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Zum Tagewerk.
hin in Gottes Namm, reif dein Werk mit Freuden an, ühe säe deinen Samen! as gethan ist, ist gethan.
Sieh nicht aus nach dem Entfernten, Was dir nah' liegt, mußt £u thun; Säen mußt du/ willst du ernten, Nur die fleiß'ge Hand wird ruh'n. Müßig stehen ist gefährlich, Heilsam unverdross'ner Fleiß;
Und cs steht dir abends ehrlich An der Stirn des Tages Schweiß.
PH. Spitta.
Nachdruck verboten.
Der Gylfenhof.
Eine Erzählung von P. D i t s u r t h.
(Fortsetzung.)
Am nächsten Vormittag wollte Renata eben ausgehen, als Frau Noltes freundliche Stimme zur Thüre hineinrief: //Ach, Fräulein Renatchen, erlauben Sie wohl, daß wir eintreten? Ich wollte doch gern meinem Sohne unsere nette Wohnung zeigen."
Las junge Mädchen gab bereitwillig seine Zustimmung und begrüßte herzlich den Herrn Pastor, der, wie es schien, mehr der Mama zuliebe, als aus eigenem Antriebe das hübsche Zimmer musterte und, an das Fenster tretend, lachend konstatierte- daß man hier auch nicht mehr von der großen Welt sähe, wie drüben bei seiner Mutter.
Neben dem Fenster stand der zierliche Schreibtisch, der auf dem Aufsatz zwei Bilder trug, eines stellte Walter vor, und das andere einen alten Herrn in auffallend heller, weiter Kleidung, der, einen langen Bergstock wie eine Balancierstange in beiden Händen haltend, auf einem Sessel saß. Eifrig wettersprechend betrachtete der Geistliche die Bilder, bis er plötzlich stockte und sich vorbeugend das Bild des alten Herrn genauer ansah.
„Darf ich fragen, wen dies vorstellt?" sagte er, es in die Hand nehmend.
„Es ist ein Onkel von mir, ein etwas wunderlicher, aber sehr guter Mann; ich fand das Bild und habe mir es kürzlich etwas repariert," antwortete Renata.
„Er ist tot?"
„Ja, schon viele Jahre."
„Und hieß er auch Wendelin?"
„Gewiß."
„Dieser Herr muß einmal in meinen Gesichtskreis gekommen sein; gerade dies auffallende Aeußere taucht aus meiner Erinnerung auf. Das Bild stammt auch aus der ersten Zeit der Photographie."
„Es ist leicht möglich, daß Sie meinen Onkel auf Reisen gesehen haben," warf Renata ein, „er hat deren viele gewacht."
„Ja, ich aber nicht," erwiderte lächelnd der Pastor, „übrigens gehts mir mit Ihnen ähnlich, mein Fräulein, Sie haben eine Aehnlichkeit mit jemand, und ich kann's doch nicht finden, wer mir vorschwebt. Kennen Sie vielleicht den Ort Schwalenberg?" fragte er dann.
„Den Namen habe ich nie gehört."
„In Schwalenberg war mein seliger Mann Pastor, müssen Sie wissen, Renatchen," mischte sich Frau Pastor Nolte in's Gespräch, „ach, es war zu schön dort," sie fuhr sich mit dem Taschentuche über die feuchten Augen.
Der Sohn sah noch eine Weile sinnend auf das Bild, dann stellte er es vorsichtig an seinen Platz und verabschiedete sich mit seiner Mutter.
Renata eilte nach dem Gylfenhofe und traf Frida allein im Wohnzimmer. Sie wurde von ihr mit Kälte begrüßt. „Ich werde Mama rufen," damit ging sie hinaus.
Charlotte kam sehr bald, und von ihr hörte Renata, daß dem Kranken das Bewußtsein mehr und mehr Wiederkehre und er schon ganz klare, zusammenhängende Worte gesprochen habe. „Körperlich dagegen ist er sehr schwach, aber es ist, als wäre sein Geist freier geworden," sagte Charlotte, „auch die alte Heftigkeit hat sich bis jetzt noch nicht gezeigt."
Renata bat, ihn vor ihrer Abreise noch einmal sehen zu dürfen, und teilte dann Charlotten den Brief ihres Vormundes und dessen Wünsche mit. Bei Noltes konnte sie vorläufig wohnen bleiben, mußte aber erst anfragen, ob auch ihre Sachen dort untergebracht werden könnten.
„Ich habe nur die liebsten Möbel behalten," sagte Renata, „es find nicht viel."
„Nun, und was bei Noltes nicht Platz findet, bringen Sie zu uns," fiel Frau Falkner ein. „Wir wollen schon helfen, Ihre Zukunft freundlich zu gestalten, ich freue mich, daß dann nichts mehr in M. Sie bindet."
Ein schmerzliches Lächeln zuckte um Renatens Mund; ach die Zukunft kam ihr so dunkel vor, da der lichte Stern


