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toar Freiherr von Ertmarm als commandirender österreichischer General in Mailand Am 14. Juli 1831 schreibt Felix ,.aUc aMobrib an seine Familie: „Ohne “"b °§ne bie Generalin früher gekannt zu haben, beschloß ich, die interessante Frau, von der ich so viel gehört hatte unh d e von Beethoven so verzogen wurde, aufzusuchen. • JS ?en Gouvernements-Palast zeigen, dachte mir eme schöne Rede aus und ging munter hinauf. Im Vorsaal frug ich einen alten Mann in einem Nankingjäckchen, ob hier der General Ertmann wohne? Unglücklicherweise antwortete der alte Mann aber: „Der bin ich selbst!" Das war sehr unangenehm, und ich mußte meine ganze Rede im Auszüge anbringen. Beide nahmen mich sehr stündlich auf, sie spielte mir gleich die Cis-moll-Sonate von Beethoven vor und dann die aus D-moll. Der alte General war ganz glücklich und weinte vor Freuden, weil er seine Frau so lange nicht hatte spielen hören/ es sei m Mailand kein Mensch, der so etwas anhören wolle, sagte er . . . Sie sind Beide von einer Freundlichkeit gegen mich, die mich beschämt, und Beide in einander verliebt, als seien sie Brautleute, und sind doch schon 34 Jahre verheirathet, — Ich denke, ich habe etwas von ihr gelernt. Sie spielte gestern die „Kreutzersonate", 5L.bet ber dwlimst, ein Dragoneroffizier, im Anfänge des Adagio eine lange Verzierung L la Paganini machte, ba lo ber General eine so entsetzliche Grimaffe, daß ich vor Lachen bald vom Stuhl gefallen wäre." Dorothea von Ertmann war -ine Tante der jetzt in Paris im hohen Alter Abenden Sängerin Mathilde Marchesie de Castrone, geborenen Graumann, und eine Tante des verstorbenen Bürgermeisters von Graz, Moritz Ritter von Franck, des Schöpfers des Grazer Stadtparkes. Freiin von Ertmann starb in Wien im Alter von 68 Jahren am 16. März 1849. „Nicht ohne einige Muhe — erzählt Herr von Kaiserfeld — „ist c§ nur gelungen, ihr Grab auf dem großen altsiädtischen Wahringer Friedhof zu finden. Ein massiver Stein mit
"" b6n b" Z^ten Stand hielt, bezeichnet
Gemeinnütziges.
Das Frühaufsteher, hat mit Recht bei allen Natur. Völkern stets m großem Ansehen gestanden. Erstens verlängert es wirklich den Tag und somit die Arbeitszeit. Wer einmal ins Langschlafen kommt, wird nie fertig. Die Sang* !? npfw 9a"8en Tag mißmuthig, träumerisch, und
so gehl dre Arbeit nicht vom Fleck. Das Wort: „Der Vor- mrtternachtsschlaf ist der beste!" ist wahr,- es ist aus der reinen Erfahrung entstanden. Der Schlafmangel einer Bor- mitternachtsstunde verlangt mindestens zwei Stunden mehr wenn dieselbe Stärkung erfolgen soll. Noch nachtheilig^ wirkt der Schlafmangel der Nachmitternachtsstunden. Denn der Sonnenstand hat unbedingt Einfluß auf den Organismus des Körpers, das sieht man an den Thteren, namentlich an den Vögeln, die mit Sonnenuntergang schlafen 8fe)e"; Die Wirkung der aufstrebenden Sonne ist eine andere, 5LUnte<SEHnbctL Die Morgenfrische hat besonderen $et allen Frühjahrskuren und in den Badern spielt das Frühaufstehen eine anerkannte Rolle.
^"hiahre, zur Zeit des Sprossens und Blühens, ist es namentlich empfehlenswerth. Zu keiner Zeit duften Garten, Wiese und Feld so angenehm, frisch und erquickend, als des ^b°v Morgen stiert die Natur ihr Auferstehunqs- fest aufs Neue. Während des Tages mattet sich die Vege- tatwn immer mehr ab. Der Naturfreund begreift nicht, wie wahrend der schönsten Herrlichkeit in der Natur so viele Menschen schlafen können. Sie lernen die wahre Schönheit der Natur nicht kennen. Das Frühaufstehen bringt nicht «ur Wohlstand, Gesunhheit und Weisheit ins Haus, sondern verschafft auch einen reinen, gesunden Lebensgenuß.
Dorothea Gramann und Beethoven.
™toJ?Rnbrr veröffentlichte der Rechts-
ÄNwalt Dr. M. v. Kaiserfeld, in dessen Familie ein Bries sÖn •6ie $aronin Dorothea von Ertmann auf- ^wahrt wird, emen Aufsatz über die Beziehungen des großen Meisters zu der interessanten Frau, dem wir Folgendes entnehmen. Freiin v. Ertmann, geb. Gramann aus ber.en ""^Esche Wirksamkeit in das erste nnd zweite Jahrzehnt Anseres Jahrhunderts fällt, behauptete einen der ersten Plätze als Pianistin in dem damaligen Wien. Sie war nach demZeuq- nisse ihrer Zeitgenossen eine schöne Frau von hoher Gestalt
^v^en Gesichtszügen, ausdrucksvollen Augen und reich herabwallendem dunklen Lockenhaar. Ohne sie wäre Beethovens Claviermusik in Wien, damals, als Hummel und qm herandrängten, noch früher vom Repertoir verschwunden Ihren Zauberhändchen gelang es, die ver- borgenste Absicht m Beethovens Werken zu enthüllen. Beethoven empfand hohe Bewunderung für diese seltene Frau, die er .a-V» ”/ ^rie*iertn ber Tonkunst verehrte und seine „Dorothea Cacilia zu nennen Pflegte. In ihr verehrte er die Freundin und ausgezeichnete Interpretin seiner Musik, während seine ^raettr^Irugen EBrunswick wesentlich anderen ihr °al/Beweis?" °^D°r^ daß°'er
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ffinrf Sre“nbtn aufzusuchen. Nachdem er? ohne ein STdÜ l11 ?e 8° b'chlen, sich zum Flügel gesetzt und
bne ®t“”be Ian9 /'ln seiner Weise" vorgespielt/ ergoß
® f v>ar emgetreten. Beethoven hatte in Tönen zu ihr gesprochen und ihr den Trost gespendet den ln Worten niemals hätte so ausdrücken können. '1831
fünft was. — Wir sprechen schon wieder darüber." Dann ging er langsam hinaus.
„Schlafen werden Sie wohl lange noch nicht können — geht erst los — Tischmusik, dann Tanz —."
„Ich habe mein Buch!"
.. . "Und für etwas Süßes will ich schon sorgen! Schicke ach selber hinauf, ia, das versteht sich doch - nein, nein feine Umstände. Wahrhaftig, wenn Sie so freundlich aus- iehen, das macht mir das alte Herz ordentlich wieder jung."
„Nein, sie trug wirklich kein Verlangen, dort unten Menswen' Ä Uttter bett lustig schwatzenden
Menschen . Wenn man sie nur hier oben unbehelligt ließ bei den beiden, kleinen, anhänglichen Mädchen - aber, das würde naturgemäß auch schon sein Ende finden. Wenn si^ am Fenster stand, das Gesicht gegen die Scheiben Eft?®? ? ei" Sltb bor Augen: sich selber wieder großen Wett '""»d, °»fs Neue heimathlos in der
Nachzügler, freiwillige und unfreiwillige, gellten sich ein, Damen, denen die Erregung nicht mebr in den lächelnden Mienen zu lesen war, welche sie im Hause beim Warten auf die unpünktliche Schneiderin ohne Zurück- haltung hatte austoben lassen, Herren, die sich von einem kleinen Diner, bei dem die Gesellschaft eine picante gewesen -?Letzten * S biC E§ fÜr befonber§ fein hielten, überall
(Fortsetzung folgt.)


