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— Mühsam verbarg Fritz das freudige Aufwallen seines Autorenstolzes. „Keine Ahnung!" meinte er ohnehin, und so beiläufig: „Du, die Klara fingt Alt, nicht wahr?"
„Unstnn! die Gans und fingen! die Klara hat überhaupt keinen Schimmer von Musik!"
Also musikalisch war sie nicht! — Wozu auch? Warum auch? War nicht ihr ganzes Wesen Musik? —Wie oft hatte ihn der gleichmäßige Rhythmus ihres schwebenden Ganges entzückt, wie reizend harmonierte das Lächeln der süßen Lippen zu dem schelmischen Blick der braunen, blitzenden Augen! Sie ist nicht musikalisch, was thut'S? ! Das ist am Ende in diesen Tagen der Klavierpest ein nicht zu unterschätzender Vorzug. Denn Walzer dreschen, das schimpft man „musikalisch". Aber er wird vor ihr singen, er wird ihr aufspielen, die Melodien ihres Herzens zu wecken.
Die Abende wurden dunkler und kühler. Wieder einmal trieb eS den Verliebten, vor dem Hause der Angebeteten auf- und abzuwandeln. Es mußte da oben irgend etwas los sein, Alles war erleuchtet. Glücklich genug kommt ihm Petz in den Weg, welcher im Gesellschaftsanzug soeben auf das Haus lossteuert.
„Du, sag' mal, was giebt es heut' eigentlich da oben?" — „„Was? daS weißt Du nicht? Klaras Verlobung! Sie ist schon seit Halberstadt heimlich versprochen. Der arme Kerl hat aber erst vor acht Tagen die Anstellung erlangt! Soll ich grüßen?"" — Fort ist er.
Armer betrogener Fritz! — Doch nein! Du hast Glück gehabt mit Deiner verlorenen Liebe! Du bist sie gerade noch zeitig genug losgeworden, um bis zur Versetzung Deine derangierten Schulverhältnisse aufbeffern zu können. —
Und fürwahr! mit Eifer widmet sich der Enttäuschte den Winter über den Büchern; Ostern bringt ein glanzvolles Zeugnis. Er ist jetzt Primaner, und wie ist er gereift an Erfahrung! Mit schmachtenden Gefühlsergüssen ist er nun fertig, er dichtet nur noch Oden in höherem Stil, erhaben über den Staub des irdischen Getriebes. Und mit der Liebelei ist er nun ganz und gar zu Ende,' ein Geretteter aus dem Schiffbruch, gelobt er sich, nie. wieder sich von dem schwankenden Element der Weiberlaune hin- und herschleudern zu lassen.
Natürlich haßt er die Weiber — er kennt sie jetzt. Andächtig hören seine Klaffengenossen zu, wenn er mit geheimnisvollen Andeutungen von seinen „überaus traurigen Erfahrungen" berichtet. —
Und doch ist der ehemalige Weiberfeind Gatte und Vater geworden! zufrieden in Ausübung seines Berufes. Aber wenn er jener verklungenen Zeiten der ersten Liebesschmerzen gedenkt, jener Tage goldener Thorheiten, beschleicht ihn eine leise Wehmut. Sie war doch schön, jene herrliche Zeit der Sekundanerschwänke, die Zeit der Dummheit, des schönsten Vorrechts der Jugend. Nun ist sie dahin! Ihr blieb kein Raum in dieser klugen Welt, mit der auch er klug geworden ist — viel zu klug!
Humoristisches.
Eine englische Vokabel. Richter: „Wie kamen Sie dazu, sich diesen Hundertmarkschein anzueignen?" Angeklagter: „Er lag in meiner Jntereffensphäre". Richter: „Ah Pardon, das ist etwas andres! Sie können gehen".
(„Münch. Jugend.")
Aus der Trab- rennbahn im Ridgewood- Park in New- Iork fand vor einiger Zeit ein eigenartiges „Wettrennen" statt, welches natürlich Tausendeangelockt hatte. Dem Starter stellten sich fol- gendeKonkur- renten: I.Der 21jährige Elefant „Sid"; 2. Das Kamel „Ben Ali";
3.DerTraber- hengst „Au- stralianBen"; 4. einAutomo- bil und 5. ein Niederrad.
Große Wetten wurden abgeschlossen , die fast alle auf d. Automobil
cv.tw-..
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oder das Fahrrad lauteten, daElefantund Kamel zwei
Runden mehr machen mußten. Bei der dritten Runde waren alle
Konkurrenten beisammen.
Als Sieger kam der Elefant an, ihm folgte das
Zweirad, diesem das Automobil, und den Schluß machten Kamel und Pferd. Selbstverständlich wurde das
Rennen mit einem Kine- matographen ausgenommen und'wird nun täglich den
New-Aorkern im Bilde vorgeführt.
Reboltien: E. Burkhardt. — »ruck und Berlag der Brühl'schen Univerfitätl-Buch- und Steindrucker« (Pietsch Erben) in Gießen.


