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(Fortsetzung.)

Doch da fiel ihr Blick auf die gebückt dastehende Gestalt ihres Vaters. Sein Auge hing mit angstvollem Ausdruck an ihrem Gesichte, er senkte seinen Blick mit stummer Bitte in ihr Auge, es las den heißen Wunsch, die unbezähmbare Sehnsucht in ihrem Herzen, und aufseufzend wandte er sich ab.

Er hatte sein Kind verloren.

Durch die Seele Elsies huschte noch einmal mahnend das Bild Pauls, in ihrem Herzen hallte noch einmal sein Wort nach, seine Bitte um Treue, um Liebe.

Aber das Bild verschwand schattengleich, und das Wort und die Bitte verhallten in der Ferne wie ersterbender Glockenklang. Noch wehrte sie sich gegen das Glück, gegen die Verwirklichung ihres Märchentraumes und sie stammelte verlegen und scheu:Ich darf meinen alten Vater nicht

Herr Vetter/' wandte sich der General freundlich an den Alten, »Sie werden doch dem Glück Ihrer Tochter nicht hinderlich sein wollen?"

Fällt mir nicht ein, Herr General. Wenn Elfie glaubt, ihr Glück in der Welt zu finden, dann mag sie gehen, dann mag sie mich verlaflen ich halte sie nicht."

Vater, lieber Vater!"

Elsie schlang den Arm um den Nacken des Alten und küßte seine Wangen.Kannst Du nicht mit mir gehen, Vater?" w

Nein," entgegnete er rauh,ich kann nicht und wlll nicht. Ich habe einen stillen Winkel gefunden, der Henker oll mich holen, wenn ich ihn wieder verlasse! Geh Elfie geh mit Gott!"

Er küßte ihren blonden Scheitel, sie hing weinend an seinem Halse.

Wir nehmen ja noch nicht Abschied von Ihrem Vater, Elsie," sprach der General.Wir sprechen noch weiter mit ihm über diese Angelegenheit und ich hoffe, wir werden ihn noch überreden, mit uns zu kommen. Jetzt möchte ich Sie bitten, Elsie, uns nach dem Rektorshause zu begleiten und mir etwas vorzuspielen und zu singen. Der Herr Rektor hat mich wirklich neugierig gemacht."

Geh, Elsie," mahnte ihr Vater das fassungslose Mädchen.Ich halte Dich nicht, ich hindere Dich nicht!'

Komm, mein Kind, wir sprechen noch mit Deinem Vater."

Der Rektor ergriff Elsies Hand und führte sie mit sanfter Gewalt fort. Der General nickte dem alten ameri­kanischen Sergeanten freundlich lachend zu, versuchte ihm ein ^wanzigmarkstück in die Hand zu drücken und folgte dann dem Rektor und Elsie mit einem leicht ärgerlichen Ausruf, als der alte Hannecken das Goldstück energisch zurückwies.

In der Flur des Armenhauses bildeten die Jnsaflen Spalier und sahen mit habsüchtigen Blicken nach der Hand des vornehmen Fremden, die stets von neuem in die kleine Billettasche seines Reiseanzugs griff und jedem der Insassen des Armenhauses eine Gabe in die Hand drückte. Tue Pannkuchens und die Brendickes zeigten nicht übel Lust, dem generösen Fremden ein Hoch auszubringen, wurden aber durch die strengen Blicke des Rektors davon abgehalten.

Mit gesenktem Haupte schritt Elsie durch das sonderbare Spalier der Armenhäusler, die Röte heißer Scham auf den Wangen. Tief atmete sie auf, als sie in den Garten des Rektors trat.

Frau Dorette Pinkepavk sah ihr kopfschüttelnd nach. Dann eilte sie in den Garten zu ihrem alten Jugendfreunde.

Er will unsere Elsie mitnehmen, nicht wahr, Hans Heinrich?" fragte sie aufgeregt ihren alten Freund, der zwar wieder auf dem Erbsenbeete kniete, aber finster vor sich hinstarrte, ohne zu arbeiten. ,

Er nickte hastig mit dem Kopfe.Sie möchte eine

Zettnützrmg.

nter dicht verrankten Zweigen, f. Wenn des Tages Klänge schweigen, Angehaucht von lauen Westen Lesen Dichter sich am besten;

Wieder: wenn man nächtlich-leise Ausruht von des Tages Reise, Ausruht von des Tages Pflichten Läßt es sich am besten dichten;

Aber wenn in bösen Stunden Bluten die vernarbten Wunden, Ausgeritzt vom Dorn des Lebens Liest und dichtest du vergebens.

Ernst Freiherr von Feuchtersleben.

(Nachdruck verboten.)

Die Armenhausprinzessin.

Roman von O. Elster.