Ausgabe 
21.7.1898
 
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der hiesigen Chorvereine, deren Aufführungen nur für die Stadt und Umgegend berechnet sind, unnütz herabgedrückt"

Das meine ich auch," sagte Tauchlitz.

.. "@i9e «ach Euch," entgegnete Irmgard,säßen die Menschen hübsch einzeln vergraben, um alle Jubeljahr Emal"zusammenzukommen und etwas Gemeinsamkeit zu

Gerade so müßte es sein," rief Hilde aufstrahlend, ein Fest, wenn Menschen zusammenkommen!"

Es gab noch ein paar Auseinandersetzungen dann brach man auf. Hilde ging viel für sich allein, nachdem man draußen vor den Feldern die Kinder mit ihrer Wärterin nach Hause geschickt hatte. Sie hingen sich mit all ihren kindlichen Eigensüchtigkeiten an die Tante, die wenig zärtlich, aber aus der Tiefe heraus warm und voller Berständniß für sie war. Ihr Mund küßte die Kleinen nicht, dafür ckhaten es ihre Augen. 1

(Fortsetzung folgt.)

Gemeinnützige».

Johannisveertveinbekeitung. In vielen Haus- wirthschaften findet man als nützliches und beliebtes Geräthe eine Hackmaschine zum Zerkleinern von Gemüse und Fleisch, was mit dem Wiegmesser unvollkommener und umständlicher geschieht. Daß die Hackmaschine auch bei der Beerweinbe- Aute ®ienfte Mistet, dürfte weniger bekannt sein. Gewöhnlich werden die Beeren, nachdem sie gezupft sind, zerstampft und dann abgepreßt. Das Zerstampfen erfolgt bei größter Sorgfalt nie vollständig und beansprucht viel Zeit. Beides, das Zerstampfen und das Abpreffen der Beeren fallen weg, wenn man die Beeren mit der Hackmaschine zer­kleinert.^ Dabei totrb jede Beere zerquetscht, und wir er­halten eine vollständige Brühe, indem die Beerenhäute gleich­zeitig zerschnitten werden. Wenn man auch nicht auf einmal viele Beeren in den kleinen Trichter der Maschine bringen kann, so ist man bei fortwährendem Einfüllen mit der einen Hand und Umdrehen mit der anderen im Stande, in einer Stunde etwa zwanzig Kilogramm Beeren zu zerkleinern. Ist nun die ganze Masse gewogen oder gemessen, so kann lie in das Faß gebracht werden, und wir haben nach ent» sprechendem Zucker- und Wasserzusatz den Wein hergestellt. Bei richtigem Luftabschluß durch Gährspunden und der starken Verdünnung des Weines (dreimal so viel Wasser) ist Säure­bildung nicht zu befürchten. Nach der stürmischen Gährung muß der Wein gleich abgelassen werden. Das einmalige Ablassen wird bei schwächeren Weinen genügen, namentlich, wenn diese im folgenden Jahre getrunken werden. Starke Weine werden nach dem Klarwerden oder im Frühjahr noch­mals abgelaffen. Die Vortheile dieses Verfahrens sind: die kostspielige Beerenpresse brauchen wir nicht, dagegen wird die practische Hackmaschine ausgenützt. Die Herstellung des Weines wird bedeutend vereinfacht: auch dasAnstellen" der Trester fällt weg, indem ohnedies die Stoffe voll­ständiger aus den Früchten gewonnen werden. Dadurch er­halten wir einen sehr farbreichen Wein. Endlich erfolgt die Gährung viel rascher und vollständiger.

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Unsere Hausfrauen und Köchinnen dürfte eine Vor­richtung zum Schneiden von Rndeln interessiren, welche jüngst zwei Dresdenern patentirt wurde. Wie wir einer Mittheilung des Internationalen Patentbureaus Carl Fr.

ht die Vorrichtung gemeinschaftlichen in eine geschlitzte, aur an einer Seite Vorrichtung ist es also möglich, mit einem Schnitt eine Menge Nudeln von be­

liebiger Form auf einmal zu schneiden, weil man das In» strument nicht nur in graben, sondern auch in gewundenen und Zickzack-Linien über den Nudelkuchen hinsühren kann.

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Maschine zum Glätten der Ränder von Kragen und Manschetten. Es giebt nichts mehr, vor dem der erfinderische Menschengeist Halt machte, ist doch neulich, wie wir einer Mittheilung des Internationalen Patentbureaus Carl Fr. Reichelt, Berlin NW. 6, entnehmen, einem Nord­amerikaner auch in Deutschland eine Maschine patentirt worden, welche sogar die Ränder von Kragen und Man­schetten glättet. Dieselbe besteht aus einem durch ein Vor­gelege in rotirende Bewegung versetzten, kreissteppenförmigen Kopfstück, welches in der Verlängerung der Oberfläche seiner Stufen nach der Mitte zu mit ringförmigen Nuten versehen ist, in welchen die Ränder der Kragen oder Manschetten durch die Hin- und Herbewegung geplättet und geglättet werden.

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Verfahren zum Entfernen von Tintenflecken. Das beste Resultat bei der Reinigung von Tintenflecken giebt die Oxalsäure. Die Oxalsäure, welche auch unter der Be­zeichnung Kleesalz bekannt ist, wird in diesem Falle am zweck­mäßigsten bei einer Wärme von 60 Grad angewandt. Man bereitet sich eine Lösung von 1 Theil Kleesalz in zehn Theilen Wasser und behandelt damit die Tintenflecke. Es empfiehlt sich jedoch, bei der Anwendung von Kleesalz sehr vorsichtig zu sein, da bekanntermaßen das Kieesalz die Faser etwas ongreift. Sollte man daher gegen dieses Verfahren Bedenken erheben, so kann man statt des Kleesalzes phosphor­saures Natron ober auch schweflige Säure in Anwenbung bringen. Die Entfernung der Tintenflecken mittelst der schwefligen Säure wird durch Bepinseln der Flecken vor­genommen. Wählt man phosphorsaures Natron als Reinigungs­mittel, so empfiehlt es sich, eine möglichst concentrirte Lösung in Anwendung zu bringen.

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Stockflecke in alten Stahlstichen suche man durch Uebergießen des Bildes mit heißem Wasser zu tilgen. Zu diesem Zweck muß der Stich auf eine geeignete Unterlage (am besten ein straff gespanntes Netz aus Bindfaden) gelegt und den Sonnenstrahlen ausgesetzt werden. Trockene Stellen müssen sorgfältig mittelst eines nassen Schwammes angefeuchtet werden. Auch Chlorkalkwaffer und Javelle'sche Lauge werden bisweilen verwendet. Ein neues Bleichmittel für die vor­genannten Zwecke ist das Wasserstoffsuperoxyd. Werthvolle Stiche übergebe man einem in solchen Arbeiten geübten Bilderrestaurateur.

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Um die grauen Stockflecke aus der Leinwand zu tilgen, wasche man die betreffende Stelle mit Bau de Javelle (Fleckwaffer) oder in schwachem Chlorwasser, wo­rauf sofort ein gründliches Auswaschen in reinem Wasser zu fol­gen hat. Bei hartnäckigen oder veralteten Flecken kann man seine Zuflucht zu heißem Seifenwasser, dem etwas Pottasche zugesetzt ist, nehmen, worauf gleichfalls in reinem Wasser nach­gespült werden muß. Nicht selten ist bei Moderflecken in Geweben auch die Structur des Stoffes zerstört, in welchem Falle nur durch Einsetzen eines neuen Stückes zu helfen ist

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Das Bleichen der Endivien. Die Pflanzen werden bei trockener Witterung mit hinlänglichen Erdbällen ausgehoben, in einen Kasten so eng wie möglich, ohne sie zu biegen, aufrecht zusammengestellt und der Kasten in einen trockenen, dunklen Keller gebracht. Bei dieser Behandlung sind alle Blätter in zehn bis zwölf Tagen vollkommen gebleicht und keine Gefahr vorhanden, daß sie faulen, wie es im Freien so häufig geschieht.