Sonntag den 26. Jnm.
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^lAoffnung keimt, ein schwaches Hälmch Auch aus kahler Felsenwand; Hoffnung leuchtet unter Thränen,
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Wie im Wasser der Demant. I. t>. Gaudy.
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Novelle von S. Halm.
lForlsetzung.)
Sie biß sich auf die Lippen. „Höre mich!» sagte sie dann entschlossen. „Ich liebe Dich, wie ich nie geliebt habe und nie lieben werde, wie Dich nie eine Andere lieben wird . . . aber ich will Dich auch ganz, nichts Halbes. Meinen Gatten hasse ich- die Kinder sind mir gleichgültig- er hat sie mir ja ohnehin schon halb genommen- auch gleichen sie ihm, nicht mir- ich empfinde nichts für sie, also--muß,
hörst Du — muß er in eine Scheidung willigen und dann heirathen wir uns!"
„Schau, schau!" meinte er lächelnd - da brauste sie auf: „Willst Du etwa nur mit mir spielen?"
Harden nahm ihre kleine, weiche Hand. „Unsinn, Peilte! Nur keine Scene. Ich heirathe Dich auch wenn es sein muß! Ich hab Dich wirklich gern!" (er war schon wieder der Kühle). „Hübscher wär's ja so! Weißt Du, es hat seinen picanten Reiz, dieses Liebeln, von dem Niemand 'was weiß. Na, nimm's nicht tragisch, süße Lore! Es wird Alles nach Deinem Wunsche geschehen. Mein „Schau, schau!" galt eigentlich Deiner Entsagung auf die edle Rolle, die Du Dir, wie Du mir neulich auseinandersetztest, zusammen phantasirt. — Du wolltest doch, wenigstens dünkt mir so etwas, Deinem Gatten die Freude Eures Zusammenlebens zu seinem Nutz und Frommen noch, wenn Euch das Schicksal hold ist, vier Decennien genießen lassen! Willst Du jetzt darauf verzichten? Und dann möchte ich Dich an Deine Worte über jenes Fräulein Lentze erinnern . . ."
„Genug, genug!" unterbrach die schöne Frau den frivolen Spötter.
„Mag Hunold mit seiner Zigeunerin glücklich werden! ■
Grunde ist er mir gleichgültig- ich hasse ihn nur, so- j lange er mich noch von Dir trennt. Von ihm will ich ! nichts, als meine Freiheit. Sonst will ich nur Dich!" I
Wieder loderte die Flamme der Leidenschaft in ihr
■ , „Nur Dich!" wiederholte sie, ihn küssend. „Nur Dich!
Keme Teßa und überhaupt keine Andere soll Dich besitzen, nur ich!" v '
„Höre mal!" begann er zwischen Scherz und bitterem Ernst schwankend, „eine bequeme Frau wirst Du gerade nicht! Aber merke Dir, ich ebensowenig ein gefügiger Ehemann! Ich denke, darüber bist Du Dir klar! Am Schürzenband der Frau hängen--nein, Kind, das ist nicht!
Und im Grunde bin ich ja überhaupt ein Thor, meine schöne Junggesellenfrciheit aufzugeben, aber....."
„Theodor!" schrie sie auf.
j Er schloß ihr den Mund mit einem Kuß. „Aber : einmal macht man ja doch die große Dummheit seines Lebens, i und wenn meine dreißig Jahre eigentlich auch noch zu schade dazu sind, schon jetzt zu verunglücken--mag's immerhin
! drum sein! Es giebt eben auch nur eine solche blonde, süße, kleine Frau Lore."
* * *
Es war noch am selben Abend, an dem Abend, da Hunold Gebhardt von seinem Gang mit Ina heimkehrte, als Frau Lore den verwundert aufschauenden Gatten um eine Unterredung unter vier Augen bat.
Teßa, die zufällig zugegen, verließ gekränkt das Zimmer. Was hatte Lores Heimlichthuerei nur zu bedeuten?
| Erst beorderte sie Harden, jetzt gar Gebhardt selbst in ! ihr Boudoir!?
Während sich Teßa darüber das Köpfchen zerbrach, standen sich die Gatten bereits gegenüber.
„Also so liegen die Sachen?" sagte Gebhardt, ohne ein Zeichen der Erregung oder des Unwillens. „Du bist besser, als ich gedacht! doch machen wir nicht viele Worte! Du wünschest die Scheidung, und Deine Wünsche kommen den meinen entgegen. Hast Du jedoch an die Kinder gedacht? Wie denkst Du Dir ihre Zukunft?"
Sie zuckle ungeduldig mit den Schultern. „Die Frage scheint mir überflüssig! Es ist doch selbstredend, daß sie bei Dir bleiben! Sie sind mir und ich ihnen innerlich fremd. Es sind eben Deine Kinder!" schloß sie kalt.
„Ja, Gottlob!" sprach der Mann und dann: „Noch Eins, was soll ich den Kindern sagen? Dich für tobt erklären ? Der Junge ist bereits zu alt und zu klug . . . ."
Lore hob abermals mißmuthig die Schultern. „Lieber Himmel, was geht mich das an! Thue doch ganz wie Du willst! Du wirst schon eine plausible Erklärung finden'


