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Ergebnis des Experiments wahrzunehmen. Setzt man die Nadel aber vor und nach der Magnetisierung einer Beleuchtung durch die Laterne aus, so erscheint sie auf der Leinwand als kräftige Eisenstange, und das ganze Auditorium vermag nun deutlich das Anstiegen der Eisenteilchen an dieselbe zu beobachten, die natürlich als Riesenflocken zur Erscheinung kommen. Derartige Experimente werden bekanntlich auch in der Berliner „Urania" drastisch einem größeren Publikum vongeführt.
Eine etwas modifizierte Form der Laterne gestattet auch, feste undurchsichtige Gegenstände an Stelle von Glasbildern auf die feste Leinwand zu projizieren. In diesem Falle wird der betreffende Gegenständ scharf von der Sichtfläche aus beleuchtet, und eine Linse wirft die farbige Silhouette auf die Fläche. Für die Vorlage mineralischer Probestücke oder kostbarer Steine in ihrer natürlichen Färbung ist dieses Verfahren unschätzbar. Ich erwähnte schon, daß man die Glasbilder verkehrt in die Laterne einschteben muß, damit sie in der Projektion ausrecht zur Erscheinung kommen. Bei festen Körpern ist aber diese Umkehrung nicht immer zu bewirken. Um die Gegenstände nun aber trotzdem in ihrer wahren Gestaltung zu zeigen, muß ein Berichngungsapparat angesügt werden.
Eine besondere Form des Mikroskops, die man mit der Laterne in Verbindung bringt, ermöglicht es auch, mikroskopische Objekte, die man sonst nur dem einzelnen Auge zu zeigen vermag, einem ganzen Auditorium vorzusühren. Für natürliche mikroskopische Objekte genügt aber selbst das Bogenlicht nicht. Man bedient sich deshalb sogenannter Photo-Mikrvgraphien — photographischer Aufnahmen mit vielfacher Vergrößerung der Objekte. Die Wirkung ist über raschend. Man denke sich das Original — etwa einige Bacillen — tausendfach vergrößert, so daß wir vielleicht ein Bildchen von drei Zoll quadratlicher Größe erhalten. Dieses wird nun in fünfundsiebzigfacher Vergrößerung auf die Leinwand geworfen, so daß man eine sünfundsiebzigtausendfache Vergrößerung des Originals erhält. Ein derartiges Bild ist leicht einem größeren Auditorium vorzuführen und für die Belehrung des Publikums von großem Wert.
Ein weiterer Dienst, welchen die Laterne dem Vortragenden bei wissenschaftlichen Darstellungen leistet, wird als Vertikalstellung bezeichnet. Gegenstände, die sich ihrer Natur nach in horizontaler Lage befinden, können auf dem vertikalen Schirm zur Erscheinung gebracht werden. Der Gegenstand wird auf eine Glasplatte gelegt, welche vom Licht der Laterne von unten her, vermittelst eines geeigneten Spiegels, durchstrahlt wird. Auf diese Weise, häufig auch unter Anwendung eines gläsernen Gesäßes, lasten sich auf dem Gebiete der Chemie und Physik die anziehendsten Erperimente vor einem großen Auditorium ausführen. Die Verwendung der Laterne nimmt nach dieser Richtung hin beständig zu und die meisten physikalischen und technologischen Lehrapparate sind so eingerichtet, daß sie in Verbindung mit derselben benutzt werden können.
Das neueste und interessanteste Anwendungsgebiet der Laterne bildet die „lebende Photographie", zu deren Darstellung man sich bekanntlich der mannigfachsten Apparate bedient. So haben die bedeutsamen Fortschritte auf dem Gebiete der Photographie die Laterna magica erst zu höchstem Ansehen in den weitesten Volksschichten gebracht. Von welcher Bedeutung aber die lebende Photographie für die Wissenschaft ist, wird uns die Zukunst lehren.
Gemeinnütziges.
Aesundheitspflege.
Gegen das Schielen. Dasselbe wird zuweilen auf eine einfache Weise geheilt, indem man das gesunde Auge
mit einem schwarzseidenen Läppchen, das doppelt zusammengelegt und mit Bändchen am Kopfe befestigt wird, bedeckt und nur das kranke Auge ausschauen läßt. Es liegen Fälle vor, wo schon nach zehn bis vierzehn Tagen bei Anwendung dieses einfachen Mittels das Schielen beseitigt war.
Mr die Küche.
Griesklotz. ‘/4 Liter Gries wird in 1 Liter Milche welche siedend gemacht ist, eingerührt, einmal darin ausgekocht, in eine Schüssel gethan und bis zum Erkalten zugedeckt stehen gelüsten. Nun werden fünf Semmel in Würfel geschnitten, gelb geröstet und mit fünf Eiern und dem nötigen Salz mit dem eingekochten Gries vermischt, ein großer Kloß daraus geformt, in eine mit Butter bestrichene Serviette gefüllt, zugebunden und eine Stunde in Salzwasser gekocht.
Reisspeise. V2 Pfund Reis wird gewaschen, mit siedender Milch, einem Stückchen Vanille und Zucker weich gekocht, in eine Porzellanform gebracht, am Rande ringsherum mit Arac beträufelt, zwei Eiweiß zu Schnee geschlagen, mit Zucker vermischt, der süße Schnee auf den Reis gestrichen, in der Röhre aufgezogen, bis die Speise oben eine hellgelbe Farbe hat und dann sofort zu Tisch gegeben.
Litterarisehes.
UnfereFrauenwelt braucht sich heute wahrlich nicht mehr Über Unselbständigkeit zu beklagen. Jetzt bekommt sie sogar ein eigenes Konversations - Lexikon! Aus unferm Redaktionstisch liegt ein grünes Heft, das den bedeutungsvollen Anfang dieses Hutdigungsaktes für die edle Weiblichkeit darstellt. Auf 1600 Seiten wirb das . Illustrierte «onversatious-Lexikou der Frau" (Verlag von Julius Becker in Berlin) in ca. 5000 Orginalartikeln alles enthalten, was für die Frau in den verschiedensten Stellungen und Lebenslagen wissenswert ist. Friedlich wird das neue Lexikon eine Brücke Herstellen zwischen der Emanzipierten, die mit glühender Begeisterung für die Gleichberechtigung ihres Geschlechts eintritt, und der Hausfrau, deren Hauptsorge auf das Wohlergehen und die Behaglichkeit ihrer Familie gerichtet ist. Die Mitarbeiterliste, die der ersten Lieferung beigegeben ist, enthält die Namen vieler angesehenster Fachleute, die in den verschiedenen Abteilungen ge- wetteifert haben, um das reiche Material zusammenzutragen. Die gute Hausmutter oder Haustochter wird, wie wir aus der Einteilung ersehen, für alle Fragen der Küche und Wirtschaft, für alle Bedenken des gesellschaftlichen Taktes und der Erziehung hier einen zuverlässigen und stets hilfsbereiten Berater haben. Die Frau, die dem Berufsleben Interesse entgegen Bringt, kann sich mühelos über die „Aerztinnenfrage" unterrichten oder über die Statistik der Frauenarbeit, die Arbeiterinnenschutz- gefetzgebung, und so fort in fast endloser, Bunter Folge, wobei neben den deutschen auch den bsterreichifchen und schweizerischen Zuständen eingehende Beachtung geschenkt wird. In der medizinischen Abteilung findet sich eine unzählige Menge von Artikeln, die in einer Form, die durchaus jedem verständlich ist, über die verschiedenen Krankheiten belehrt, unv in denen die Aerzte ober Aerztinnen, bie ihre Verfasser sinb, wertvolle Ratschläge geben, wie man z. B. eine leichte Erkrankung behanbeln muß, woran man bie ber Gesunbheit nahenbe Gefahr erkennt u. f. w. Sehr beifällig muß von praktischen Menschen ber juristische Teil ausgenommen werben. Denn hier ist es wahrlich Not, baß ben Frauen ein Begriff von ben herrschenben Grunbsätzen gegeben wirb. Aber wer wollte bei biefem überaus reichhaltigen Werke alle Einzelheiten aufzählen?! Wir wollen uns barauf beschränken, zu sagen, baß biefes Werk wirklich ein überaus wertvolles, ja fast unentbehrliches Nachschlagebuch ist. Die verschiebenen Stoffe sinb genau wie in jebem anderen Lexikon alphabetisch geordnet, und so ist es denn leicht, sich in den vielen Fragen, die an die Frau herantreten, sofort zu unterrichten. Ganz vorzüglich find die Illustrationen ausgewählt. Neben den vielen Textbildern finden sich zahlreiche bunte und schwarze Tafeln, die in hohem Grade anschaulich sind. Wir sehen eine Darstellung der „verbesserten Frauenkleidung", die in 15 Abbildungen die einzelnen Teile klar erkennen läßt. Eine andere Tafel wieder zeigt ben menschlichen Munb unb Hals, sowohl in gefunbem, wie in krankem Zustanbe, unb beutlich lassen sich hier bie Anzeichen ber Manbelentzünbung unb Diphteritis beobachten. Ist die Absicht, ein solches Werk zu schaffen, an sich schon erfreulich, so fordert die Art und Weise der Durchführung dieser schwierigen Ausgabe das höchste Lob heraus. So wie es schon heute kaum ein begütertes Haus giebt, in dem nicht ein großes Konversations - Lexikon zu finden ist, so wird es sehr bald auch keine wohlhabende und keine Familie des Mittelstandes mehr geben, in der das „Illustrierte Konversations-Lexikon der Frau" fehlte. Der wohlfeile Preis, den die Verlagsbuchhandlung gestellt hat, ermöglicht jedermann die Anschaffung dieses geradezu epochemachenden Werkes.
Redaktion: ®. Burkhardt. — Druck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei (Pietsch Erben) in Gießen.


