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-ZA- in Kranz ist gar viel leichter binden, 2118 ihm ein würdig Haupt zu finden.
' Goethe.
®§ gießt Naturen, die durch Das groß sind, was sie erreichen, andere durch Das, was sie verschmähen. Grimm.
Ina.
Novelle von S. Halm.
(Fortsetzung.)
Ina lauschte Gebhardts Schilderungen, die er ihr von einer wenig sonnigen Kindheit, von einer entbehrungsreichen Jugend gab, mit dem gläubigen Staunen eines Kindes. Wie hatte dieser Mann gerungen! Aus welchen Verhältnissen sich mit eiserner Willenskraft emporgearbeitet! Sie sah bewundernd zu ihm auf. Vielleicht war ihr Blick nicht ganz frei; vielleicht gab sie sich nicht genug Mühe, sachlich zu denken! Sie nahm und gab mit der Logik eines Frauenherzens, dessen Logik eben nicht die Vernunft, sondern das Gefühl ist und bleibt. Dann sprach er von seiner Ehe. Ina erfuhr, wie auch Gebhardt einst geblendet durch die Schönheit und Anmuth Lores, diese anfänglich ohne die mindesten Chancen umworben; wie sehr ihn jedoch gerade ihre Kälte und Sprödigkeit, die er für vornehme Reserve und doch auch mädchenhafte Schüchternheit genommen, entzückt, wie überglückich er gewesen sei, als ihm die verwöhnte schöne Lore die Hand für's Leben gereicht und wie schnell er von dem Wahne geheilt, daß sich ihm das kaltherzige, schöne Geschöpf aus Liebe vermählt. Nur dem Zureden ihres völlig ruinirten Vaters war es gelungen, ihre Abneigung gegen den Bourgeois zu bezwingen; der berechnenden Vernunft Raum gebend, hatte sie diese Ehe geschlossen und sich, nachdem der Bund vollzogen, nicht die geringste Mühe gegeben, ihren jungen Gatten wenigstens aus Mitleid vor der wahren Erkenntniß zu bewahren. — Dann waren die Kinder geboren und zum Sonnenstrahl in Gebhardts Leben geworden. Sie glichen weder äußerlich noch innerlich der Mutter, sie wurden der geheime Stolz, die Freude des so bitter enttäuschten Mannes. —
Die Jahre gingen hin; die peeuniäre Lage des Ehepaares verbesserte sich mehr und mehr, die Entfremdung der Gatten
j aber wuchs. Keine Demüthigung wurde dem reichen Manne i erspart. —
Seine Bemühungen, das durch eine verkehrte Erziehung ; zum Theil bereits von vornherein verdorbene Weib zu er- | ^hen und heranzubilden, scheiterte an dem Trotz und der I Oberflächlichkeit der jungen Frau, die auch ihren Kindern keine wahre Mutter war.
Zum menschenscheuen, verschlossenen Manne geworden, mußte Gebhardt seiner vergnügungssüchtigen Frau zu Liebe alle Soireen und Bälle, die die gute Gesellschaft gab, besuchen, da sie, seinem Verbote trotzend, sonst ohne den Gatten das Haus verließ und durch ihre Koketterie und Gefallsucht den guten Ruf ihres Mannes gefährdete.
Es gab erbitterte Kämpfe, in denen mit ungleichen Waffen gekämpft wurde. Auf der einen Seite: geistige Ueberlegenheit, Vernunft, Logik, auf der anderen, weiblicher Trotz, Thränen, Keifen, unmoralische Grundsätze, Launen, ©eenen ohne Ende.
Die Frau siegte, der Mann unterlag, scheinbar wenigstens, er eSrmüde geworden, sein Haus zum Schauplatz häß- licher Auftritte und seine Dienerschaft zu deren Zeugew zu machen. Resignation blieb seine Zuflucht, Schweigen, wo er ftd) sonst nutzlos im Zorn und Kamps mit der Unvernunft aufgerieben.
Es konnte nicht ausbleiben, daß die schöne, gefallsüchtige Frau die Aufmerksamkeit und das Verlangen der Lebemänner von Berus erweckte. Anfangs war es bei kleinen Courschmeicheleien geblieben, seitdem Teßas Anwesenheit der Schwester jedoch Gelegenheit bot, ihr Haus mit heiraths- suchtigen Männern zu füllen und sich freiere Bewegung erlauben durfte, artete auch diese schlimme Neigung aus. Hunold hatte die Beweise von der Untreue seiner Gattin in Händen.
Mit vor innerer Bewegung bebenden Lippen war Ina bis hierher seinem Bericht gefolgt. Zum ersten Male regte ich etwas wie Auflehnung gegen den Mann an ihrer Seite.
Resignation heißt Schwäche! sagte sich sich und zürnend ragte sie den Freund:
„Und warum thaten Sie keinen Schritt, Ihre Frau auf den Weg der Pflicht zurückzuleiten?" '
Er sah die Fragende einige Seeunden sinnend an; dann schweifte sein Blick zu dem schwarzbewölkten Himmel. Ein leises Wehen ging durch die Lust, das mehr und mehr anwuchs. Fernes Grollen kündigte das nahe Unwetter an. Gebhardt lächelte, ein sonderbares Lächeln.
„Der Eine sündigt aus Laune, der Andere aus


