Ausgabe 
23.4.1898
 
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®) ein in Eis gehauenes Loch.

Echt weiblich. Er:Na ja, ich will ja zugeben, daß ich Unrecht hatte." Sie:Das genügt nicht) Du mußt auch zugeben, daß ich Recht hatte!"

sichtbar waren, sondern einzelne sogar nach oben hinaus- - gedrängt wurden und minutenlang in Qu* ö°^lten Langsam wurden die Netze angezogen, indessen vorn am^Ufer Männer und Weiber mit Käschern und Körben, I» selbst mit den Händen die Fische aus dem Wasser hoben.

ßu machen war dagegen nichts, denn bte Bauern be­saßen die Berechtigung, zu fischen, und es war juft einer Ger drei Wochentage, an denen die Schonzeit aufgehoben ist. \ Der Brassenreichthum des Sees war natürlich für lange i Jahre vernichtet. Aehnlich geht es an vielen anderen «een »u. In Folge dessen haben die Brassen ihre naturgemäßen Laichplätze ausgegeben und laichen in der Tiefe, ersichtlich | rum Schaden der jungen Brut. I

Sin zweiter Uebelstand ist der, daß die Laichstellen mit schweren Schleppnetzen tu fischt werden, wodurch enorme Mengen von Rogen verloren gehen. Wir sind bei diesem Punkt vielleicht etwas zu ausführlich geworden, aberwir denken, daß die öffentliche Besprechung solcher Mißstande mit zu ihrer Abstellung beiträgt.

Der Brassen gilt mit Recht als der wichtigste Nutzfisch unserer Binnenseen. Im Sommer entgeht der scheue Fisch allen Nachstellungen. Er wird in größeren Mengen erst bei der Eisfischerei gefangen und zwar erst gegen das Früher hin, wenn das Eis undurchsichtig geworden ist, und auch dann nur in den flachen Buchten. Die ostpreußüchen Seen z. B. weisen im Durchschnitt Tiefen von 30 bis zu 60 Meter auf. Dementsprechend sind die Netze bemessen, die Flüge, find 250 bis 300 Meter lang, und bis zu 30 Meter hoch, der Sack 60 Meter und darüber lang.

Die Winterfischerei ist ein umständliches Geschäft. Fünf- bis sechshundert Meter vom User wird eine grolle Wuhne*) durch das Eis geschlagen, um das Netz ms Wasser zu bringen. Dann schlägt man nach beiden Seiten parallel dem Ufer acht bis zehn kleinere Oeffnungen durch das Eis und zieht nun mit Hilfe von Stangen, an denen die n **

Selbstverständlicher Zweck. Knabe:Du, Vaterle, wozu ist da denn a Brücke?" Bauer:Dumme Frag, das! Damit das Wasser halt durchlaufen kann!'

Rtdaction: I, P.: Hermann Ette. Druck und Verlag der Brühl'schen UniverfitätS-Buch. und Vteindrucker« (Pietsch & Scheyda) in Gießen.

am oben «5- i Rußland in Folge der großen Fasten hach rm Prelle. Wer- der Lust zappelten, halb in Rußland? Nun jeder Fisch von den ostpreußffchen

8 ' Seen wird nach Rußland verschickt, die Anwohner der Seen,

selbst wenn sie Großstadt-Preise anlegen wollten, bekommen keinen Fisch zu kaufen. Vielleicht ist in absehbarer Zeit eine Besserung zu erwarten, denn die Regierung beabsichtigt, bei Erneuerung der Pachtverträge den Pächtern die Ver­sorgung des Localbedarfs zur Pflicht zu machen. Eine wirkliche Besserung wird aber wohl erst dann eintreten, wenn die jetzt unförmlich großen Pachtloose zertheilt und an bäuerliche Genosfenschaften vergeben werden.

Als Angelobject ist der Brassen hochgeschätzt. Aber so groß die Mühe fund Ausdauer, so gering ist der Erfolg. Woran das liegen mag, ist schwer zu entscheiden. In sehr vielen Fällen besteht zwischen der Zahl der Angler und der Fische ein entschiedenes Mißverhältniß. Der Erfolg ist schon so wie so in Frage gestellt, wenn zehn oder zwölf Angler- dicht gedrängt neben einander sitzen. Der Brasfen ist, wie schon oben gesagt, ein scheuer Fisch, der sehr vorsichtig be­handelt werden muß. Er zieht an der Schaar umher, wo das flache Ufer an der Tiefe abfällt, um dort, wenn man den Ausdruck anwenden darf, zu äsen.

Kann man ihm dabei ohne die Gesellschaft einer Zahl von Sportfreunden nachstellen, so wird auch stets mit Erfolg geangelt. Namentlich wenn man sich die Mühe nicht ver­drießen läßt, ihn regelrecht anzusüttern. Zu diesem Zweck bohrt man zunächst zwei lange Stangen in den Grund, an denen später beim Angeln der Kahn befestigt werden soll.

Sodann wirft man gekochte Erbsen, Regenwürmer oder auch zerkleinerte, gekochte Fleischreste zwischen den Stangen ins Wasser. Manchmal nimmt der Blei schon nach wenigen Tagen die Stelle an, das heißt, er hält sich seiner sonstigen Gewohnheit entgegen, stundenlang auf dem Futterplatz auf. re Nennungen ourcg un» j Dann fährt man vorsichtig heran und macht den ahn et, von Haken^und Gabeln die langen aber ohne jegliches Geräusch, denn: der kleinste- ß d an Venen ote scheinen befestigt sind, unter dem Schlag genügt, um ihn zu vertreiben. Man thut auch nich

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machen. Von weit und breit strömen die Bauern zu ledem Hasser wie mit einer Schaufel fußhoch empor.

Zuge, um für Geld und gute Worte em Bericht Fische zu @05a[b man nun die Richtung des Zuges festgestellt erstehen. Aber sehr ost kommt es vor, daß der Fang kaum j man schnell voraus, macht sich im Rohr fest

hinreicht, um die Garnleute zu befriedigen, die neben geringem 9^ erwartet die Fische. Vier bis fünf Angeln werden, Geldlohn eine Tonne kleinerer Fische von ledem- Zug er- $ßurm ^steckt, ausgeworfen. Jetzt sind die Brassen am halten. Sobald aber zahlreiche in den Flügeln des Netzes angelangt. An zwei, drei Angeln beißt's zu gleicher steckende Fische anzeigen, daß ein reicher Fang zu erwarten 9 ^um hat man Zeit, den Fisch anzuhauen und in ist, geräth Alles in eine unbeschreibliche Aufregung, denn o 9 wozu man natürlich einen Käscher

dann heißt es, schnell den Zug beenden. Ze n, zwanzig dm Kahn yx g trüber. Dann

freiwillige Helfer greifen zu-unter Menschenandrang man tn großem Bogen auf dem See an dem

biegt sich das Eis um die Wuhne. Unablässig fahrtder '^schwärm vorbei und legt sich in gehöriger Entfernung Fischmeister mit einem Sturgel,ns Wasser, um die fliehenden big 8aueri Betrifft man die Brassen auf diese

Fische in den Sack zu scheuchen. in einer engen, flachen Bucht, in der sie längere Zeit

Jetzt naht der große Moment. Die Stfdjer treten I j( r m ein großer Fang mit ziemlicher Sicherheit rings um die Wuhne, um den Sack emporzuheben. Imme verwetten ,° g

dichter stecken die Maschen voll kleinerer Fische, noch find au et»«««- -------------

zwanzig Meter unter dem Eise nun gehts nicht mehr, Humoristisches.

Der Sack ist voll. Ein einziger Zug deckt die Pacht und sonstige Ausgaben des ganzen Jahres. Ist es doch schon dagewesen, daß dreihundert Tonnen Brassen aus einen Zug gefangen worden sind. , ,

Je mehr, desto besser, denkt der Fischereipächter, denn in den Monaten Februar und März, in denen solche außer­gewöhnlichen Vorfälle sich ereignen, stehen die Fische in