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Dich sprach, gesagt, der Ungarwein sei für Dich die beste Arzenei, einer anderen bedürftest Du nicht mehr."
„Gewiß, Vater, ich nehme ja auch keine Arzenei mehr," stimmte Meta ihm lebhaft bei, ich fühle mich vollständig wohl, ja ich möchte sagen, Wohler als je zuvor. Ach, es ist ein köstliches Empfinden, wenn man so meint, man spüre neues Leben durch die Adern strömen."
Das junge Mädchen dehnte und streckte die zarten Glieder, als wolle sie ihren Ausspruch durch die That bekräftigen.
„Ist mir sehr, sehr lieb zu hören, mein Töcherchen," schmunzelte der Amtsrath und strich liebkosend mit der Hand über Metas Wangen, die sich bei dieser Berührung wieder mit einem rosigen Schein überzogen, „aber, die Wahrheit zu gestehen, hast Du mir heute Morgen gar nicht so recht gefallen wollen. Du hast fast gar nichts gegessen und kommst mir unruhig und aufgeregt vor."
„O nicht doch, lieber Vater, Du bist im Jrrthum, Deine große Sorge um mich läßt Dich Dinge sehen, die gar nicht vorhanden sind", widersprach Meta, konnte dabei aber doch nicht verhindern, daß ein nervöses Zittern durch ihre Glieder ging und ihr Gesicht auffallend die Farbe wechselte.
Der Amtsrath betrachtete sie kopfschüttelnd. „Es scheint doch nicht Alles in Ordnung. Ich werde an Professor Brunner schreiben und ihn bitten, daß er einmal herauskommt."
„O nein, nein!" wehrte das junge Mädchen sehr eifrig. „Was soll mir der Professor? Er hat mich während meiner Krankheit nicht behandelt. Verdanke ich die Rettung meines Lebens überhaupt einem Arzte, so ist es Doctor Holten."
Amtsrath Wenzel tagte wie belustigt auf, trotzdem klang durch seinen Ton ein leichter Unmuth, als er antwortete:
„Du darfst nicht übertreiben, mein Mädchen. Zum Tode ging es bei Deiner Krankheit nicht. Die Hilfe, welche Holten Dir geleistet, hätte Dir jeder Arzt angedeihen lassen, der zufällig zuerst herbeigerufen worden war."
„Doch nicht! Seiner Geschicklichkeit, seiner Sorgfalt, habe ich viel, wenn nicht Alles zu verdanken", erklärte Meta mit großer Bestimmtheit.
„Gut, gut, nimm das, wie Du willst", scherzte der Vater. „Ich habe ihm ein recht ansehnliches Honorar mit einem verbindlichen Dankschreiben gesandt, damit ist, denke ich, die Sache abgethan."
„Lieber Vater", begann Meta in eigenthümlich erregtem Ton. In demselben Augenblicke ließ sich von unten auf dem Schloßhof das Rollen eines leichten Wagens vernehmen. Der Amtsrath stand auf, ging ans Fenster, that einen Blick hinaus und sagte, ins Zimmer zurücktretend, sichtlich verstimmt:
„Lupus in fabula. Da fährt Holten auf den Hof. Was will er noch bei uns, nachdem er Dich für genesen erklärt und fein Honorar empfangen hat?"
„Vater!"
Die Anrede sagte mehr als viele, viele Worte. Sie war zu ihm getreten und legte die schmale, blasse Hand bittend auf seinen Arm.
Die von entschlossener Thatkraft zeugenden klugen stahl- grauen Augen des Amtsrathes blickten die Tochter scharf an, die starken, buschigen Brauen zogen sich finster zusammen.
„Meta, versteh' ich Dich recht?"
Sie senkte das Auge zu Boden.
„Du wußtest, daß Holten heute kommen würde?"
Meta neigte bejahend den kleinen, wohlgesormten Kopf, welchen das während der Krankheit verschnittene Haar jetzt in kleinen goldigen Löckchen umgab. '
„Er kommt im Einverständniß mit Dir?"
„Vater, sei gut, sei lieb wie immer!" bat sie und zog feine große muskulöse Hand an ihre Lippen.
Er drängte sie unwillig hinweg.
„Das ist nicht recht von Dir, Meta. In eine solche peinliche Lage hättest Du mich nicht bringen dürfen."
„Du hast ihn weggeschickt!"
„Zu Deinem Besten."
„Wir mochten keine Heimlichkeiten haben —"
„Das ist ganz brav von Dir,- aber —"
„O Vater, ich liebe ihn ja so sehr!" gestand sie jetzt mit tiefem Herzenston, aber der Amtsrath vernahm das nicht ober wollte es nicht vernehmen. Leichthin erwiderte er:
„Kind, Kind, das bildest Du Dir ja nur ein. Es ist die alte Geschichte zwischen Arzt und Patientin, wie zwischen Lehrer und Schülerin, das hat keinen Bestand."
„Gewiß, gewiß!"
„Die Neuerung der weiblichen Aerzte für weibliche Patienten hat doch Manches für sich", brummte der Amtsrath.
„Herr Doctor Holten bittet den Herrn Amtsrath um eine Unterredung", meldete in diesem Augenblick der Diener, welcher die Thür öffnete und in deren Einrahmung stehen blieb.
„Führen Sie den Herrn Doctor in mein Zimmer, ich lasse ihn bitten, dort Platz zu nehmen und einen Augenblick zu warten, ich werde sogleich bei ihm sein", antwortete völlig beherrscht in Ton und Miene der Amtsrath.
(Fortsetzung folgt.)
Genretnnützrges.
Gestügelmift sammel«! Es ist der Mühe werth, allen Geflügelmist zu sammeln, da derselbe ungefähr ein Drittel so hoch im Preise steht, als der Durchschnittspreis des Kunstdüngers. Wohl die empfehlenswerrheste Art und Weise der Sammlung desselben ist, daß man unter den Sitz- staugen ein Brett von genügender Breite anbringt, den Dünger aufzufangen, und daß man ungefähr zwei Mal in der Woche auf diese Ansammlungen gewöhnlichen Feldgips streut, welcher die Eigenschaft hat, den Ammoniak im Dünger zu binden und diesem werthvollen Düngungsmittel die verwendbarste Form zu geben. Diese Bretter oder Regale sollten alle zwei Wochen gereinigt und die Mischung in dichte Fässer verpackt und an einem trockenen Orte aufbe- wahrt werden bis zum Frühjahr, wann dieselbe, mit Holzasche vermischt, im Gemüse- und Beerenobstgarten mit außerordentlichem Vortheile angewendet werden.
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Luftdichter Feusterverfchlutz. Um Fenster luftdicht zu verschließen, machr man von gutem Oelkitt lange Rollen von der Stärke eines Bleistiftes bis zu der eines kleinen Fingers, je nach Beschaffenheit der Fensterrahmen, legt diese in den Spund aller vier Seiten des ausgehenden Flügels und schließt denselben mit sanftem Druck. Es wird damit der Oelkitt dergestalt zwischen beide Rahmen gepreßt, daß dem Luftzug jeder Durchgang gesperrt ist. Damit aber das Fenster auch geöffnet werden kann, ohne den gewonnenen dichten Schluß zu verlieren, bestreicht man vor der Manipulation denjenigen Spund, in welchem dieselbe haften bleiben soll, mit Leinölfirnis und bestäubt die Seite der Rolle, welche sich beim Schließen des Flügels zwar an bett anberen Rahmen fest anlegen, aber nicht ankleben soll, mit trockener Schlemmkreibe. Zum Ueberfluß kann man mit bieser auch noch die Theile des anderen Rahmens bestäuben, welche beim Schließen des Fensters von dem Kitt berührt werden. Läßt man das Fenster einige Tage geschlossen, so wird bte Kittausfüllung festfitzen, von bent anberen dagegen beimOeffnen sich leicht ablösen und für die Folge den Zweck vollständig und dauerhaft erfüllen.
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