Üaweg IM solcher LaMe festgesteük. Er hält die Linien nämlich auch für künstliche Canäle, bestimmt, das Wasser nach wasserarmen Gegenden zu leiten. Durchschnittlich haben diese Canäle eine Länge von 2400 Kilometer, einzelne erreichen jedoch eine Ausdehnung von 4000 bis 4800 Kilometer. Die Regelmäßigkeit der netzförmigen Linien zwingt zur Annahme ihrer künstlichen Anlage. Spalten vulkanischen Ursprungs hätten nie die gleiche Breite, noch die symmetrische Kittung. Ebensowenig können es natürliche Flüsse sein, l die doch am Ursprung eine geringere Breite hätten als an der Mündung. Noch weniger können eß Eisspalten sein, da an jenen Stellen Eis nicht gut angenommen werden kann.
Zu gewissen Zeiten verschwinden diese Canäle, obwohl der Planet uns näher rückt, und zur Zeit, wo das Polarets schmilzt, treten sie allmählig wieder hervor. Ihre Lage verändert sich nicht. Nimmt man an, daß die meist parallelen Limen nicht die Canäle selbst, sondern die Vegetation auf teiden Ufern bedeuten, so fallen die letzten Einwände fort.
Ts ist auch mehr als wahrscheinlich, daß das Wasser auf dem Mars selten geworden ist, und daß die Bewohner des Planeten, wenn man solche als vorhanden annimmt, bedacht sein müssen, sich Wasser zu verschaffen. Die weiten, früher als Meere gedeuteten rvthlichen Flächen wären nach Lowell ausgedehnte unfruchtbare Gelände, in denen die Knatenpunkte der Linien Oasen voller üppiger Begetation »on wechselnder Ausdehnung bilde«.
Daß Vorhandensein einer der unserigen ungefähr ähnlichen Atmosphäre, der Luft und des Wassers macht den Planeten für belebte Wesen bewohnbar. Sind nun belebte, intelligente Wesen vorhanden, so bleibt ihnen bei dem natürlichen Mangel an Wasser und an Regen nichts weiter übrig als die künstliche Bewässerung, um sich die nothwendigsten Sebensbedingungen zu sichern.
Ist der Bau eine- so riesigen Bewässerungsnetzes nicht aber zu gewaltig für Menschenkräfte? Einmal braucht man unter Verhältnissen, die von denen unserer Erde doch so verschieden sind, nicht menschengleiche oder auch nur menschenähnliche Wesen sich zu denken. Dann aber hängt die Anziehungskraft eines Körpers von seiner Masse und seinem Volumen ab, und die Schwere der Körper beträgt auf der Marsoberssäche nur den vierten Theil von der auf der Erdoberfläche- die Körper sind also dreimal so leicht, mithin auch, um in gleichem Berhältniß aufzutreten dreimal so groß. Der Durchschnitt der Muskeln müßte neun mal so groß sein, als bei uns- die Muskeln 27 mal so lang und würden die 27fache Arbeit ohne Ermüdung verrichten- ihre auf dreimal so leichte Körper angewendete Kraft wäre auch 81 mal größer als die unsere.
Die Zahl 3, welche diesen Rechnungen zu Grunde liegt, ist freilich nicht genau- sie ist etwas zu groß, und anstatt der Endziffer 81 ergiebt eine genauere Berechnung nur etwa 50. Daß genügt aber, um die erforderliche Arbeitsleistung zu erklären.
Und die Intelligenz jener Wesen? Muß sie die unsrige «icht wesentlich überragen? Jenes Geschlecht ist ja ungleich älter und erfahrener als das unsrige! Das Leben hat, wenn eS auf dem früh erkalteten MarS überhaupt besteht, weit früher dort begonnen.
Ist das Leben nun nicht aber auf dem Mars bereits erloschen? In einem gegebenen Augenblick wird es ja auch auf unserm Planeten aushören. Die Frage wagt Lowell nicht zu entscheiden. Tr neigt zur Verneinung hin und nimmt an, daß der Fortschritt auf dem Mars alle unsere Entdeckungen und Erfindungen, Eisenbahnen, Telegraphen, unsere ökonomischen und politischen Systeme weit hinter sich gelassen hat.
Ein solches den ganzen Himmelskörper umfassendes Be- ; »ässerungssystem würde einen socialen Zustand voraussetzen, in dem die politischen Parteien sich nicht mehr zerfleischen,
und interationale Zwistigkeiten, wenn Überhaupt vorhanden, nicht mehr durch das „Recht" des Stärkeren entschieden werden. Der Krieg, ultima ratio Her Gegenwart bei uns, muß dort längst geschwunden sein. Die Civilisation jener Marsbewohner muß nicht nur älter, sondern auch weit vollkommener sein, als die unserer Gesellschaft. Wenn sie unsere Verhältnisse kennten, wenn sie sähen, wie bei uns Berge und Flüsse die Menschenhöhen trennen und theilen l und zu eingefleischten Feinden machen, so würden sie wohl mitleidig lächeln.
Der Mensch nennt sich unbescheiden den König der Schöpfung- er bildet sich ein, Alles in dem unermeßlichen Weltall sei lediglich um seinetwillen da. Er vergißt, daß er nur der Erbe, der zufällige Erbe seiner Ahnen ist, daß sein Erbtheil weit entfernt ist, die Bezeichnung „vollkommen" zu verdienen. Er weiß nicht, ob die in einem ganz anderen umgebenden Mittel aus dem Mars lebenden, älteren intelligenten Wesen, nicht auf einer ungleich höheren Entwicklungsstufe angelangt sind.
Der Mensch, der Erdenmensch, ist doch noch nicht das „letzte Wort der Schöpfung". Er hat sich seit „undenklichen Zeiten" vervollkommnet und wird sich innerhalb einer unberechenbaren Zukunft noch weiter vervollkommnen.
Die Astronomie lehrt uns, daß wir in der Entwickelung des Weltalls ein unendlich kleines, unwichtiges, unwesentliches Dstail bilden.
Zum Schluß ein Wort anerkennender Bewunderung für den reichen amerikanischen Gelehrten. Um seine Beobachtungen zu vervollständigen, seine peinlich genauen Berechnungen nochmals zu prüfen, hat er sein Zelt im December vorigen Jahres in Mexiko aufgeschlagen. Von dort wird er nach Algerien auf einige Jahre übersiedeln. So gedenkt er seine Lebenszeit dem selbstgesteckten Ziele an den verschiedenen gerade geeigneten Punkten der Erde zu widmen. Er ist nicht nur mit allen Schätzen menschlichen Wissens, sondern auch mit allen technischen Hilfsmitteln ausgerüstet. Sein in Paris bei Alvan Clarke unter seiner eigenen Leitung hergestelltes 24 zölliges Teleskop allein schon berechtigt uns zu der Hoffnung, daß Lowell das Marsproblem seiner Lösung wesentlich näher führen wird.
^urnsviftisches.
Eine schreckliche Vorstellung. Dame (die das Stück schon einmal gesehen hat): „Die Hauptscene kommt im nächsten Act - der Held fühlt Gewissensbisse, daß er die Alte umgebracht hat." — Herr: „Er sollte lieber Gewissensbisse fühlen, daß er die anderen Schauspieler nicht auch umgebracht hat!"
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Ganz einfach! „Ihre musikalischen Abende find ein hoher Genuß, Herr Dividendeles — man hört hier Künstler, die man sonst nirgends zu bewundern Gelegenheit hat!" — „Nu, ich zahl' se einmal für's Singen bei mir und noch einmal fürs Nichtsingen bei Anderen!"
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Höchster Diensteifer. „Also als Ihr Arrestant sich plötzlich losriß und vor Ihren Augen in selbstmörderischer Absicht ins Wasser sprang, stürzten Sie sich ihm nach und haben ihn gerettet?" — Gendarm: „Gerettet? Wiedergegriffen hab' ich den Malefizkerl!"
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Pessimistisch. Unteroffizier: „Wozu dient der Gewehrmantel?" — Einjähriger: „Den Lauf vor Oxydation ‘ zu schützen!" — Unteroffizier: „Sie g'scheidter Einjähriger, i machen S' keine solchen Andeutungen, sonst geh'« S' ein!"
Aedactirn: I. Hermann Elle. Druck und «erlag der Brühl'schen UniversitätS-Buch- und Meindruckerei (Pietsch & Scheyda) in Gießen.


