Ausgabe 
22.5.1898
 
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Saharaleben."

Literarisches

Scharfe Kritik.Nun, was sagen Sie nur zu meinen beiden Novellen, Herr Redacteur?"Was ich dazu sage? Die eine ist nichts werth und die andere noch weniger?"

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c Für die Hausfrau! Practische Frauen lieben die Garderobe für sich und ihre klemen Lieblinge selbst zu verfertigen, denn das Schnei- dern un Haus bietet wesentliche Erspar» sse und macht viel Freude, wenn das was der Hande Fleiß erzeugte, auch schic und kleidsam ist.

A , l* 8""stige Erfolge zu erzielen, muß man sich der rechten Hilfs­mittel bedienen und als solches darf an erster StelleDie persecte Schneiderin aus dem VerlagEurop. Modenzeitung", Dresden, empfohlen werden, nicht nur, weil sie die practischste uno umfassendste' sondern auch, weil sie die billigste Anleilung für Damenschneiderei ist! Sie erscheint soeben in 12 Lieferungen ä 50 Pfg. Probenummern sind durch alle Buchhandlungen, sowie durch den Verlag erhältlich.

Wie soll ,ch mich kleiden? Was soll ich anziehen? ? - akm verursachten diese hochwichtigen Fragen nicht' zuweilen Kopfzer­brechen? Die Tanz-Novize wie die alternde Matrone, da Haustöchterlcin und die elegante Frau der tausend Augen bewundernd nachblicken, alte leitet der Wunsch, zu gefallen, geschmackvoll und modern gekleidet zu erscheinen. Was soll ich anziehen? diese Frage beantwortet das wohlbekannte BlattDie Modenwett", Jllustrirte Zeitung sür Toilette und Handarbeiten, auss treffendste. Mit eingehender Sorgfalt wird bei der Darstellung von Modellen Rücksicht auf die verschiedenen ^ebens- und Vermögens-Verhältnisse der Leserinnen genommen; wiederum aber folgt das Blatt, bei Vermeidung jedes Uebertriebenen in Bezug auf Stoff, Ausputz und Farbe, - in so vollendet geschmack­voller Weise der herrschenden Modeströmung, daß jede Dame als wohl­geborgen gelten darf, we'che dieModenwett" als Rathgeberin zur Hand hat.

Ein vortreffliches Mittel, Kleiderstücke wie Herren- un° Damcn-Anzuge jeglichen Stoffes, foro:e seidene Schürzen r.9Ut 8U reinigen. Man nehme abgerahmte, süße Mitch (wie sie von den Meiereien zurückgeliefert wird) und wasche die Kleidungsstücke darin, ohne Anwendung von Seife. Nachdem müssen die Kleidungsstücke tüchtig gespült werden. Alle Flecken, auch Fettflecken werden verschwunden sein und der Stoff steht ans wie neu. Die Milch, worin Kleidungs­stücke gewaschen worden sind, kann man den Schweinen als Trank geben.

Humoristisches.

AusLustige Welt", Verlag von Georg E. Nagel, Berliti SW. Vierteljährlich Mk. 1,30, Einzelnummer 10 Pfg.

Ein Mensch en fr ennd. Vagabund (eine Grnppe Arbeitsloser betrachtend):So viel Leute haben nichts zu

m dem Augenblicke aus, als sein tastender Fuß die Stufen I thun da wär' es ja ein Verbrechen, wenn ich arbeiten . wollte, denn dann hätte ja wieder einer nichts zu thun!"

,,Fischern, noch eins, das ist gar zu schön altmodisch, I Verplappert. Nach der Tafel fordert der Hausherr elf re«? fönnen l" bie Kammerjungfer und beugte bittend auf, es möge Jemand eine Rede halten; ein Herr lief), beide Ellbogen auf den Tisch gestemmt, zu der Frau in erhebt sich und beginnt:Verehrte Herrschaften! Unvor­der weißen Haube hinüber.So was habe ich nur gar zu I bereitet wie ich bin" (bleibt stecken.) Braut des Redners: 8Crne . ..Heute Vormittag konnte er seine Rede noch ganz fließend!"

Und die Fischern hob ihr Sectglas, nahm einen Schluck I Kindliche Logik.Du, Mama, der Papa ist wohl

und intonirte mit ihrer schrillen Altweibcrstimme: I nicht so reich wie wir, weil er nicht so fein gekleidet geht

In Myrtills zerfall'ner Hütte I und immer arbeiten muß, wenn wir spazieren aehen?"

Schimmerte die Lampe noch!" I , *

(Fortsetzung folgt.) I Schade. Vermieter:Das is aber a herrliche

----------- Sommerwohnung, gnä' Frau! Schaun S' den schön' Wald, Ms demPractischcn Wegweiser", Wiirzbmg. &

,------ Wohnung sehr g'eignet. Sind gnä' Frau v'lleicht brust-

Die Richtung freistehender! Spaliere soll immer I leidend? Gnädige Frau:Nein!" Vcrmiether:Na, von Norden nach Süden gehen, weil es nur bei dieser das is wirkli' schade!" möglich ist, Spaliere ohne Nachtheile eng pflanzen zu können. I * *

K r ä G°s,:tz--- Wi«h, Meie

Entwickelung der Fruchtzweiqe gehindert mtb' die druckt- I 2? ^barmltch aus, was ist denn da drinn' ?"

bildnng in Frage gestellt ist 84 -Wirth:Na, was sollte drinn' sein, nix is drinn'." -

Gast:Dann dürfte vielleicht der Teller schmutzig gewesen

Deutschland drkannteste» Obst- sein." - Wirth:Warum net gar, unser Hund leck?'s alle at§ Hochstamme, belauft sich bet mittleren Ver- I spiegelblank aus."

halimssen wie folgt: Aepfelbäume 5080 Jahre, Birnbäume »

°0-w0 Jahre und darüber, Zwetschen, Pflaumen und Aprikosen 25-40 Jahre, Kirschbäume 3050 Jahre, Pfirsich- böume 2030 Jahre, Wallnußbäume 100-400 Jahre, Kastanienbäume 200-500 Jahre (im Taunus nachweisbar), weiße Maulbeere 50-80 Jahre, schwarze Maulbeere 30 bis 50 Jahre, Mandelbäume 2540 Jahre. Allerdings

toetdjen einzelne Bäume von dieser Angabe ab, beeinflußt! Heuchelei. Vater:,, Also im nächsten Semester durch gute oder schlechte örtliche Verhältnisse. besuche ich Dich auch ein paar Tage in der Universitätsstadt,

Das Pilzigwerden der Rettige und Radieschen bann sollst Du mir die dortigen Sehenswürdigkeiten zeigen."

wird verhütet, wenn der Boden gleichmäßig feucht gehalten Studiosus (auf Ferienbesuch):Na ja, da muß ich mich

wird Dieses ist aber nicht oder nur selten durch fleißiges I bann f° lange von meinen Büchern losreißen."

Begießen, der Beete zu erreichen, denn die Oberfläche der I * * *

S Ä vevhältnißmäßig rasch ab. Besser ist das Be Lakonismus.Na, Herr Levi, haben Sie Ihrer decken der Beete mit Torfmull, der womöglich mit Jauche I Angebeteten einen Antrag gemacht?"Ja - ich hab' ae- ntfern»irä9V L genügende Feuchtigkeit uud Boden- sagt, ich möchte leben mit Jh7en in einer"einsamen Wüst?"

lockerung wird dadurch erhalten und nimmt wenigstens einenDas hätte ich viel einfacher ausqedrückt" Wie

«AI» ,,lnf,nbm a,beUtn- *" - ,.Jch tu« «-L- 7

Vlallltittse im Gttrkenkasten sind der Schrecken des ö~t'

Gemüsegärtners. Viele reißen kurzweg die Pflanzen aus und pflanzen neu. Bei großen Pflanzen ist es doch schade und besser folgendes Verfahren zu versuchen. Man bedeckt den Boden des Kastens mit verrottetem Mist und bestreut die Pflanzen, nachdem sie zuvor bespritzt wurden, mit Tabak Staub) besonders achte man auf die Unterseite der Blätter, den Hauptsitz der Blattläuse. Auch das öftere Räuchern mit Tabak hat günstigen Erfolg.