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Frühbruten. Schon oft haben wir daran erinnert, i daß frische Eier im Winter am meisten begehrt sind, und daß man deshalb für Hühner sorgen muß, die im Winter legen. Das geschieht aber nicht, wenn man die jungen Hühner im Sommer (etwa Juli und August) zieht, da solche Thiere höchstens im nächsten Frühling legen. Um Winterleger zu erzielen, sind Frühbruten, d. h. im März und April, nöthig. Sollten um diese Zeit die gewöhnlichen Hennen nicht glucken, so verschaffe man sich Puterhennen, da diese unübertrefflichen „Brutmasckinen" sich jederzeit leicht zum Brüten zwingen lassen. Züchtet man nun frühreife Raffen, so werden die Jungen vom März und April bet guter Pflege schon im September und October mit dem Legen beginnen und bei richtiger Fütterung dm ganzen Winter damit fortfahren und trotzdem auch im Frühjahr und Sommer ebenso fleißig legen wie die anderen. Aber nicht nur zur Eierproduction, sondern auch zu Zuchtzwecken sind die Frühbruten ersorderlich; denn da die Thiere bei Frühbruten sich schneller entwickeln und viel stärker werden, als 'solche von Spätbruten, so sollte man nur von Frühbrut- thieren nachziehen.
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Kitte für verschiedene Materialien. Für Knochen, Elfenbein, Fischbein, Perlmutter rc. eignet sich nachstehender Leimkitt ganz besonders wegen seines schönen Glanzes, den er dem Gegenstände verleiht. Man quellt gewöhnlichen Tischleim in heißem Wasser auf, erwärmt die Gallerte, setzt derselben so viel zu Pulver gelöschten Kalk zu, als noth- wendig ist, um die erforderliche Consistenz zu erhalten. Man erwärmt den zu kittenden Gegenstand, reinigt die Brucdflächen recht sorgfältig, streicht nun den Kitt zwischen die Fugen und legt um den Gegenstand herum recht fest ein starkes Band. Nach Verlauf einiger Tage muß Alles völlig verhärtet sein. Gewöhnlicher Tischlerleim erwärmt und nut fein pulverisierter Kreide angerührt, erweist sich als ein ganz vorzüglicher Kitt für Metall auf Holz. Zur Befestigung von Leder auf Metall wird das Metall mit einer hetßen Leimauflösung bestrichen und das Leder mit einem heißen Auszuge von Galläpfeln bestrichen. Beides läßt man nun ruhig trocknen. Die Haltbarkeit ist ausgezeichnet.
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Matt gewordenen Spiegeln und Spiegelgläsern giebt man rasch wieder Crystallreivheit und Durchsichtigkeit, indem man sie mit Magnesia und Spiritus putzt.
VepnrWhtes.
Beim rheinischen Heckenwirth in der Troflelgasse — das Städtchen, wo er seinen Tropfen schänkt, wird nicht verrathen — muß, wenn man den poetischen ^nschristen trauen darf, die ihm seine Gäste gestiftet haben, gut einkehren sein. In der „Literar. Rundsch." stellt Fritz Brentano, der auf luftiger Rheinsahrt auch dort vorgesprochen, eine an- muihige Blüthenlese aus diesen Wandaufzeichnungen zusammen. Da schildert einer die ganze Herrlichkeit der Heckenwirthschaft in vier Zeilen:
Eng die Stube, Weit das Glas, Süffig der Wein — Wie wohl thut das!
Ein Zweiter hat sich die weinroth angehauchte Nase des Wirthes als poetischen Gegenstand erlesen und singt:
Der echte, echte Heckenwirth Hat nie ein Schild am Hause! Am Lattenstück der Rebenkranz Verkündet seine Klause.
Und steht er unter seiner Thür, Welch' wonneselig Winken!
Da leuchtet gleich dem schönsten Schild Sein weingefärbter Zinken.
Und wer als kund'ger Zecher sich
Versteht auf einen Schoppen, Liest auf des Wirthes Rase klar: „Hier giebt's 'nen guten Troppen!"
Ein biederer Schwabe, der sich v elleicht einmal in lauer Sommernacht länger in der Heckenwirthschaft festgesaugt, als er ursprünglich beabsichtigte, meint:
Gelt, Wirth, Du bischt e Schuster, Dei Bank, de send voll Pech, Denn i bleib alleweil klebe
Und han e großi Zech,
worauf ihn jedoch sofort ein norddeutscher Reichsbruder folgendermaßen belehrt:
Geliebter Schwabe, weil Du Dir
Festsoffest hier im Neste, Glaubst Du, Du klebest uff die Bank Am Pech des Wirthes feste.
Dein Pech stammt vom gepichten Faß, Dir geht es wie den Andern:
Wer mag, wo solchen Wein man schänkt, So rasch wohl weiter wandern?
Und „ein fideler Mainzer Zecher" hat sich sogar so satt getrunken, daß er den leidigen Durst für ewig aus der Welt geschafft glaubt:
Den Durst zu löschen, ist kein Spaß, Hab' lang genug gebosselt - Heut' aber in der Drosselgass'
Hab' ich den Durst erdrosselt.
Die splendide Bäuerin. Major (bei der Ein- quartirung): „Frau, bringen Sie mir doch einen Zahnstocher!" — Die Bäuerin geht hinaus und kommt nach kurzer Zeit mit einem großen Scheit Holz und einem Messer zuück, legt beides auf den Tisch und sagt: „So do könnet Se jetzt selber 'm chneida, so viel Se wöllet!"
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Er kennt sich aus. „Sie kommen mir bekannt vor, mein Herr, doch weiß ich im Augenblick nicht, wo ich Sie hinbringen soll." — „Na, Onkelchen, dann bring' mich 'mal zunächst in eine gute Weinstube, da wirst Du ja Deinen alten Neffen schon wieder erkennen."
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Höchste Realistik. Freund: „Dein letztes Gemälde ist eine ganz außerordentliche Leistung. Der Schneesturm sieht ganz natürlich aus." — Künstler: „Ja, das hab' ich schon vor einigen Tagen bemerkt, als ein Fremder im Atelier war, um das Gemälde zu besichtigen. Dem schien dabei kalt geworden zu fein, denn als er fort war, vermißte ich auch meinen Ueberzieher."
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Enfant terrible. Tante: „Aber Elschen, weshalb setzt Du denn meine Hutschachtel dort aufs Fensterbrett?" Elschen: „Das hat der Papa gesagt, Tante Olga." Tante: „Der Papa — wie so?" Elschen: „Ja, er sagte zur Mama : „Nächstens wird die alte Schachtel von Tante Olga an die Lust gesetzt!" ♦ * *
Im Zoologischen Garten. Fremder: „Sind Sie immer hier im Raubthierhaus?" — Aufseher: „Nein, nur vorübergehend/ ich gehöre zünden Kameelen!"
Ueb er flüssig. „Halten Sie keine Modezeitung?" — „Nein: ich leihe sie mir immer von meinem Dienstmädchen aus."
. unb Steindruck»« (Pietsch & Schcyda) in Gießen.
Reboction: 8. Echeyda. — Druck unb Verlag der Brüht'scheu UuiverfitätS-Buch


