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glück scheiterte an Deiner eigenen albernen Launenhaftigkeit und Verblendung."

Frida schlug die Augen nicht auf:Und was sagtest Du?" fragte sie in verhaltener Angst.

Lpß das, Frida, Du kennst mich wohl genug, um zu wiffen, daß ich nicht gegen meine Ueberzeugung rede,- die Erfahrung mag lehren, ob ich mich und ihn getäuscht. Lebe wohl, Frida, denke daran, daß Dein Großvater sterben will."

Sie ging zur Thür hinaus, länger konnte sie es nicht ertragen, Frida gegenüber zu stehen, ihr Herz war noch nicht still genug, schon diese kurze Stunde war eine Qual für sie gewesen.

Als am Abend Charlotte in ihres Vaters Zimmer trat, löste sich aus der Fensternische eine Gestalt, und Frida legte ihren Kopf auf der Mutter Schulter mit der leisen Bitte: Laß mich heute mit Dir bei dem Großvater wachen."

(Fortsetzung folgt.)

Mssterbende Tiere.

Von Dr. Hans Körte.

------- (Nachdruck verboten.)

Die versteinerten Funde belehren uns darüber, daß in grauer Vorzeit zahlreiche Tierarten unsere Erde bevölkerten, welche indes längst ausgestorben sind. Sie gingen zu Grunde teils bei großen Erdkatastrophen, teils weil ihr Organismus nicht anpassungsfähig genug war, um aus dem Kampfe aller gegen alle siegreich hervorzugehen. Noch heute ver­schwinden Tiergattungen gänzlich von der Erde oder sind doch in ihrem Bestände auf's äußerste gefährdet. Es ist aber nicht das Walten der Natur, sondern der Mensch, der sie vernichtet, wohin er mit seiner Kultur kommt.

Der Moar, ein riesiger, straußartiger Vogel, der einst in großer Zahl in Neuseeland vorkam, ist durch die ein­geborenen Maoris längst gänzlich ausgerottet, und das gleiche Schicksal ist ähnlichen Riesenvögeln widerfahren, die noch gegen Ende des vorigen Jahrhunderts auf Madagaskar lebten, und von welchen Gerippe und Eier uns erhalten geblieben sind.

Aus der Reihe der Säugetiere ist es vorzugsweise der amerikanische Büffel, welcher in unglaublich kurzer Zeit einem Vernichtungskriege zum Opfer gefallen ist, der in der Geschichte menschlicher Habgier und Mordwut beispiel­los ist. Dieses mächtige Tier bevölkerte zu Anfang unseres Jahrhunderts in ungezählten Millionen die endlosen Prairien zu beiden Seiten des Missisippistromes bis an die kaliforni­schen Felsengebirge. Die zunehmende Einwanderung be­schränkte wohl seine Weideplätze von Osten und Westen her, doch zählten die Herden immer noch nach vielen Millionen. Als aber die erste Pacificbahn von New-Aork nach San Franzisko im Jahre 1869 eröffnet wurde, und das Netz der Eisenbahnen immer enger seine Maschen über den jung­fräulichen Boden zog, war auch das Todesurteil über die Büffel gesprochen. Lediglich der Häute wegen wurden die Tiere alljährlich zu hunderttausenden niedergeschlagen, während Fleisch, Knochen und Hörner achtlos und unver­wertet liegen blieben. Heute werden in dem bekannten Dellowstone-Park und an einigen anderen Orten wenige Herden von einigen hundert Stück mühsam durch Gesetz und Polizeigewalt vor der vollständigen Vernichtung bewahrt.

Ein ähnliches Geschick droht dem afrikanischen Elefanten. Die Nachfrage nach Elfenbein ist trotz zahlreicher täuschen­der Fälschungen eine so große, daß dasselbe zurzeit der wertvollste Handelsartikel ist, welchen die Karawanen aus dem Innern bringen. Mindestens 60 000 Elefanten müssen deshalb in jedem Jahre in Afrika ihr Leben lassen, um die auszuführenden 800000 Kilogr. Elfenbein zu liefern. In allen Küstenländern des schwarzen Erdteils ist dieser Riese unter den Tieren schon fast gänzlich ausgerottet, und da auch das Innere von Jahr zu Jahr dem Verkehr immer

mehr erschlossen wird, ist binnen kurzer Zeit auch hier das­selbe zu erwarten. Man hat zur Beschönigung dieses blinden Wütens behauptet, daß der afrikanische Elefant nicht zu zähmen sei. Dem ist aber nicht so; die Kriegselefanten der Karthager, welche den Römern bei ihrem ersten Er­scheinen einen so gewaltigen Schrecke:: einjagten, waren afrikanische, und auch in neuester Zeit hat man erfolgreiche Zähmungsversuche gemacht, welche voraussichtlich zur dauern­den Erhaltung dieses Tieres führen werden, das ohne Zweifel dazu berufen ist, im afrikanischen Verkehr eine große Nolle zu spielen.

Auch die anderen Glieder der für Afrika so charakte­ristischen Familie der Dickhäuter sind in hohem Grade ge­fährdet. Das Nilpferd, welches ehemals bis weit hinunter den Strom bevölkerte, hat sich längst in die mittelafrikani­schen Seeengebiete und in die abyssinischen Zuflüsse des Nils zurückgezogen, und von dem Nashorn (Rhinozeros), dem gepanzerten Behemot der Bibel, gilt ein gleiches. Auch Gazellen, Antilopen, Giraffen und andere Tierarten werden in weiten Bezirken Afrikas von Jahr zu Jahr seltener. Da unser einheimisches Pferd und Rind in vielen Gegenden mit Regelmäßigkeit dem Stich der gefährlichen Tsetsefliege unterliegen, ist dieses Morden umso sinnloser, als sich Europäer und Eingeborene dadurch selber die Möglichkeit verschließen, geeignete Gattungen zu nützlichen Haustieren heranzuzähmen.

Auch in Europa sind einige große Säugetiere schon ziemlich selten geworden. Der Wisent, fälschlich meist Auer- ochs genannt, welcher früher in ganz Europa und im west­lichen Asien heimisch war, und noch zu Karls des Großen Zeiten im Harze und in Ostpreußen sogar noch im 17. Jahr­hundert lebte, kommt wild nur noch in einigen Gegenden des Kaukasus und in dem bekannten litauischen Waldgebiete bei Bialowicze vor, wo etwa 1500 Stück noch leben und sich neuerdings wieder zu vermehren scheinen. Eine kleine Herde ist von da in die oberschlesischen Waldungen des Fürsten Pleß verpflanzt worden, wo sie nur durch äußerste Pflege erhalten werden. Der eigentliche Auerochs aber, der Ur des Nibelungenliedes, der zu Cäsars Zeiten noch überall in Deutschland und England lebte, ist längst aus­gestorben; seine Rasse lebt jedoch zum Teile noch in den halbwilden Rindern von Millingham und im holsteinischen Rindviehschlag fort, welche beide von ihm abstammen.

Der Biber, dessen kunstreiche Wasserbauten in zoologischen Gärten ein Vergnügen für jung und alt sind, ist aus den meisten Ländern Europas längst verschwunden. In den sächsischen und thüringischen Nebenflüssen Hausen noch einige hundert Exemplare, welche durch strenge Polizeiverbote ge­schützt werden. In Britisch-Nordamerika, von wo jährlich noch° etwa 130000 Biberfelle auf den Pelzmarkt kommen, wird ihm die Hudson-Bay-Company bald das Schicksal der Büffel bereitet haben. Auch andere Pelztiere, wie der sibirische blaue Fuchs und der Zobel, werden von Jahr zu Jahr seltener und ziehen sich vor den fortgesetzten Nach­stellungen in die unwirtlichsten Gegenden zurück.

Auch die großen Wassersäugetiere haben unter der Vernichtungswut des Menschen schon bedenklich abgenommen; der Walfischfang wird von Jahr zu Jahr unergiebiger, und wenn nicht Schongesetze nach dem Vorgehen von Norwegen und Rußland zur internationalen Anerkennung gelangen, dürfte die letzte Stunde dieser größten lebenden Säugetiere bald geschlagen haben. Walrosse, Seelöwen, Elefanten- robbeu sind ebenfalls in erschreckender Abnahme begriffen. Man rafft sich indes allmählich zum Schutze dieser wichtigen Tiere auf und hat beispielsweise die internationale Ab­machung getroffen, daß von Seebären im Behringsmeere nur jährlich 100000 Stück, und zwar jüngere männliche Exemplare, getötet werden dürfen.

Der Steinbock, jenes edelste Alpenwild, ist seiner Aus­rottung nur entronnen, da er in Italiens erstem Könige