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Viktor Emanuel einen Beschützer fand, welcher ihm in den Schutzgebieten des Aostathales eine Freistätte schuf.
Von den Vögeln schien vor einer Reihe von Jahren der Strauß dem sicheren Untergange geweiht zu sein. Man züchtet jedoch den Strauß heute auf großen Farmen in Südafrika, Texas und Mexiko seiner Federn wegen als Haustier, womit die Gefahr seiner Ausrottung endgiltig beschworen ist. Dagegen werden in Amerika 'die wilden Truthühner immer seltener, und die Trappe kommt in Deutschland nur noch in einzelnen Exemplaren vor und dürfte auch in Südungarn und Rußland immer seltener werden.
Kaum sollte man es für möglich halten, daß auch die ekelhafte Sippe der Schlangen, welche in jedem Erdloch ein Versteck finden, das sicheren Schutz bietet, durch den Menschen in ihrer Existenz bedroht sind. Ihrer Haut wegen, welche zu allerhand Gebrauchsgegenständen verarbeitet wird, niacht man, amerikanischen Nachrichten zufolge, jenseits des großen Wassers emsig Jagd auf die gefürchtete Klapperschlange, aber auch auf harmlose, ungiftige Arten,. zumal da Schlangenöl ebenso, wie in manchen europäischen Ländern das Skorpionenöl, im Rufe eines wirksamen Heil- und Zaubermittels steht. Den Alligatoren, den amerikanischen Brüdern des Krokodils, stellt man ihrer, zu Brieftaschen, Portemonnaies, Cigarrenetuis u. s. w. verarbeiteten Haut wegen so eifrig nach, daß diese Tiere, welche in den großen amerikanischen Strömen vermöge ihres nichts verschmähenden Appetits die Rolle der Sanitätspolizei spielen, stellenweise schon recht selten werden.
Auch tut jüngsten Weltteile, dem schwach bevölkertet! Australien, sind einige Tiere schon in großer Gefahr, vor allem die Känguruhs. Andere Arten, wie das Schnabeltier, waren bereits zur Zeit ihrer Entdeckung so selten, daß sie binnen kurzem vernichtet sein werden.
Das Gewicht eines Löwen wird man vielfach unterschätzen. Wenn man den doch ziemlich schlank gebauten Körper des Königs der Wüste betrachtet, wird man sein Gewicht auf etwa 300 bis 350 Pfund veranschlagen. Das ist aber doch zu niedrig, denn ein völlig ausgewachsener Löwe wiegt durchschnittlich nicht weniger als 500 Pfund. 540 Pfund sind wohl das Höchstgewicht für einen afrikanischen Löwen. Das Skelett des Löwen ist ungewöhnlich stark, und die Knochen schwerer als Elfenbein. — Der Tiger hat ungefähr das gleiche Gewicht wie der Löwe. Ein bengalischer Königstiger wiegt im Durchschnitt 520 Pfund, seine Muskulatur ist aber ungleich entwickelter und stärker als die eines Löwen von gleichem Gewicht.
Was für eine Farve hat Gold? Diese Frage ist in einem Artikel der Mitteilungen des Internationalen Patentbureaus Carl Fr. Reichelt, Berlin N W. 6, gestellt und dürfte ihre Beantwortung dahin finden, daß reines Gold die Mehrzahl der metallisch gelben Farbtöne vom reinen Gelb bis zum dunkleren Rotgelb aufweist. Kenner können an der Farbe einer Goldprobe geradezu den Herkunftsort des Metalles erkennen. So ist australisches Gold überwiegend sehr viel rötlicher gefärbt, als das in Kalifornien gewonnene. Das in Klumpen (Nuggets) vorkommende Gold (z. B. das von Klondike) ist gelb , während das in Quarz eingesprengte Metall einen tieferen „goldigen" Schimmer besitzt. Am meisten nach dem Rot zu neigt sich die Farbe des Uralgoldes. Laien haben im allgemeinen selten Gelegenheit, reines Gold zu Gesicht zu bekommen; das Handelsprodukt sowohl, wie unsere Goldmünzen find bekanntlich Legierungen mit Silber oder Kupfer. In reinem Zustande, wie es aufgefunden
wird, ist das Metall viel zu weich zum Gebrauch; erst durch Legieren mit einem anderen Metall erhält es die nötige Widerstandsfähigkeit gegen Abnutzung.
Cittermifcbes.
Novellen Bibliothek bet „Illustrierten Zeitung". 24. Band. Preis 2 Mark, in Originalleinenband 3 Mark. Verlag von I. I. Weber in Leipzig. Als freudig willkommen geheißener Gast für Herbst- nnd Winterabende stellt sich der 24. Band der beifällig begrüßten Novellen- Bibliothek der „Illustrierten Zeitung" ein. Längst erprobte Erzähler mit uns vertrauten Namen, aber auch aufstrebende neue Kräfte kommen hier zum Worte und wissen unsere Ailfmerksamkeit nachhaltig zu fesseln. „Das Nixgewürge" von Martin Krause schildert den ergreifenden Widerstreit zwischen Vater und Sohn; R. O. Mahlo entwirft in „Eloni" ein bestrickendes Gemälde attischer Landschaft und berichtet gleichzeitig von einem grauenvollen Brauche des Volkes der Aruauten, während Arthur Achleitners „Schmugglerschiff" ein packendes Lebensbild vom Ufer des Schwäbischen Meeres entrollt und K. E. Franzos in der Novelle „Nach dreißig Jahren" i>aS- machtvolle Erwachen ererbten Künstlergenies zum Gegenstände hat. Diese wenigen Fingerzeige wollen selbstverständlich den höchst mannigfaltigen Inhalt des stoffreichen Bandes bei weitem nicht erschöpfen.
Die moderne Chemie. Eine Schilderung der chemischen Großindustrie. Von Dr. Wilhelm Bersch. Mit über 400 Abbildungen, darunter zahlreiche Vollbilder. In 30 zehntägigen Lieferungen (zusammen 60 Bogen) zu je 50 Pf. Bisher 15 Lieferungen ausgegeben. Auch fchon komplett gebunden zu haben, in Prachtband, für nur 17 Mk. 50 Pf. und geheftet in drei Abteilungen, jede für 5 Mk. (21. Hartleben's Verlag in Wien.) Das zur Neige gehende Jahrhundert war das Säculum der exakten, der Naturwissenschaften. Besonders aber ein Zweig derselben, die angewandte Chemie, hat wahre Triumphe gefeiert, sie ist nicht nur zu einem imposanten Wissensgebiete herangewachsen, sondern sie nahm auch einen ungeahnten Einfluß auf die meisten Gewerbe und Industrien und damit auf die Kultur; denn sie lehrte die Darstellung zahlreicher neuer Stoffe und rief neue, auf chemischer Grundlage aufgebautc Industrien ins Leben. Und heute beherrscht die angewandte Chemie fast das gesamte wirtschaftliche Gebiet — sie ist die modernste aller Wissenschaften geworden. Nur wenige kennen und würdigen aber ihre Bedeutung, trotzdem es heute geradezu als Mangel an allgemeiner Bildung angesehen werden muß, nicht wenigstens mit ihren Grundzügen vertraut zu sein. Das vorliegende Prachtwerk „Die moderne Chemie" soll und wird aber diesem, in den Lehrplänen unserer Schulen und dem Fehlen passender Literatur begründeten Mangel abhelfen. Es schildert in anziehender Form alle chemischen Industrien, ohne bei dem Leser besondere chemische Kenntnisse vorausziisetzen, es führt den Leser an der Hand eines reichen, der Praxis entnommenen Bildermateriales durch zahlreiche chemische Etablissemens, und zeigt ihm, in welch genialer Weise chemische Reaktionen und Methoden in der Praxis angewendet werden, um Stoffe, deren wir uns täglich bedienen, oder die sonst von Bedeutung sind, zu erzeugen. So wirkt der Autor anziehend und belehrend zugleich; er vermittelt die heute unumgänglich erforderlichen Kenntnisse der Grundzüge der chemischen Industrien, und giebt dem Leser Gelegenheit, sich an den Erfolgen der Wissenschaft zu erfreuen und zu erheben. Aber auch der Praktiker wird in dem Buche manches neue finden: „Die moderne Chemie" ist daher ein für alle Kreise passendes Werk, das in keiner Familie fehlen sollte, und sich ganz vortrefflich als eine, dauernd ihren Wert behaltende Wcihnachtsgabe eignen wird.
Rätsel.
Nachdruck verboten.
Bunte Blätter sah ich fliegen, Wie das Herbstlaub fällt von Zweigen, Reife Früchte sah ich liegen, Doch sie wurden nicht mein eigen.
Hat mein Baum auch reich getragen,
Mir ist nichts daran geblieben,
Und die reifen Früchte lagen,
Wo der Wind sie hingetrieben. I.
(Auslösung in nächster Nummer.)
Auflösung des magischen Quadrats in voriger Nummer:
ESEL SELA ELCH LAHR
Rebrfrion: $. Burkhardt. — Druck und N-rkag der Brühl'schen UniverfitSts-Buch- und Steindruckerei (Pietsch Erben) in Siegen.


