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lles endet, eh' wir's ahnen, Freude minder nicht als Leid, Darum lasse Dich gemahnen: Trage nie im Herzen Neid!

Laß an Keinem Dich's verdrießen, Ist er mehr als Du beglückt; Wenig heiter zu genießen, Jst's, was sich für Weise schickt. Martin Greif.

Der Amtmann von Räpshagen.

Criminal-Roman von F. Arnefeld.

------- (Nachdruck verboten.)

I.

Nun gut, Du magst sie meinetwagen heirathen. Es ist ja eine Dummheit, aber da Du einmal nicht zur Ver­nunft zu bringen bist, so thue was Du willst, Adolf. Eins : bitte ich mir aber aus. Die Sache bleibt unter uns, bis Du ? so weit bist und heirathen kannst."

Ach Vater, Du bist doch viel besser als Du Dich - stellst!" rief der Sohn und wollte den Vater jubelnd in ! die Arme schließen. Der Alte wehrte ihn ab.

Na, na, laß nur, das kann ich nicht leiden. Ich j habe also nichts dagegen. Aber das sag' ich Dir, Anna ; muß sich in die Lebensversicherung einkaufen und das gleich \ mit einer hübschen Summe, sagen wir hunderttausend z Mark, damit sie auch einmal etwas in die Suppe zu i brocken hat.,,

sAber wozu, lieber Vater? Das ist doch wahrhaftig « nicht nöthig. Wir sind reich genug"

Begreifst Du nicht?" unterbrach ihn der Vater.Wie \ sieht das aus, wenn eine Frau gar nichts in die Ehe mitbringt?" !

Ich weiß doch nicht, die Sache will mir nicht recht ! gefallen," beharrte der Sohn kopfschüttelnd, aber kleinlaut/ j der Vater trumpfte jedoch auf: 1

Das ist meine Bedingung und davon gehe ich nicht ab. \ Man muß alle Fälle bedenken. Wenn Ihr Kinder bekommt j und sie stirbt bald darauf, so hast Du für Dich und für ! jene eine hübsche Summe."

Ach, Vater, soll ich darauf rechnen! Ich hoffe mit Anna lange Jahre glücklich zu leben \"

Hoffe was Du willst und lasse mich thucn was ich will," erwiderte der Alte.Du weißt, bei Lebzeiten geb' ich nichts heraus, daraufhin wirst Du Deinen alten Vater wohl kennen, und nun ist genug geredet. Geh nur und verkünde Anna Dein Glück, halte mir aber das Mädchen nicht zu lange von der Arbeit ab. Ich werde es Deiner Mutter sagen, daß ich ihr wieder einmal den Willen qe- than habe."

Wohlgefällig vor sich hin grinsend verließ der Vater das Zimmer, Adolf mit recht getheilten Empfindungen zurücklassend.

Die Unterredung fand an einem Herbstmorgen auf dem Gute Rapshagen in Pommern statt, woselbst Adolf Göbener, der im nahen Greifswald als Baumeister beschäftigt war, seit einigen Tagen zum Besuch sein Eltern weilte.

Der Amtmann Daniel Göbener gehörte zu den wohl" habendsteniGutsbesttzern eines durch seine Bodenbeschaffenheit/ wie durch seinen Reichthum besonders bevorzugten Landstriches von Vorpommern und man sagte ihm nach, daß er diese günstige Vermögenslage nicht nur seinem Fleiße, sondern auch seiner Geriebenheit verdanke.

Göbener galt für verstockt, berechnend und im hohen Grade gewinnsüchtig. Freilich vermochte Niemand ihm eine ungesetzliche Handlung nachzuweisen, trotzdem war seine Verschlagenheit gewissermaßen sprichwörtlich und wurde ebenso sehr bewundert wie gefürchtet.

Wenn Amtmann Göbner einen Handel mit der Hölle macht, so ist der Teufel der Geprellte," hatte einmal ein Spaßvogel von ihm gesagt, und bei dieser Charaeteristik seiner Person war es in der ganzen Gegend geblieben, was nicht hinderte, daß man ihm äußerlich alle Ehrerbietung erwies, ans welche er vermöge seiner Stellung als reicher Grundbesitzer Anspruch machen durfte.

Göbener und seine stille, anspruchslose Frau, mit welcher er anscheinend in einer ganz friedlichen Ehe lebte, besaßen zwei Töchter und einen Sohn. Die Ersteren waren schon seit Jahren an wohlhabende Landwirthe verheirathet und hatten sich bei ihrer Wahl gänzlich den Wünschen des Vaters gefügt/ dagegen war es ihm nicht gelungen, bei der Be­stimmung über den Beruf seines Sohnes seinem Willen Geltung zu verschaffen.

Adolf Göbener hatte von Kindheit an wenig Neigung für den Beruf eines Landwirthes gezeigt, zum Aerger des Vaters bei den Büchern gehockt, am liebsten freilich gezeichnet und gemalt.

Sein Herzenswunsch war gewesen, sich der Kunst zu