440

triebe. Die Krone formt sich schön rund und bringt reichlich Blüten hervor. Dazu eignen sich nur kräftig wachsende Sorten.

Vermehrung -er gefüllten Nachtviole. Diese findet nach dem Verblühen, im Juli und August, statt. Die abgeschnittenen Blütenstengel, wenn auf ein schattig gelegenes Beet gesteckt, schlagen Wurzel und können deshalb gleichfalls zur Vermehrung benutzt werden- dies geschieht sonst durch Zerreißen oder Zerschneiden der verblühten Pflanzen.

Begießen -er Rosen. Bei trockenem und heißem Wetter, wie es die Monate Juli und August im Gefolge haben, ist ein gründliches Gießen morgens oder abends von der größten Bedeutung für die Entwicklung der Rosen. Bor dem Gießen muß aber der Boden tüchtig gelockert werden, damit das Waffer nicht abfließt. Wenn ich sage, die Rosen müssen 'gründlich gegossen werden, so verstehe ich damit nicht ein Ueberbrausen des Bodens, sondern ein Einschlemmen, ich möchte sagen ein zeitweiliges Unterwassersetzen. Bei trockener Witterung ist keine Pflanze dankbarer für gründliches Gießen wie die Rose. Um das Gießen wirksamer zu machen und zu erleichtern, empfiehlt es sich, die sauber geputzten Beete mit gut verrottetem Pferdedünger oder Lohe etwa 2 bis 3 Zentimeter hoch zu belegen.

Uever vas Avschnei-en -er Rose« herrscht vielfach die irrige Ansicht, daß man die Rosenstöcke schone, wenn man die einzelnen Blumen erst nach dem Verblühen abschneidet. Hierdurch werden aber die Rosenstöcke nicht nur nicht ge­schont, sondern sogar erheblich geschwächt, indem gerade in der Zeit des Abblühens der Blume dem Stocke die meiste Nahrung entzogen wird. Es ist daher zu empfehlen, die Rose schon dann abzuschneiden, wenn sie ihre schönste Form zeigt. Es wird dadurch der Rosenstrauch nicht nur sehr gekräftigt, sondern immer und immer wieder zur Bildung neuer Knospen und Blumen veranlaßt, während anderseits die abgeschnittenen Rosen eine hübsche Zimmerzierde abgeben und sich bei ordent­licher Pflege stets länger und besser halten, als wenn fie dem Stock belassen worden wären.

Aür die Küche.

Arbeitskalen-er für -en Monat August. Man verwende allen Fleiß auf das Einmachen von Gemüsen und Beerenarten. Man wähle zu dem Einmachen die Früchte sorgsam aus,- denn Früchte und Beeren, die nicht gesund ge­wachsen oder solche, die irgendwo beschädigt sind, halten sich nicht. Ferner sorge man dafür, daß die Sachen, welche zum Einmachen der Früchte und der Obstsorten benutzt werden (Essig, Spirituosen, Zucker, Honig, Gewürze) unverfälscht bezw. von bester Qualität find- denn sieht man hierbei mehr auf die Billigkeit, als auf dir Güte der Konservierungsmittel, so bekommen die eingemachten Sachen gewöhnlich einen un­reinen Geschmack und fallen leicht dem Verderben anheim. Es ist jetzt Zeit, Butter zum Auslassen anzuschaffen, da die Butterpreise im August ziemlich niedrig zu stehen pflegen. Ist die Butter sonst frisch und rein gehalten, so erhält sie sich ausgelassen (Butterschmalz) wohl ein Jahr lang gut, wenn sie in vollen Töpfen, vor Luft geschützt, in kühlem Keller mit gesunder Luft steht. Gießt man starke Pökel (etwa 15 Prozent Salz) auf die erstarrte Butter, so trägt dies zu ihrer Haltbarkeit bedeutend bet. Außerdem binde man Papier über. Die im August und September erzielten Eier eignen sich sehr gut für die Ausbewahrung über Winter. Konservierungsmittel für aufzubewahrende Eier hat man stets bald nach dem Legen anzuwenden. Die Eier müssen voll sein, dürfen nicht schon ausgedünstet haben. Erlaubt: Wild: Schwarzwild älteres männliches Rot- Dam- und Rehwild, Auer- und Birkhahn (vom 16. ab), Fasanenhahn und -Henne, Feld und Haselhuhn Wachtel (vom 24. ab), Wildente, Wildtaube, Schnepfe und Bekassine. Fische:

Redaktion: «. Burkhardt. Druck und Verlag der Brühl'schen

Aal, Aesche, Alet, (Schuppfisch), Bach- und Kreuzungs-Saib­ling, Barsch, Felchen jeder Art, Fluß und Bachforelle, Forellenbarsch, Hecht, Huchen (Rotfisch), Karausche, (Bauern- karps), Karpfen, Krebs, Lachs (Salm). Maräne, Nase, Orfe, (Nerfling), Regenbogenforelle, Rotauge, Schleie, Seeforelle (Lachsforelle), Seesaibling, (Ritter oder Röteli), Treische, Weller, Zander. Verboten: Wild: Weibliches Rot-, Dam- und Rehwild, Wildkalb, Damkitz, Rehkitzbock, Hase, Auer- und Birkhahn (bis incl. 15.), Fasanenhahn und -Henne, Rebhuhn, Haselhuhn, Wachtel, (bis incl. 23.), Auerhenne, Birkhenne.

Reiueelan-en einzumachen. Die feinste Art, diese Früchte einzumachen, bei der sie auch eine prachtvolle grüne Farbe behalten, ist folgende, von mir seit Jahren bewährt gefundene: Die Reineclauden müssen völlig ausgewachsen, aber noch nicht reif sein. Man schneidet die Hälfte der Stiele mit der Schere ab, durchsticht die Früchte mehrere Male mit einer starken Nadel bis auf den Kern und legt sie in kaltes Wasser. Dann stellt man in einem unverzinnten Kupfer­geschirr Wasser mit einer guten Prise Salz aufs Feuer, schüttet, sobald es kochend heiß ist, die Früchte hinein und nimmt sie, sobald sie an der Oberfläche steigen, mit dem Schaumlöffel heraus, um sie nochmals in kaltes Wasser zu legen. Wenn das gesalzene Wasser im Kessel erkaltet ist, thut man die Früchte nebst einigen Händen voll frischem Spinat hinein, stellt das Geschirr fest zugedeckt auf die heiße Herdstelle, wo man es so lange stehen läßt, bis das Wasser wieder heiß und die Früchte wieder ziemlich grün sind. Hierauf wässert man sie bis zum nächsten Tage in öfters gewechseltem, kalten Wasser. Auf 1 Pfund Früchte kocht man 1 Pfund Zucker mit knapp 1 Liter Wasser auf, läßt die Früchte darin einmal auskochen, schäumt sie, legt sie in Näpfe und gießt den Zucker kochend darüber. Am zweiten und dritten Tage kocht man den Zucker unter fleißigem Ab­schäumen etwas ein und gießt ihn kochend über die Früchte. Am vierten Tage werden letztere mit dem Zucker nochmals aufgekocht, ausgeschäumt und mit etwas kleingeschnittener oder grobgestoßener Vanille in Gläser gepackt. Der zu dick­flüssigem Syrup eingekochte Zucker wird erkaltet darüber ge- gossen und die Gläser mit Pergament verbunden.

"" Rha-ar-er-Marmela-e. Man schneide die Rhabarber­stengel ungeschält in kleine längliche Stückchen und nehme auf 1 Pfund Rhabarber Pfund gestoßenen Zucker- thue beides zusammen in eine Schüssel und lasse es zwölf Stunden ziehen- gieße dann den Saft, der sich gebildet hat, ab, koche ihn, bis er dicklich wird, lege den Rhabarber hinein und koche ihn eine Viertelstunde darin.

V-rmnsehtes.

Wer einen körperlichen Sport eifrig betreibt, dem muß konzentrierte, stark nährende Kost geboten werden. Da jegliche Sportleistung schon etwas die Nerven stark er­regendes in sich hat, ist thunlichst ausgedehnter Verzicht auf alkoholische Getränke ratsam. Erfahrene Reiter, Radler, Ruderer begrüßen in dem von der Liebig Compagnie herge­stellten Fleisch-Pepton, als Zusatz zur täglichen Kost, einen wahren Regenerator ihrer Kräfte. Auch auf den Touren selbst leistet es in Stückchen für sich allein, oder mit etwas Brot oder dergleichen genommen, sowie einer schnell herge­stellten Fleischbrühe zugesetzt die größten Dienste.

Er: Halt!Auf diese Bank können wir uns nicht setzerst - da stehtsrisch gestrichen". Sie:Oh, Gussie! Tu liebst mich bei weitem nicht so innig, wie Du mir immer beteuerst- Du hättest den frischen Anstrich sonst nicht bemerkt."

UmversttätS-Buch- und Steindrucker« (Pietsch Erben) in Gießen.