

nna/tPtu b9rftF«MaItCnsnr J?6 5"^ itt ber ^acht keiner I höht sich naturgemäß die Gesundheitsgefahr bedeutend. Denn ausgiebtgen Abkühlung Platz macht, ist vorbei. Die Sonne I die im Ausreisen begriffene Frucht gleicht einer Retorte in leuchtet mcht mehr mit dem blendenden Glanze des Mitt- ' ----? w -Ione' tn

sommers, sondern mit gelblichem Schimmer. Kühl temperierte trockene Nächte treten an Stelle der schwülen feuchtigkeits­schwangeren Sommernächte, welche mit jenen der Tropen mehr als eine Ähnlichkeit haben und wie jene ihre Eigentüm­lichkeit den zahlreichen Gewittern und Regengüssen verdanken, die um die Zeit des Höchststandes der Sonne regelmäßig eintreten. Wie ein dünner glänzender Schleier überzieht der weiße Nebeldunst des Höhenrauches die ganze Landschaft und auf den langen Fäden des Altweibersommers segelt im sanften Winde die Spinnerin durch die Luft.

Die schaffende Natur hat in der Hauptsache ihr Jahres- werk vollbracht. Vorbei ist die Zeit des Blühens und Sprießens und an ihre Stelle tritt die Zeit des Reifens und Genießens. Man möchte nun glauben, daß dieser Theil des Jahres, der nach sauren Wochen für viele doch eine Reihe froher Feste bedeutet, auch der menschlichen Gesundheit recht zuträglich sein müßte- ein Blick in die Gesundheitsberichte der großen Städte belehrt uns aber vorn Gegenteil- denn