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Was wird während eines Sommers aus einem Fliegenpaar?

Von August Schacht.

--- (Nachdruck verboten.)

Schon oft haben Statistiker sich mit der Frage nach der Zahl der Nachkommenschaft eines Fliegenpaares in einem Sommer beschäftigt, aber stets ist die Antwort ausgeblieben. Nun hat ein Professor in Washington namens L. O. Howard ausge­rechnet, daß die Nachkommenschaft eines Fliegenpaares in einem einzigen Sommer auf 4472 286 103 628 713 559 320 Fliegen anwachsen kann, wenn keinerlei Hindernisse hemmend in den Weg treten. Zum Glück wird den Fliegen im Sommer mit allen erdenklichen Mitteln zuleibe gegangen, sonst würden wir an manchen Tagen die Sonne nicht sehen können, da die ganze Entfernung von Fliegen ausgefüllt werden würde. Die von Professor L. O. Howard ausgestellte Zahl, an deren Richtigkeit zu zweifeln wir umsoweniger Ursache haben, als wir ihm einen Gegenbeweis nicht bringen können, ist in mehr als einer Beztehurg hochinteressant.

Von einem wütenden, d. h. nur in Bezug auf seine Wissenschaft, Statistiker ist das Gewicht einer einzelnen Fliege genau bestimmt und auf 2/ioo Gramm festgesetzt worden, mit

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andern Worten: zu einem Kilogramm wären 50 000 Fliegen notwendig. Eine Tonne (1000 Kilogramm) würde demnach 5000000 Fliegen erfordern. Ein Elefant mittlerer Größe hat ein ungefähres Gewicht von 10 Tons 10000 Kilo­gramm. 500 Millionen Fliegen würden also an Gewicht einem einzigen Elefanten entsprechen. Zu der von Professor Howard mit 4 472 286103 628 713 559 320 Fliegen festge­setzten Nachkommenzahl eines Fliegenpaares gehörten nach dieser Berechnung ungefähr 8 900 000 000 000, in Worten 8 Billionen 9 hunderttausend Millionen Fliegen-Elefanten.

Der Statistiker ist aber mit dieser kahlen Aufzählung noch nicht zufrieden, da schon der Begriff einer Billion dem menschlichen Geiste so fern liegt, daß er sich von der Größe von fast 9 Billionen erst recht keine Vorstellung machen kann. Ein Elefant, um im Bilde zu bleiben, benötigt zum bequemen Stehen einen Raum von ca. 15 Fuß Länge und Breite ----- 225 Quadratfuß. Wir wählen die Rechnung in Fuß, weil bei der Meterberechnung mit Bruchzahlen operiert werden müßte. Auf einem Raum von einer Quadratmeile, die einen Flächeninhalt von ungefähr 674440 900 Quadratfuß hat, hätten ungefähr 3 Millionen der obengenannten Fliegen- Elefanten Platz, die gesamte Nachkommenschaft eines Fliegen­paares würde also nicht weniger als etwa 3 Millionen

Quadratmeilen oder fast zweimal die gesamte Erdober­fläche in Anspruch nehmen.

Nehmen wir nun an, die ganzen 4472 tausend Trillionen 286000 Billionen usw. Fliegen würden in eine einzige ver­wandelt, so würde die neue R'esenfliege mit dem einen Hinterbein in Berlin, mit dem einen Vorderbein aber in San Franzisko stehen.

Die Vergleiche könnten noch Wetter gesponnen werden, es sei aber mit den angeführten genug. Aus vorstehendem aber können unsere Leser ermessen, daß wir jedes Jahr unter der Fliegenplage zu leiden hätten, wenn ja wenn nicht der Vernichtungskampf gegen dies lästige Insekt nicht nur von allen Menschen, sondern auch von vielen Tieren geführt würde.

Gemeinnütziges.

Beim Hcrausmachen des Unkrautes auf dem Rasen nehme man doch stets ein Brett, auf dem man niederkniet, und zwar in einer Breite, daß auch die Fußspitzen darauf Platz finden. Durch Knie und Fußspitzen drückt man, namentlich in neu angelegten Rasen, Löcher, die ihn verunzieren.

Nlumenpflege.

Damit wir uns recht lange des Genusses unserer Rosen erfreuen, reizen wir die Rose zur Blütwilligkeit. Wenn man täglich die abgeblühten Rosen entfernt, d. h. jede abgeblühte Blume mit 1 bis 2 Blättern über einem Auge abschneidet, erhält man einen nie geahnten, verlängerten Rosenflor. Dies einfache Mittel, sich an derKönigin der Blumen" in Zahl und länger zu erfreuen, wird so vielfach versäumt. Man achte nur einmal auf die Vorgärten in den Städten. Von zehn Besitzern ist kaum einer, der darauf genügend acht giebt. Da sieht man neben den erblühten Rosen und deren Knospen vollständig gelb und braun ge­wordene oder halb zerfallene, im Hinsterben begriffene Blumen. Das ist überhaupt schon unschön, geradezu beleidigend für das Auge und nebenbei, wie bemerkt, schädigend für die Blütwilligkeit.

Iür die Küche.

Erdbeersaft. Zu seiner Zubereitung verwendet man Wald-, Monats- und kleine Ananaserdbeeren, welche früh, sobald der Tau verschwand in dieser Zeit besitzen sie das feinste Aroma gepflückt und von Stielen und Kelchblättern befreit werden. Die Beeren Platzen, würden sie gewaschen werden, bei der Saftbereitung, und geben dann keinen guten Saft/ sind sie also mit Erde beschmutzt, so ist diese durch ein Rollen der Früchte auf einem Wollentuch zu entfernen. Auf das Kilo Erdbeeren kläre man die gleiche Gewichtsmenge guten Hutzucker und koche ihn bis zumPerlen" ein. Hierauf bringe man die Erdbeeren hinein und wende sie mit einem porzellanenen oder silbernen Löffel so vorsichtig, daß sie ganz bleiben, nehme das Gefäß vom Feuer und lasse Zucker und Erdbeeren 5 Minuten stehen. Man vermeide aber, die Erd­beeren zum Kochen kommen zu lassen, denn schon ein einziges Aufwallen schädigt das Aroma ganz bedeutend. Hierauf spannt man ein reines Tuch über ein Gesäß von Glas oder Porzellan, schüttet Erdbeeren und Saft darauf und läßt letzteren, ohne erstere zu pressen oder auch nur zu zerdrücken, auslaufen. Ist der Saft erkaltet, so wird er, ohne den Bodensatz aufzurühren, in Flaschen abgegossen, welche ver­siegelt im Keller aufbewahrt werden. Dieser Saft ist ganz unübertroffen und zu Saucen sowie zur Bowlenbereitung vorzüglich geeignet. Die zurückbleibenden Früchte geben ein recht gutes Kompott, lassen sich auch mit dem gleichen Teile frischer Früchte zu Marmelade verarbeiten.

Redaktion: 6. Burkhardt. Druck und Verlag der Brühl'schen Universitätr-Buch- und Steindruckerci (Pietsch Erben) in Gießen.