Das Leben liebt nur Denjenigen, der eS selber liebt, Und was man liebt, das sucht man zu erhalten und nicht durch schnellen, verschwenderischen Gebrauch zu verkürzen.
Gewöhnlich ist Abmagerung daS erste Zeichen, der erste Alarmruf, daß im Organismus bedrohliche Vorgänge von statten gehen, nicht selten ist sie das erste Zeichen eines beginnenden Lungenspitzencatarrhs oder einer sonstigen bösartigen Krankheit. Häufig freilich ist sie auch nur die Folge einer ungünstigen Beeinflusiung des Nervensystems durch Torge, Kummer oder Verdruß.
Abmagerung ist immer der Ausdruck eines fehlerhaften Ganges des Stoffwechsels, sie zeigt an, daß im Haushalte des Organismus mehr ausgegeben als eingenommen wird, ein Vorgang/ der stets und überall zum Ruin führen muß.
In der heutigen Zeit sind nur wenige Menschen so gestellt, daß man ihnen zurufen muß: arbeite! Die meisten zwingt der bittere Kampf ums Dasein zur Arbeit, und vielen muß man zurufen: arbeite nicht zu viel. Die Ueberanstrengung ist eine sehr häufige Erscheinung in unserer Zeit, leider, denn nichts ist der Gesundheit schädlicher als diese, und manche Lebenskraft ist schon durch sie vernichtet worden.
Der Zwang der Ueberanstrengung in vielen Berufsarten kann nur durch eine sociale Reform beseitigt werden und bis dahin ist Allen, die ihre Kräfte dauernd und stark brauchen müssen, zum Zweck der Selbsterhaltung zu rathen, auch dem anstrengendsten Berufe Erholungsstunden abzugewinnen. Man höre mit körperlicher oder geistiger Arbeit auf, wenn der Kopf schwer, die Gedanken unlenkbar werden, wenn die Augen flimmern oder Funken sehen, wenn die Brust enge, der Athem beschwerlicher wird, wenn die Muskeln fangen an zu zittern, die Finger zu zucken, die Handgriffe unsicher werden, wenn ein dumpfer Schmerz im Nacken oder Rücken entsteht, denn das Alles sind Zeichen, daß der Organismus sich gegen weitere Anstrengungen sträubt, daß er ihr unterliegen wird, wenn man dennoch weiter arbeiten wollte.
Auch hier gilt der wichtige Satz, daß es leichter ist, Krankheiten zu verhüten als zu heilen.
Man theile deshalb die Arbeit mit der größten Regelmäßigkeit ein und nutze die Erholungsstunden richtig und gesundheitsgemäß aus. Durch Ueberanstrengung sind schon manche Krankheiten hervorgerufen worden, aber keine derselben hat eine solche Ausbreitung angenommen, wie die Kurzsichtigkeit, so daß ihr von allen Seiten die größte Aufmerksamkeit geschenkt werden muß, wenn man bedenkt, daß die Disposition zur Kurzsichtigkeit sehr erheblich ist. Im Volke herrscht noch viel die Meinung, ein kurzsichtiges Auge sei ein gutes, ein starkes Auge, das aber ist ein großer Jrrthum, es ist und bleibt ein krankes Auge.
Hat die Abmagerung einen andern Grund, liegt sie, wie es in den höheren Kreisen häufiger vorkommt, in der Blutarmuth, in Nerven- oder Ernährungsschwäche, so empfiehlt sich die zuerst von dem amerikanischen Arzte Weir-Mitchell und dann auch von deutschen Autoritäten vorgeschlagene und angewandte diätetische Kurmethode, die sogenannte Mastkur.
Diese Kurmethode sucht den Zweck nämlich, binnen kurzer Zeit, im Laufe weniger Wochen, die fehlerhaften Ernährungsverhältnisse, den allgemeinen Kräftezustand zu heben, Fett und Blut in reichlicher Menge zu bilden und so das Körpergewicht bedeutend zu steigern, dadurch zu erreichen, daß der Patient in vollkommener körperlicher und geistiger Ruhe gehalten wird und dabei eine ungewöhnlich große Menge von Nahrungsmitteln zu sich nehmen muß.
Am geeignetsten ist die Durchführung der Kur bei Entfernung des Patienten aus der gewohnten Umgebung, in einer eigenen Anstalt oder in einem Kurorte, wo auch die Massage in passender Weise angewendet werden kann. Die Steigerung der Nahrungszusuhr, die Vermehrung der Mahl-
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gelten darf nur allmählig geschehen. Im Anfänge empfiehlt es sich, nur Milch zur Ernährung zu verwenden, wobei man die Vorsichtsmaßregeln beobachten muß, dieses Getränk nur in kleinen Portionen, schluckweise zu nehmen, da sonst sich im Magen ein großes, schwer verdauliches Käsegerinnsel bildet. Man steigt innerhalb acht Tagen von */* Liter bis zu zwei Liter Milch innerhalb 24 Stunden.
Nachdem diese Milchdiät durch mehrere Tage hindurch vorbereitend auf die Verdauungsorgane eingewirkt hat, kann man diesen eine höhere Leistung zumuthen, man hält die gewöhnlichen Mahlzeiten wieder ein, läßt dazu aber nur leicht verdauliche und nahrhafte Speisen nehmen, und zwar gleichfalls in steigender Menge. Es ist erstaunlich, an welche Menge von Speisen sich der Magen gewöhnt und wie sehr der Organismus eine solche Mastkur verträgt, zumal wenn die Massage mit in Anwendung kommt. Tritt andauernde Uebelkeit oder gar Erbrechen ein, so muß die Kur auf einige Tage unterbrochen und wieder zur Milchernährung ergriffen werden.
Der Laie kann eine solche Mastkur zwar allein an sich vollsühren, aber weit empfehlenswerther geschieht dieses unter Aufsicht eines tüchtigen Arztes.
Geschieht diese Mastdiät unter ärztlicher Controlle, dann ist das Ergebniß oft ein wunderbares, nach acht bis vierzehn Tagen zeigt sich eine Fett- und Gewichtszunahme von vier bis fünf Pfund, das Gesammtbefinden und die Gesichtsfarbe bessern sich und eine Gewichtszunahme von fünfzehn bis zwanzig Pfund nach einer sechswöchigen Kur ist kein seltenes Ereigniß.
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Was tinfetn ßanMeuten entgeht. Im Jahre 1896 wurden im deutschen Reich für die Einfuhr von Eiern 76,6 Millionen Mark, von Federvieh 16,8 Millonen Mark, zusammen also 93,4 Millionen Mark ans Ausland gezahlt/ so berichtet das statistische Jahrbuch. Könnte diese Summe Geldes nicht im Inland bleiben? Gewiß, wenn sich unsere Landleute dieses Nebenerwerbes der Landwirrhschaft mehr bemächtigen würden/ aber wohlgemerkt: als Nebenerwerb Hühnerzucht, im großen Maßstabe betrieben, wird, wie der „Praktische Wegweiser", Würzburg, schreibt, wegen der großen Kosten selten einträglich sein/ wo aber der Züchter das Futter selbst baut und Abfälle aus der Hauswirthschaft verwenden kann, wo er keine kostspieligen Hühnerställe bauen muß. wo das Geflügel freien Auslauf hat und sich selbst Futter suchen kann, wo geeignete Hühnerrassen benützt werden (Italiener oder deutschitaliener Kreuzung): da ist die Geflügelzucht immer noch lohnend.
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Das Gelbwerden der Palmen kennzeichnet eine Erkrankung der Wurzeln. Es sind die Wurzelspitzen entweder durch zu große Trockenheit eingeschrumpft, weil der Erdbällen so durchwurzelt ist, daß die Wurzeln unmittelbar an der Innenfläche des Topfes anliegen und dadurch nicht mehr genügend Wasser oder Nährstoffe ausnehmen können, oder es ist gerade das Gegentheil der Fall. Zu große Töpfe verhindern, wie der „Praktische Wegweiser", Würzburg, schreibt, das regelmäßige Austrocknen, und übergroße Nässe erzeugt Fäulniß an den Wurzeln. Kranke Wurzeln haben aber das Gelbwerden der Wedel zur Folge, gerade so, wie ein Magenkranker eine schlechte Gesichtsfarbe zur Schau trägt. Außerdem kann auch zu große Trockenheit der Zimmerluft am Gelbwerden und Kränkeln der Palmen Schuld sein, besonders dann, wenn bte Pflanze erst kurze Zeit aus dem Gewächshause ins Zimmer übersetzt wurde.
ReMcttau «. «cheyda. — Sni» und »erlag der Brühl'schen Univnfitiitr-Buch- und Steindruckerei (Pietsch & Scheyda) m «letzen.


