Nr. 50,
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J||if u hattest kein Glück und ich hatte keins; Wir nahmen einander, nun haben wir eins. Wo haben wir es hergenommen?
Es ist vom Himmel auf uns gekommen. Rückert.
Du ziehst hinein. Du ziehst hinaus, Ein flücht'ger Gast im eig'nen Haus; D'rum wirb Dir Liebe zum Geleit: Sie legt in's Heut' die Ewigkeit.
Wilh. Hertz.
Der Amtmann von Rapshagen.
Criminal-Roman von F. Arnefeld.
«Fortsetzung.)
„Ach, wie interessant!" rief der Andere, indem er eine große lederne Cigarrentasche hervorzog und sie Krischan geöffnet hinhielt, „zünden Sie sich eine Cigarre an, eö ist eine ganz gute Sorte."
Der Knecht grinste über's ganze Gesicht. Nee, jetzt nich. Wenn ich aber eine nehmen darf, will ich sie zum Sonntag aufheben."
„O, da nehmen Sie nur etliche, ich habe mehr!" nöthigte ihn der Herr und steckte ihm so viel Cigarren in die Hand, als die Finger nur zu fassen vermochten. Während der Knecht sie mit verlegener Miene, aber doch sehr erfreut in die Tasche schob, bat er: „Aber erzählen Sie mir doch die Geschichte. Oder halte ich Sie zu lange auf?"
Krischan warf sich in die Brust. „Werde mir doch von dem Alten nicht die Minuten nachrechnen lassen. Außerdem ist er vor einer halben Stunde nach Fuchsberg gefahren und wird erst morgen wieder kommen, und was der Sohn ist, der ist auch heute wieder nach Greifswald,- nicht daß er auf unsereins viel Obacht gäbe," fügte er hinzu.
Der Fremde bemerkte mit stillem Lächeln, daß die Abwesenheit des Herrn dem Burschen augenscheinlich eine große Sicherheit verleihe, äußerte aber nichts darüber, sondern hörte schweigend und aufmerksam der recht weitausholenden und sich nicht neben durch strenge Logik auszeichnenden Erzählung zu, in welcher Krischan sich ungemein zu gesallen schien.
„Das arme Mädchen," sagte er endlich, „sie hat also sehr an dem Papagei gehangen?"
„War wie vernarrt in ihn," brummte der Knecht.
„Was war es denn für eine Sorte?" erkundigte sich der Andere/ „grau mit rothem Schwanz oder grün?"
„Grün," erwiderte Krischan, „und man hätte wahrhaftig denken können, das Vieh habe Menschenverstand. Er konnte bitten und schimpfen und wußte genau, wer's mit dem Fräulein gut meinte oder nicht. Auf den Alten hackte er los, so wie sich der nur blicken ließ."
„Und was ist denn aus dem tobten Vogel geworden?" I lautete die weitere Frage.
„Den hab' ich gleich eingraben müssen. Der Amtmann ; schrie, ich soll ihn ihm aus den Augen schaffen, er könne : das abscheuliche Vieh nicht mehr sehen."
„Schade, schade!" sagte der fremde Herr mehr für sich, \ die Worte erregten aber doch die Aufmerksamkeit des Knechtes i und er erkundigte sich, was man denn sonst damit hätte an- J fangen sollen.
„Nun, totste Papageien sind immer noch etwas werth. i So ein zwanzig Mark hätte man schon von Jemand, der i sich mit dem Ausstopfen befaßt, noch dafür bekommen können," j warf Jener hin.
Krischan fuhr auf. „Zwanzig Mark! Und das ist Unsereinem nun so entgangen. Jetzt, wo das Vieh so lange schon in der Erde gelegen hat, ist wohl nichts mehr zu machen?" seine Augen funkelten begehrlich.
„Schwerlich!" entgegnete der Andere achselzuckend. Dem Knecht näher tretend und sich vorsichtig umschauend, : fügte er hinzu : „Ich will Ihnen einen Vorschlag machen. ! Graben Sie mir den Papagei aus. Fünfzehn Mark will j ich Ihnen noch dafür geben."
„Gern!" rief der Knecht, „nur" — er steckte den ; Finger in den Mund — „es darf Keiner was davon er- - fahren. Der Alte wäre sonst im Stande und nähme mir { das Geld wieder ab, und ich möchte auch dem Jochen nicht : gern was davon geben."
„Das ist auch gar nicht uöthig," stimmte der Fremde i zu. „Wo liegt denn die Stelle?"
„Ach, hier gar nicht weit," erwiderte Krischan, mit j ächter Bauernschlauheit wähnend, der Fremde wolle ihm i die Künste abfragen. „Sagen Sie mir nur, wohin ich j Ihnen das Thier bringen soll und Sie sollen es morgen früh haben."
Der fremde Herr schüttelte den Kopf. „Nein, das geht s nicht,- morgen früh will ich von Greifswald aus mit dem j Dampfschiff nach Rügen hinüberfahren. Ich müßte den Vogel : noch heute haben ober ich verzichte darauf."


