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Ziemlich entgeistert sahen die Drei auf die Rednerin.

Und Du?" fragte Tauchlitz.

Ich werde mich endlich rühren, Papa, hier in der alltäglichen Gutmüthigkeit bei Dir kann ich mich nicht aus­wachsen. Du hast Irmgard sammt ihrer Familie am Ort, und ich erobere mir die Welt."

Du? Ein Mädchen?"

Natürlich meine Welt, was sollte ich mit der großen, unpersönlichen anfangen? Ich muß endlich einmal die Flügel rühren, sonst wachsen die Sehnen fest und ich bin lahm vor­dem Versuche."

(Fortsetzung folgt.)

Genreinirrrtziges.

Wie prsiparirt man am besten Blumen nnd Blätter für das Herbarinm? Das Präpariren von Blumen und Blättern für das Herbarium ist nicht allzu­schwer und doch ist es leider noch zu wenig gebräuchlich und wie folgt auszuführen: Man schneidet die Pflanzen nur, wenn sie vollständig abgetrocknet sind, läßt sie dann, je nachdem sie mehr oder weniger Feuchtigkeit enthalten, einige Zeit leicht abwelken. Zum Präpariren der Pflanzen nimmt man am besten graues Löschpapier, welches die Feuchtigkeit gut in sich aufnimmt und legt sie dann so in die Bogen ein, wie sie ihre Gestalt behalten sollen. Zwischen die vollen Bogen bringt man ebenfalls Löschpapier und zwischen je einige Bogen wieder eine zarte Zwischenlage, wie starke Pappe oder dergleichen. So bringt man sie in eine Copir- presse und schraubt in den ersten Tagen nur ganz leicht, später aber immer fester zu. Hauptsächlich ist darauf zu achten, daß die Zweige öfter in frische, trockene Bogen um­gelegt werden, um das Schimmeln und Sporen zu verhüten. Um die Bogen zu trocknen, hängt man sie auf einer Schnur an luftiger Stelle auseinander. Sollte eine Presse nicht zur Verfügung stehen, so werden zwei glatte, aber starke Bretter, welche man mit Gewichten beschwert, auch diesen Zweck er­füllen. Auf diese Art wird den Pflanzen in drei bis sechs Wochen ihre Feuchtigkeit vollständig entzogen sein. Ohne weiter auf die Anordnung u. sw. w. des Herbariums hier einzugehen, möchte ich nur bemerken, daß die Aufbewahrung an einem trockenen und luftigen Ort zu geschehen hat und in der ersten Zeit öfter nachzusehen ist, ob nicht Jnsecten oder Pilze die Pflanzen verderben. Gegen erstere hilft ein leichtes Bestäuben mit Schwefelblüthe, gegen letztere genügt ein öfteres Umblättern.

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Ein wirklich sicher wirkendes Mittel znr Bertilgnng von Gras und Unkraut, sofern sich kein tieswurzelndes darunter besindet, wie die sogenannte Ochsenzunge u. dgl., ist das Bestreuen mit feiner Gas-Ofen-Asche, welche für billigen Preis in jeder Gasanstalt zu haben ist. Das Unkraut verschwindet in einigen Tagen und wächst nicht wieder.

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Sorgt für schnelles Absaistineln alles Fallobstes unter den Obstbäumen und erntet das Obst vollständig von den Bäumen ab. Die beiden Hauptschädlinge, die durch obige Maßnahmen bekämpft werden sollen, sind der Apfel- und der Pflaumwickler- ihre Thätigkeit zeigt sich in dem Auftreten von Maden in den Früchten. Um den großen Schädigungen dieser Jnsecten vorzubeugen, soll einmal alles Fallobst schnell, d. h. jeden Tag und sorgfältig aufgesammelt werden- läßt man es dagegen längere Zeit liegen, so flüchten sich die Larven, um zu überwintern, aus den Früchten in die Erde und erzeugen so für das nächste Jahr eine zahlreiche Nach­kommenschaft. Obstfrüchte, die den Winter über auf den Bäumen hängen bleiben, überziehen sich mit dem Frucht­schimmel, der im kommenden Frühjahre das Auftreten der bekannten Monilia-Krankheit zur Folge hat.

Pfirsiche nnb Aprikose« werden vom Juli bis Mitte August auf das schlafende Auge okulirt. Als Unterlage be­nützt man Sämlinge des Pfirsichs, der Aprikose, ferner die St. Julienpflaume und die gewöhnliche Bauernpflaume. Die Bauernpflaume nimmt die Okulation weniger gut an. Es empfiehlt sich deshalb Copulation und Anplattirung, doch müssen diese Veredlungen frostfrei überwintert werden. Vor­zugsweise werden Sämlinge der eigenen Art und St. Julien­pflaume als Unterlage benützt, weniger dagegen die Bauern­pflaume, weil diese sich nicht für alle Fälle eignet. Die Okulation soll möglichst auf den Wurzelhals gemacht werden, so daß man die Okulanten im Herbst durch Anhäufeln vor Frost schützen kann.

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Für Schwerhörige dürfte eine Erfindung von Interesse sein, welche, wie wir einer Mittheilung des Internationalen Patentbureaus Carl Fr. Reichelt, Berlin NW. 6. entnehmen, vor Kurzem zwei Breslauern patentirt wurde. Es ist dies ein Apparat, welcher das lästige Schreien bei der Unter- Ha tung mit schwerhörigen Personen überflüssig macht und mit gleichem Erfolge sogar von solchen Per onen benutzt werden kann, denen selbst das Trommelfell fehlt. Dieser Apparat stellt eine wesentliche Verbesserung der sogenannten Michelson'schen Hörvorrichtung dar und ist nach Art eines Fernsprechers mit zwei Stationen eingerichtet. Der Electro- magnet, welcher die Verbindung zwischen den Stationen (zwei Membranen) herstellt, besteht aus einem magnetischen, mit Draht bewickelten Stahlstäbchen. Die eine Membran schließt sich in ihrer äußeren Gestalt genau der Form des natürlichen Trommelfelles an und läuft demgemäß in eine Kegelspitze aus, welche sich an das Trommelfell, oder wenn dieses fehlt, unmittelbar an den sogenannten Hammerstiel in der Pauckenhöhle des Ohres anlegt.

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Kautschuk anf Metall kitten. Einen brauchbaren Kitt zur Befestigung von Kautschuk auf Metall erhält man, wenn man pulverisirten Schellack in der zehnfachen Menge starken Salmiakgeistes eiuweicht. Es entsteht hieraus eine durchscheinende, gallertartige Masse, die tn drei bis vier Wochen ohne Anwend.ng von heißem Wasser flüssig wird. Diese Flüssigkeit macht nun den Kautschuk weich, so daß er leicht auf Metall haftet- nach Verflüchtigung des Salmiak­geistes erhärtet er wieder vollständig und wird sür Flüssig­keiten, sowie für Gase undurchdringlich.

Vermischtes.

Wenn ver Radfahrer anf irgend etwas stolz sein kann, so ist es auf seine Geschwindigkeit. Und trotz aller Eile läßt seine Ausdauer nichts zu wünschen übrig. Der Reiter auf seinem Pferd erschöpft sich leichter als der Fahrer auf dem Rad.Während aber die Rennpferde", schreibt Dr. Paul Niemeyer,außer Athem und überhaupt erschöpft am Ziele anlangen", sieht man dem Radfahrer keine Spur von Ermattung an." Bei'aller Schnelligkeit bleibt er umsichtig und besonnen. Wenn man noch bedenkt, mit welcher Lust und Liebe sich die Anhänger dieses Sports ihren Uebungen hinzugeben pflegen, wenn man bedenkt, daß die Mehrzahl in den Jahren vor der Ableistung ihrer Dienst­pflicht steht oder der Reserve und Landwehr angehört, so kann man über den Werth des Radfahrens für die militärische Vor- und Weiterbildung nicht int Zweifel sein. Mit anderen Augen und anderen Gedanken blickt jetzt der Soldat, der Officier dem vorbeisausenden Fahrer nach als damals, wo der Radsport erst aufkam und Niemand wissen konnte, was aus ihm werden würde.