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/Arbeitete, sobald er erwacht war und meistentheils so bis zum Diner fort. Das Frühstück bildete eine kurze Unterbrechung: ein vollständig gedeckter Ti^ch wurde ihm in das Zimmer gebracht, er aß mit dem größten Appetit, und dann drehte er sich um mit seinem Stuhle und nahm die Arbeit wieder auf. — Er trank nur Wasser oder Weißwein mit Selterwasser, keinen schwarzen Kaffee, keinen Likör, auch Tabak liebte er nicht. Nur selten arbeitete er am Abend, aber nie lange in die Nacht hinein. Er hatte einen sehr guten Schlaf, und es dauerte lange, ehe er Ermüdung von Arbeiten verspürte. In diesen Fällen ging er auf die Jagd, oder er unternahm kleine Reisen, während deren er die Fähigkeit bewies, an nichts von seinem sonstigen Schaffen zu denken. — Mehrere Jahre hindurch mußte ich meinen Vater, infolge der anhaltenden Arbeit, wenngleich nur immer auf zwei bis drei Tage, schwer am Fieber erkranken sehen. Er aber wußte, was das bedeutete und wie er sich zu behandeln hatte. Er ließ sich ein großes Glas voll Limonade auf seinen Nachttisch stellen, legte sich nieder, und nun schlief er ein, wobei er wie eine Dampfmaschine schnarchte. Von Zeit zu Zeit erwachte er, nahm einige Schluck von dem Getränk, schlief wieder ein, und nach Verlauf von 48 bis 72 Stunden war Alles vorüber. Dann stand er auf, nahm ein Bad und sing von Neuem mit Arbeiten an. Er genoß niemals vollkommene Ruhe, außer eben auf der Jagd oder der Reise. Zu Hause habe ich ihn niemals ausruhen sehen. — Was sein Arbeiten anbelangt, so hatte er eine der schönsten Handschriften, und Radirungen gab es nicht bei ihm. — Was nun meine Arbeits- und Lebensgewohnheiten betrifft" — so fährt Alexander Dumas fils in seinem Schreiben an de Fleury weiter fort — „so sind diele gänzlich von denen meines Vaters verschieden. Da ich keine Phantasie habe, so sind die Beobachtung, die Ueberlegung, die Kunst des Wiedergebens bei mir alles. Monate lang durchkreuzt ein Sujet meinen Kopf, ohne daß ich die Feder ergreife. Ich setze mich nicht eher zum Arbeiten nieder, als bis ich Alles dazu gefunden habe. Während dieser Periode der Entwickelung habe ich viel physt che Bewegung nöthig. Ich stehe stets sehr früh auf und arbeite bis zwölf Uhr, besonders auf dem Lande, und setze mich wieder am späten Nachmittag zwei bis drei Stunden dazu nieder. Die Arbeit unterdrückt den Appetit, aber sie vermehrt dafür den Schlaf. Arbeite ich nicht, schlafe ich weniger gut. Jedenfalls ist die Arbeit für mich eine anstrengende Sache und bin ich bisweilen gezwungen, sie für ziemlich lange Zeit gänzlich zu unterbrechen.
In der Lebensweise theile ich die Mäßigkeit mit meinem Vater. Keinen Wein, keinen Kaffee, keine Liköre, desto mehr Tabak denn ich habe viele Cigaretten schon in meinem Leben geraucht. Mit einem Wort, sehr wenig Genuß beim Schaffen — das ist's! Meine allerbesten Grüße.
A. Dumas."
Humoristisches.
Aus „Lustige Welt", Verlag von Georg E. Nagel, Berlin SW. Vierteljährlich Mk. 1,30, Einzelnummer 10 Pfg. — Verschiedene Thränen. A.: „Ihre Frau weint ja so oft?" B.: Die weint überhaupt immer. Schlage ich ihr eine Bitte ab, dann weint sie Schmerzensthränen: erfülle ich ihr einen Wunsch, dann weint sie Freudenthränen. — Wort gehalten. Wittwe (schluchzend): „Herr Doctor, Sie wollten meinen Mann von allen seinen Schmerzen Herstellen, und jetzt ist er tobt." Arzt: „Nun, und hat er etwa noch Schmerzen?" — Monolog eines Trinkers. „Wann i den da hält', der den Durst erfunden hat, dem zahlet i a paar Maaß!" — Wie meint sie's? An die Expedition der X.-Zeitung. Bitte folgende Annonce aufzunehmen: Gesucht ein Mädchen zum Alleindienen. Das
Redaction: T. Burkhardt.
Mädchen bitte, recht fett. Frau A. B. — Aus be< Caserne. Feldwebel: „Sagen Sie, Mayer, wann ist des Kaisers Geburtstag?" Mayer: „Wanns Braten und Salat giebt!"
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Entlobt. Fremder: „Warum wird denn der schöne Baum gefällt?" — Förster: „Ja, sehen Sie, da haben der junge Baron und seine Braut ihren Namen eingeschnitten .... und jetzt ist die Verlobung aufgehoben worden!"
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Ein schlagfertiger Junge. Junge: „Papa, der neue Lehrer hat mich gleich gehauen." — Papa: „Nun ja, mein Junge, Du wirst es wohl verdient haben, er soll Dich doch erziehen?" — Junge: „Aber man fängt die Erziehung doch nicht von hinten an, Papa!"
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Bestes Mittel. „Sag' mal, Melanie, Du hast doch früher immer so furchtbar über das Radfahren Deines Gatten gescholten, wodurch hat er Dich zum Schweigen gebracht?" — „Sehr einfach, er hat mir ein wunderhübsches Damenzweirad geschenkt."
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Aha! Fräulein Anna: „Unsere Freundin muß einen schweren Kummer durchlebt haben. Sie lächelt jetzt gar nicht mehr. „Was ist nur der Grund?" — Fräulein Bertha: „Sie hat sich zwei Vorderzähne ausziehen lassen."
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Gnädig. „Ich danke Ew. Hoheit unterthänigst für die hohe Ehre, die mir bewiesen worden ist —." — „Was denn, mein lieber Hofrath?" — „O, Hoheit hatten die Gnade, mir in der verflossenen Nacht im Traume zu erscheinen." — „Hat nichts zu sagen, lieber Hofrath, ist gern geschehen."
Literarisches.
Das eben erschienene Heft 20 der „Wiener Mode" weist folgenden reichen Inhalt auf: Im Modetheile eine größere Anzahl Toiletten für Promenade und Besuche, Reise- und Brunnenkleider, hochelegante Abendtoiletten, darunter eine besonders erwähnenswerthe aus Tüllspitzen, eine Serie aparter Reuniontoiletten mit decolletirten Taillen, Gartenkleider, Strandtoiletten, Blousen und Hauskleider, ferner ein äußerst chices Reitkleid, Capes und Fichus, originelle Hüte, allermodernste Schuhe, Gürtel, Kragengarnituren, Plastrons rc. Das Heft kostet 45 Pfennig, Abonnement 2 Mark 50 Pfennig. Zu beziehen durch alle Buchhandlungen und vom Verlage der „Wiener Mode", Wien, Wienstraße.
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„Geht hinaus in die Natur, gesundet in ihr, beobachtet sie und lernt von ihrl" Diese Mahnung sprach so recht eindringlich zu uns, als wir das letzte Heft der „Jllustrirten Frauen-Zeitung" (Verlag von Franz Lipperheide in Berlin) gelesen hatten. Erst vor Kurzem veröffentlichte die Zeitschrift einen Aufsatz „Ins Freie" von Dr. I. Hermann, der in der Hauptsache die gesundheitliche Seite behandelte: im vorliegenden Hefte zeigt uns Dr. H. I. Klein in dem Aussatz „Plaudereien über die Sterne", was uns der Himmel alles erzählt, wenn wir ihn aufmerksam beobachten, und Ferdinand Avenarius, sagt uns, wie wir Bilder betrachten und dann zur Natur zurückkehren sollen, um mit geschärften Augen zu sehen und uns an der Natur zu erfreuen. „Das dürfen wir nie vergessen", sagt der bekannte Kunstschriftsteller, „das echte Kunstwerk ist nur ein Fenster, durch das wir hinausschauen zur Natur. Ein Wunderfenster freilich: dasselbe Stück Land, von hundert echten Künstlern gemalt, sieht hundertmal verschieden aus. Aber all dieses Verschiedene liegt in der Natur, Dein Auge muß nur geöffnet werden, um es in seiner Mannigfaltigkeit zu sehen. Und so wäre die Kunst doch noch lange nicht der große Segen, der sie für uns Menschen ist, machte sie nicht, ich denke wieder an ein Göthesches Wort, „unser Auge sonnenhaft". Darin beruht ihre allergewaltigste Bedeutung für uns: sie bereichert uns nicht nur, sie bildet uns auch, sie bildet, sie entwickelt und erzieht im eigentlichsten Sinne unsere körperlichen und seelischen Organe." Es ist ein Verdienst, daß die weit verbreitete Zeitschrift Themata behandelt, die so nahe liegen und doch so wenig beachtet werden; damit wird ein Segen gestiftet, der nicht hoch genug zu schätzen ist. Wir machen unsere Leserinnen nachdrücklich auf die „Jllustrirte Frauen-Zeitung" aufmerksam.
Druck und Verlag der Brühl'scheu tlniversitäts-Bckch- und Steindruckerei (Pietsch Erben) in Gießen.


