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Lenau.
O Menschenherz, was ist Dein Glück? Ein unbewußt gebor'ner Und, kaum gegrüßt, verlor'ner, Unwiederholter Augenblick!
er seine Fehler recht erkennt
7 Und unbarmherzig selbst sich nennt, Der hat die Anwartschaft allein, Sich einst von ihnen zu befrei'n.
Gertrud Triepel.
Werth, als sie Alle, die dort in den Festräumen durcheinander I lachten. Nun kam es die Treppen herauf, schwatzend und wogend — den Kaffee nahm man oben. Es war ja doch I möglich, daß die Hausfrau sich ihrer Kinder erinnerte und einen Augenblick hereinhuschte. Wenn seine Eltern einmal spater nach Hause kamen, so hatte er zwischen Schlafen und Erwachen, mit traumverschleierten Augen sie gesehen, wie sie sein Bett neigten. — Fast hätte er's gewünscht, daß Ebba käme — und hier die Fremde an ihrer Stelle I sähe.
an r JF? öuf ben "bersten Treppenabsätzen blieb es still. Aelch e tt schenkender .Character er war! Nein, nur ein I ^nsch, sagte er sich, nur den Stimmungen unterworfen, ?ur von Zufälligkeiten beherrscht wie sie Alle. Sollte er I starker sein? Er konnte es ja nicht — er wurde jetzt, wo er Line wredergefunden, von einer Gewalt zu ihr gezogen, I die so suß war, so wild, so unbezwinglich.
Er seufzte, er suchte nach einem Wort, um die beklemmende Stille zu unterbrechen, und fand es nicht.
„ Ob er ihr sagte, daß er sie damals nicht hatte kränken wollen, daß sie ihn falsch verstanden? Er hatte den Muth nicht zu dem rechten Worte. y
3m Erdgeschoß erklangen die Tanzweisen. Ebba Lund ! war eine gesuchte und leidenschaftliche Tänzerin, sie flog von ^'"zuArm Tanzte Bruno Hallsberg nicht? Ihr fragender Blick blieb unbeantwortet, sie entdeckte ihn nach dem Sou^r nicht mehr — war er gegangen? Vielleicht aus Berechnung — em vielbegehrter Arzt bedarf der Nachtruhe Nun, so war er mindestens ein geschickter Schüler, welcher von der Lehrerin, die ihn lancirt, profitirt hat. Man bildete in den Nebenräumen Gruppen, man blieb plaudernd, vereinzelt oben. Herr Johann Conrad, der nach Allem sah, denn was er that, war tadellos geschickt, war bald hier, bald dort — suchte den alten Herren die geeignetsten Cigarren, arrangirte ein paar Spielpartieen, führte Damen einander zu, die sich eifersüchtig auf den Wohlthätigkeitsgebieten bekämpften und hier in Freundschaft zerflossen. Den Fuß auf dre erste Stufe des Treppenabsatzes gesetzt, der zu den Mansarden führte, eine Champagnerslasche mit zwei Gläsern im Arm, traf er seinen Vater.
„Du verrichtest Kellnerdienste, Papa? Aber das ist ja unerhört liebenswürdig, wenn auch nnnöthig!"
„Hm, nein —" wie ein ertappter Schulbube sah der alte Herr aus, „wirklich nicht. Das heißt, da oben —" er richtete sich strammer auf, etwas von der alten Grobheit
Das Fräulein.
Roman von E. Ve ly.
(Fortsetzung.)
Hatte er geliebt? — Gewiß! — Am ehrlichsten das Naturkmd rn München, — was mochte aus ihm geworden sein ? Die Frau eines braven kleinen Handwerkers vielleicht, sie hatte es einem Flickschuster damals angethan, vor dessen Fausten Bruno nicht ganz sicher gewesen! — War er jetzt d°m Wege - Frau Ebba - Er mußte aufstehen und fXpm Trgerichtet - sie forschte wohl nach fernem Gestchtsausdruck.
„Ich hoffe," sagte er, „meine Furcht bewährt sich nicht." Sie neigte dankend den Kopf.
toar rte bie Herzensunruhe eines Schuld- bewußtseins Werth? — Aber, er liebte sie ja gar nicht, das id) ttar ~ 8ie6e' das war so ganz etwas Anderes. Befangen war er gewesen, im Rausch — und der kühle Verstand kam nun wieder zu seinem Recht.
(Sfhiaa LV 7 Jacqueline Arabin wohl je geliebt hatte? k ne Bru t o/ersuchtiges Gefühl zog da plötzlich durch weisen? stolz.^ 3tnberen 9ehebt unb gegen ihn ab- . ®" ^^äusch wie ein Donnerschlag, an den Wänden
ram es empor — dort unten wurde die Tafel aufaeboben man schob die Stühle zurück. «usgeyoven,
Das Kind zuckte zusammen.
Nun beugte man sich über die Hand der Hausfrau, ein freundlicher Blick hätte auch ihn wohl gestreift — viel, viel würde jetzt em versöhnlicher aus Linens Augen gewesen fern.
Dws schwarze, stille Mädchen da war mehr, weit mehr |


